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Abschied von Hansi Flick FC Bayern auf Trainersuche: RB Leipzig fordert offenbar Rekord-Ablösesumme für Nagelsmann

Abschied von Hansi Flick: FC Bayern auf Trainersuche: RB Leipzig fordert offenbar Rekord-Ablösesumme für Nagelsmann
Sehen Sie im Video: Julian Nagelsmann wird neuer Bayern-Trainer – "an großartige Erfolge anknüpfen".




Nun ist es offiziell: Julian Nagelsmann wird neuer Cheftrainer beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Der 33-Jährige soll als Nachfolger von Hansi Flick einen Fünfjahresvertrag erhalten. Das teilte Bayern München am Dienstag auf seiner Webseite mit. In der Erklärung des Vereins wird Bayern Präsident Herbert Hainer mit den Worten zitiert: "Julian Nagelsmann steht für eine neue Trainergeneration. Trotz seiner jungen Jahre hat er schon eine beeindruckende Laufbahn vorzuweisen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Julian Nagelsmann an die großartigen Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen werden." Der Vertrag von Nagelsmann bei Leipzig lief noch bis zum 30. Juni 2023. Es wird darüber spekuliert, dass die Bayern für den Wechsel von Nagelsmann nach München zwischen 20 und 30 Millionen Euro zahlen müssen. Für die Bundesliga wäre das im Zusammenhang mit einem Trainerwechsel ein neuer Rekord. Nagelsmann war im Sommer 2019 für fünf Millionen Euro von der TSG Hoffenheim nach Leipzig gewechselt. Bayern München teilte auch mit, dass der Verein dem Wunsch von Hansi Flick entsprochen habe und dessen Vertrag, der ursprünglich bis zum 30. Juni 2023 lief, zum 30. Juni 2021 auflöst. Unter Flick erlebten die Bayern die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Insgesamt sechs Titel räumten die Münchner ab, darunter war der Gewinn der Champions League. Der 56-Jährige gilt aus Topkandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw.
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Es wird ernst in der offenen Trainer-Frage beim FC Bayern. Auf der Suche nach einem möglichen Nachfolger von Hansi Flick sollen die Münchner Kontakt zu Leipzigs Julian Nagelsmann aufgenommen haben. Es gibt Berichte über eine spektakuläre Ablöse-Forderung.

Das Werben um Julian Nagelsmann hat neue Dynamik bekommen. Nachdem der Cheftrainer von RB Leipzig zuletzt mehrfach beteuerte, keine Gespräche mit dem FC Bayern geführt zu haben, soll der deutsche Rekordmeister nun ernst machen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat die Münchner Vereinsführung wegen des 33-Jährigen Kontakt zu den Leipzigern aufgenommen. Bayern-Coach Hansi Flick (56) hatte angekündigt, die Münchner nach der Saison verlassen zu wollen. Eine Entscheidung über eine Vertragsauflösung könnte noch in dieser Woche fallen. Flick gilt als Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw bei der deutschen Nationalmannschaft.

Die Leipziger sollen für ihren umworbenen Trainer Nagelsmann eine Ablösesumme im zweistelligen Millionen-Bereich fordern. Laut "Bild"-Zeitung soll sie sogar 30 Millionen Euro betragen. Auch weitere Medien berichteten am Sonntagabend übereinstimmend von einer Kontaktaufnahme der Münchner wegen Nagelsmann.

Nagelsmann will "keinen Krieg" mit RB Leipzig

Noch vor wenigen Tagen hatte RB-Sportdirektor Markus Krösche betont, dass es keinen Sinn mache, "Ablösesummen oder Preisschilder zu vergeben. Julian hat einen langfristigen Vertrag und eine sehr gute Mannschaft", hatte er dem TV-Sender Sky gesagt. Nagelsmanns Vertrag in Leipzig ist noch bis 2023 gültig – ohne Ausstiegsklausel. Nagelsmann hatte zuletzt regelmäßig auf seinen Vertrag verwiesen und beispielsweise gesagt, dass er "keinen Krieg mit meinem Arbeitgeber anfangen werde" und dass es "keine Streitigkeiten" gebe.

Doch die Spekulationen um ein Nagelsmann-Engagement in München halten und verdichten sich. Zunächst einmal strebt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Abschiedswunsch von Flick in dieser Sache eine zeitnahe Lösung an. "Wir haben vereinbart, dass wir uns nach dem Spiel in Mainz zusammensetzen", sagte Rummenigge der "Bild am Sonntag". Am Samstag hatten die Bayern 1:2 in Mainz verloren. Weil RB am Sonntag den VfB Stuttgart 2:0 schlug, wurde die Entscheidung im Titelkampf der Fußball-Bundesliga noch einmal vertagt.

Auf die Frage nach einer möglichen Ablösesumme für Flick sagte Rummenigge: "Wenn wir Hansis Wunsch entsprechen sollen, müssen alle Parteien gemeinsam eine Lösung finden, mit der auch der FC Bayern zufrieden ist." Auch Flicks Vertrag in München läuft noch bis 2023.

Rainer Koch fände Ablösesumme für Flick "unmoralisch" 

Dass der Deutsche Fußball-Bund für einen Bundestrainer eine Ablösesumme zahlen werde, schloss jedoch DFB-Vizepräsident Rainer Koch aus. "Der DFB wird keine Ablösesummen zahlen, weil er noch nie Ablösesummen gezahlt hat und weil er als gemeinnütziger Verband im Übrigen sich schwer tut, dies zu tun", sagte er am Sonntagabend in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks.

Der 62-Jährige kündigte für den Fall, dass der DFB Geld für Flick oder einen anderen Trainer zahlen müsse, seinen Widerstand an. "Da würde ich aus meiner Position als erster Mann des Amateurfußballs entschieden widersprechen. Der DFB hat ja nicht unendlich viel Geld", sagte er. Er würde es als "unmoralisch" bezeichnen, wenn der DFB 30 Millionen Euro bezahlen müsse, die er am Ende an anderer Stelle in seinem Budget wegnehmen müsse. Zudem erinnerte er daran, dass auch Trainer und Funktionäre vom DFB zu Vereinen gewechselt sind und nannte die Trainer Manuel Baum (zu Schalke 04) sowie Hannes Wolf (zu Bayer Leverkusen) und vor Jahren auch Matthias Sammer zum FC Bayern. "Da sind auch keine Gelder gezahlt und auch keine verlangt worden."

In jedem Fall dürfte die Debatte über mögliche Trainer-Rochaden in den kommenden Tagen und Wochen weitere Dynamik erhalten. Für RB kommt der Wirbel zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn nach dem Sieg gegen Stuttgart gilt die volle Konzentration dem DFB-Pokal-Halbfinale am Freitag bei Werder Bremen. Mit einem Sieg steht RB im Finale. Und Nagelsmann hätte die Chance, seinen ersten großen Titel zu holen.

tis / Frank Kastner DPA

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