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FC Bayern München: Bayern-Blamage gegen Düsseldorf: Wie lange schauen sich die Bosse das Trauerspiel noch an?

Die Bayern haben sich gegen Fortuna Düsseldorf bis auf die Knochen blamiert. In der Nachspielzeit gelang den Gästen noch der Ausgleich, nachdem die Münchner schon mit 3:1 geführt hatten. Für Kovac dürfte es langsam eng werden.

Der FC Bayern München blamiert sich gegen Fortuna Düsseldorf

Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Javier Martinez und Mats Hummels (v.l.n.r.) verstehen nach dem späten Gegentreffer zum 3:3-Ausgleich die Welt nicht mehr

Getty Images

Auf Twitter gibt es mittlerweile den Hashtag #kovacout: Kovac raus! Dort lassen sich in erster Linie die Bayern-Fans aus, die nur eines wollen: dass Niko Kovac, der aktuelle Bayern-Trainer, endlich entlassen wird. Es gibt nur wenige, die widersprechen. Die überwiegende Mehrheit der Bayern-Anhänger, die sich unter dem Hashtag äußern, hat Schaum vor dem Mund. Sie ertragen die mauen Leistungen ihrer Mannschaft nicht mehr. Jetzt, nachdem Bayern, die Über-Mannschaft der vergangenen Jahre, sogar einen 3:1-Vorsprung gegen den Aufsteiger Düsseldorf in der Nachspielzeit verspielt hat, kocht die Wut richtig hoch: "Wenn Kovac auch nur einen Funken von Anstand hätte, würde er freiwillig zurücktreten", schreibt ein User. Das ist eine der zurückhaltenderen Formulierungen.

Die Wut der Fans ist verständlich. Gegen Düsseldorf dominierten die Bayern das Spiel zwar weitgehend, spielten in der Defensive aber zu sorglos. Typisch für den aktuellen Zustand der Bayern waren die Schlussminuten. In der 89. Minute schoss Robert Lewandowski über das leere Tor. Hätte der Pole getroffen, hätte es 4:2 gestanden. Stattdessen kassierten die Bayern in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Dodi Lukebakio den 3:3-Ausgleichstreffer. Es war das dritte Tor des Belgiers in dem Spiel.

Reiner Calmund: Es war ein Blattschuss

Die Bayern liegen damit weiter auf Rang fünf und haben mittlerweile neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dortmund. Der BVB gewann mit 2:1 gegen Mainz - eigentlich ein untragbarer Zustand für den erfolgsverwöhnten Rekordmeister.

Sky-Experte Reiner Calmund drückte es so aus: "Das war ein Blattschuss." Wahrscheinlich meinte er damit, dass die Blamage gegen Düsseldorf tatsächlich das Aus für Kovac bedeuten könnte.

Es wird also langsam ernst in München. Präsident Uli Hoeneß sagte laut "Sport Bild" nach dem Spiel: "Heute ist ein schwerer Tag für uns. Es gibt intern Gesprächsbedarf." Das klingt nicht gut für Kovac, aber neun Punkte Rückstand auf den BVB sind nun mal nicht zu leugnen. Lange dürften sich die Bosse das Trauerspiel nicht mehr anschauen. 

Kovac' Scheitern wird auf Hoeneß und Rummenigge zurückfallen

Bislang lebte der seit Wochen kritisch beäugte Bayern-Coach von einem Versprechen auf die Zukunft. Und er lebte von der schlichten Tatsache, dass er nicht alleine für den traurigen Zustand der Bayern im Herbst 2018 verantwortlich ist. Eine vollkommen verfehlte Kaderplanung und die Formkrise alternder Stars gehen auf das Konto von Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Die Bosse wissen das. Deshalb haben sie bisher zum Trainer gehalten und ihn verteidigt. Kovac ist ihr Mann. Eine Entlassung würde mehr als sonst üblich auf sie zurückfallen.

Doch langsam scheint der Zeitpunkt zu kommen, an dem sie handeln müssen, um die totale Katastrophe zu verhindern. Zumal man nicht den Eindruck hat, dass diese Mannschaft für den Trainer spielt. Hoeneß versprach zwar, dass Kovac im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon am Dienstag auf der Bank sitzt. Ob der Trainer in einer Woche im nächsten Bundesliga-Spiel in Bremen noch Trainer ist, ist eine andere Frage.

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