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Bundesliga im stern-Check: Die Bayern machen alle zum Verlierer

Nach dem fulminanten Sieg gegen Dortmund regieren die Bayern die Liga. Nichts wird's mit einem spannenden Titelkampf. Eigentlich sind alle Fans - auch die der Bayern - jetzt Verlierer.

Thomas Müller schoß wieder mal zwei Tore, der FC Bayern dominiert die Bundesliga.

Das Müllern nimmt kein Ende: Thomas Müller schoß wieder mal zwei Tore, der FC Bayern dominiert die Bundesliga - und alle Fans sind der Verlierer des Spieltags (siehe unten)

So lief der Spieltag

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tore und die Tabelle im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Er wollte doch nur jubeln. Timo Werner, 19-jähriges Supertalent beim VfB Stuttgart, köpfte in der 90. Minute den Ausgleich gegen Hoffenheim. Ohne sein Tor hätte Stuttgart die siebte Niederlage im achten Saisonspiel kassiert. Also rannte er nach seinem Torerfolg wie entfesselt über den Platz und warf den Fans Kusshände zu. Das ist an sich eine nette Geste, zeugt sich doch von tiefem Respekt vor dem eigenen Anhang. Zwei Minuten später dann verpasste Werner die Sensation, als er den Siegtreffer vergab.

Timo Werner verschickte Küsschen - und vergab danach den Siegtreffer.

Timo Werner verschickte nach seinem ersten Tor Küsschen - und vergab danach den Siegtreffer.

Hätte man auch machen können, das Ding. So sah es zumindest sein Trainer, Alexander Zorniger. Der war nämlich stocksauer und ätzte nach dem Spiel: "3:2 wäre möglich gewesen, aber unter dem Strich ist der Punkt ok. Den konnte Timo nicht reinmachen. Er war noch so mit Küsschen verteilen nach dem 2:2 beschäftigt, dass der Fokus noch nicht darauf lag, ihn reinzumachen“, sagte Zorniger dem TV-Sender "Sky". Das nennt man wohl einen verbalen Dämpfer.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Wir bleiben beim Spiel Hoffenheim gegen Stuttgart. Bevor Stuttgart den Ausgleich schaffte, zeigte Kevin Volland uns, was für ein großartiger Stürmer er ist. Nach einem Konter gewann Gegenspieler Serey Dié zunächst das Duell gegen Volland, doch der blieb am Ball und hob ihn über den aus seinem Tor gekommenen Tyton elegant hinweg. Das hatte Stil.

Gewinner des Spieltages

"Ick gloob', ick spinne": Die Fans von Hertha BSC dürften sich die Augen reiben, wenn sie auf die aktuelle Tabelle schauen. Der Hauptstadt-Club steht auf dem vierten Platz. Das würde die Champions-League-Quali bedeuten. Rein theoretisch. Noch sind ja 26 Spieltage zu absolvieren. Dennoch sind die Berliner unter Trainer Pal Dardei das Überraschungsteam der Liga. Ein Grund ist die neue Heimstärke. Drei Siege in Folge gab es im Olympiastadion. Und: Ein Torjäger feiert sein Comeback - Vedad Ibisevic traf gegen den HSV gleich doppelt, vier Treffer hat er insgesamt erzielt bislang. Und die Abwehr steht mit acht Gegentoren bombensicher. Da geht noch einiges. Vielleicht.

Verlierer des Spieltages

Wir alle eigentlich. Die Bundesliga-Fans. Vor allem natürlich diejenigen, die keine Bayern-Fans sind. Ein ganz klein bisschen hatten wir gehofft, dass die vermaledeiten Supersupersupersuper-Bayern von den Dortmundern richtig einen drauf bekommen. Oder irgendwie einen schwachen Tag erwischen und verlieren. Oder verpfiffen werden. Wir haben gehofft, dass der BVB unter dem Ernährungsfanatiker Thomas T. schon wieder das Niveau von 2012 hat, weil es ja keinen Zucker mehr gibt für die Dortmunder Spieler und Gündogan und Hummels endlich ihre Speckröllchen los sind. Aber nichts da.

Die Hoffnung ist tot, bevor sie richtig aufkeimte. Die Bayern haben mal eben ihren Startrekord von acht Siegen in Folge eingestellt. Sie ließen Dortmund wie eine drittklassige Truppe aussehen - es ist zum Heulen. Der Titelkampf wird wieder ziemlich langweilig werden. Damit hat die Bundesliga verloren und alle, die es nicht mit den Bayern halten und sich den Hauch eines echten Titelkampfes gewünscht haben. Selbst für die Bayern-Anhänger ist es ja eine Qual. Sie mögen sich jetzt ins Fäustchen lachen. Aber langweilig ist es doch auch für sie.

Bild des Spieltages

Der Arme. Da beruft ihn Joachim Löw für die kommenden EM-Qualifikationsspiele in die Nationalelf und dann das. Mit einer echten Slapsticknummer "krönte" Keeper Bernd Leno die schwache Leistung der Leverkusener gegen Augsburg, als er nach einem Rückpass über den Ball schlug und die Kugel ins Tor kullerte. Nicht zu vergessen: Hakan Chalhanoglu versemmelte auch noch einen Elfmeter. Es gibt so Tage. 

Tim Schulze

Wissenscommunity