Europapokal-Auslosung Glückslos für den VfB - keine Kracher für deutsche Clubs


Millionen-Einnahmen vor Augen, Timisoara vor der Brust: Dem VfB Stuttgart war auf dem Weg in die Champions League das Losglück hold. Die Mannschaft trifft auf den weitgehend unbekannten FC Timisoara aus Rumänien. Auch in der Europa League stehen die deutschen Teams vor lösbaren Aufgaben.

Glückslose statt Kracher-Kontrahenten: Das deutsche Fußball-Quartett hat bei der Auslosung zur Königsklasse und zur Europa League verhältnismäßig einfache Gegner erhalten. Der VfB Stuttgart trifft in der Qualifikation zur Champions League auf den rumänischen "Nobody" FC Timisoara. Im Uefa-Cup-Nachfolgewettbewerb sollte Werder Bremen mit dem krassen kasachischen Außenseiter FK Aktobe keinerlei Probleme haben. Hertha BSC Berlin und der Hamburger SV haben hier mit Bröndby Kopenhagen beziehungsweise EA Guingamp ebenfalls lösbare Aufgaben und zudem den Vorteil, wie der VfB erst auswärts antreten zu können.

Obwohl der VfB mit Timisoara den vermeintlich leichtesten Play-off-Gegner erwischt hat, warnte Teamchef Markus Babbel am Freitag vor Überheblichkeit: "Wir werden den FC Timisoara garantiert nicht unterschätzen. Wer sich gegen den aktuellen UEFA-Cup-Titelverteidiger durchsetzt, muss über eine sehr gute Mannschaft mit Qualität verfügen." Der rumänische Vizemeister hatte in der dritten Qualifikationsrunde für Aufsehen gesorgt, als er den favorisierten ukrainischen Spitzenclub Schachtjor Donezk ausgeschaltet hatte. "Dennoch zählt für uns nur das Erreichen der Gruppenphase", stellte Babbel trotz allen Respekts vor den Rumänen klar.

Die Schwaben müssen am 18. August zuerst auswärts im 40 000 Zuschauer fassenden Stadion Dan Paltinisanu antreten. Das Rückspiel findet am 26. August ebenfalls um 20.45 Uhr in Stuttgart statt. Sportdirektor Horst Heldt ließ nur indirekt eine gewisse Enttäuschung über den vergleichsweise unattraktiven Gegner durchscheinen. "Bis vor zwei Wochen war wohl der FC Timisoara für alle die große Unbekannte in der Qualifikation zur Champions League. Seit dem Erfolg gegen Schachtjor Donezk ist jedoch klar, dass Timisoara ein sehr ernstzunehmender Gegner ist", versicherte das VfB-Vorstandsmitglied.

Atlético Madrid, der AC Florenz oder Celtic Glasgow mit dem früheren Stuttgarter Andreas Hinkel hätten mehr Glanz und Zuschauerzuspruch garantiert. Echte Begeisterung löste das Los auf VfB-Seite nur bei Ciprian Marica aus. "Ich freue mich, dass wir gegen einen Club aus meiner Heimat spielen", sagte der Nationalstürmer. Hinkel trifft statt auf seinen Ex-Club mit Celtic Glasgow in der wohl attraktivsten Begegnung der Qualifikation in der sogenannten "Battle of Britain" auf Arsenal London. Weitere Fußball-Leckerbissen im Kampf um einen Platz in der Königsklasse sind die Partien Sporting Lissabon gegen AC Florenz, Panathinaikos Athen gegen Atlético Madrid und Olympique Lyon gegen den RSC Anderlecht.

Die lange Anreise dürfte für Werder auf dem wohl leichten Weg in die Gruppenphase das schwierigste Unterfangen werden. "Das ist ganz schön weit weg", sagte Trainer Thomas Schaaf. "Mit mindestens vier, viereinhalb Stunden Flug müssen wir rechnen. Mit der Zeitumstellung wird es eine strapaziöse Reise." Bremen hat gegen den kasachischen Meister und Pokalsieger Aktobe am 20. August zunächst Heimrecht; eine Woche später steht das Rückspiel an. Schaaf ist klar, dass sein Team klarer Favorit ist: "Diese Aufgabe müssen wir meistern."

Ein anderes, allerdings keineswegs übermächtiges Kaliber ist HSV- Gegner Guingamp. "Klar ist, dass wir unbedingt in die Gruppenphase wollen. Dafür müssen wir die Hürde Guingamp nehmen", sagte Trainer Bruno Labbadia: "Aber wir sind gewarnt, denn letztes Jahr hat der Verein den französischen Pokal gewonnen." Verteidiger Guy Demel steuerte interessante Fakten bei: "Didier Drogba und Florent Malouda, die jetzt beide bei Chelsea spielen, waren früher für Guingamp aktiv und haben den Verein als Sprungbrett genutzt."

Als machbar, aber unangenehm ist auch die Aufgabe für Hertha BSC einzustufen. Bröndby ist zwar neunfacher dänischer Meister, hat international aber noch nicht für Aufsehen gesorgt.

Elmar Dreher/DPA DPA

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