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FUSSBALL: Bayer baut Vorsprung aus

Bayer 04 Leverkusen setzt in der Bundesliga weiter Maßstäbe. Zudem profitiert die Werkself von einem erneuten Patzer des FC Bayern München.

Bayer 04 Leverkusen setzt in der Fußball- Bundesliga weiter Maßstäbe und profitiert zudem von einem erneuten Patzer des FC Bayern München. Mit dem siebten Sieg in Folge baute Spitzenreiter Leverkusen am 14. Spieltag den Vorsprung auf den FC Bayern (0:0 gegen 1. FC Nürnberg) auf vier Punkte aus und avancierte nach dem begeisternden 4:1 über den Hamburger SV zum Titelfavoriten.

Gestärkt durch die erneute Galavorstellung und den neuen Bundesliga- Rekord (11 Siege, 3 Unentschieden) wächst bei den Bayer-Akteuren allmählich der Glaube, den Nimbus des »Ewigen Zweiten« endlich los zu werden.

Sogar der eher vorsichtige Kapitän Jens Nowotny wagt sich nun aus der verbalen Deckung und gibt die Richtung vor: »Alle wollen nur das eine.« Mitspieler Ze Roberto sprach gar aus, was sich noch nicht alle trauen: »Wenn wir so weiter spielen, werden wir Meister.«

»Am Ende sind wir Meister«

Beim erfolgsverwöhnten Titelverteidiger aus München bricht trotz der bärenstarken Konkurrenz von Ballack und Co. und des eigenen Versagens im 163. Derby gegen den 1. FC Nürnberg aber noch keine Panik aus.

Torhüter Oliver Kahn sieht das kleine Zwischentief von drei Spielen ohne Sieg gelassen und das große Ziel nicht gefährdet. »Eine Saison ist lang. Zu Beginn hatten wir auch schon Mal fünf Punkte Rückstand auf Dortmund. Die Situation ist nicht neu für uns«, sagte er nach der verpatzten Generalprobe für das Weltpokalfinale am Dienstag in Tokio gegen Boca Juniors Buenos Aires. Am Ende laufe es wie immer, ist Kahn sicher: »Am 34. Spieltag sind wir Meister.«

BVB in Lauerstellung

Neue dritte Kraft in der Bundesliga ist Borussia Dortmund nach dem 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Brasilianer Ewerthon und Amoroso sorgten für den verdienten Sieg gegen den Tabellennachbarn.

Das Team von Matthias Sammer liegt nur noch einen Punkt hinter den Bayern. Im zweiten Sonntagspiel führte ein überragender Thomas Häßler den TSV 1860 München zu einem 3:1 (2:1) beim SC Freiburg.

Werder überzeugte

Über Mangel an Selbstbewusstsein kann sich auch der SV Werder Bremen derzeit nicht beklagen. Die Elf von Thomas Schaaf brachte dem FC Schalke 04 die erste Bundesliga-Heimniederlage in der neuen Arena bei und überzeugte beim klaren 4:1 in allen Belangen.

Die Hanseaten kletterten auf Rang fünf und fühlen sich nach Siegen über Bayern und Schalke gerüstet für den dritten Coup gegen einen Top-Club. »Wenn wir wieder so spielen, können wir uns auch gegen Bayer berechtigte Hoffnungen machen«, sagte Manager Klaus Allofs vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag.

Schalke rutschte nach der deftigen Abfuhr vorerst ins Mittelfeld ab und verlor im Kampf um die internationalen Plätze wertvollen Boden. »Das war ein kleiner Tiefschlag, der uns ein wenig zurück wirft, vielleicht sogar entscheidend«, gestand Rudi Assauer zerknirscht.

Köln stoppt Talfahrt

Für Trainer Ewald Lienen und den 1. FC Köln ging dagegen nach sieben verlorenen Spielen hintereinander eine in der Clubgeschichte einmalige Negativserie zu Ende. »Ich weiß gar nicht, wie ich mich fühlen soll, so lange ist es schon her, dass wir gewonnen haben«, sagte Lienen nach dem 2:1 im Keller-Duell bei Schlusslicht FC St. Pauli.

Zum nach seiner Ansicht »überlebenswichtigen« Erfolg trugen wesentlich die erst in der Vorwoche neu verpflichteten Abwehrspieler Rigobert Song und Marc Zellweger bei, die beide in der Startelf standen. Der Schweizer konnte sich bei seinem Debüt sogar als Torschütze feiern lassen.

Abstiegskampf im Osten

Wie bei den Hamburgern ist auch bei Energie Cottbus (0:0 gegen den VfB Stuttgart) und Hansa Rostock (1:1 gegen Hertha BSC) kaum Besserung in Sicht. Beide Clubs kamen in ihren Heimspielen nur zu einem mageren Pünktchen und blieben im Tabellen-Keller stecken.

»So steigt man ab«, fürchtet Energie-Stürmer Sebastian Helbig nach der desolaten Leistung und der zehnten Partie ohne Sieg.

Funkel soll bleiben

Mit Berlins Abwehr-As Marco Rehmer, der in der 82. Minute den Ausgleich erzielte, machte ausgerechnet ein Ex-Rostocker die Hoffnung der zumindest kämpferisch überzeugenden Hansa-Elf auf den zweiten Heimsieg zunichte.

Trotz der prekären Lage steht Friedhelm Funkel nicht zur Disposition. »Er ist unser Trainer und sitzt auch gegen Wolfsburg hundertprozentig auf der Bank«, sagte Vizepräsident Rainer Jarohs.

Rostocks nächster Gegner hat seine Ziele trotz des 3:1 über Borussia Mönchengladbach nach unten korrigiert. »Wir befinden uns in einem Seuchenjahr. Da müssen wir durch«, meinte VfL- Manager Peter Pander, für den der angestrebte Platz unter den besten Fünf der Liga kein Thema mehr ist.

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