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Fußball-Bundesliga: Abgezockte Schalker gewinnen in Mainz

Schalke macht einen großen Sprung: Das Team von Felix Magath gewann gegen Mainz verdient mit 1:0 und kletterte um fünf Positionen auf den zehnten Platz. Pech hatten die Mainzer, als Schürrle in der Schlussphase einen Elfmeter vergab. Im zweiten Sonntagsspiel unterlag Gladbach in Freiburg.

Mit einem schmucklosen, aber abgeklärten 1:0 beim FSV Mainz 05 ist Schalke 04 in der Tabelle um fünf Plätze auf den zehnten Platz geklettert. Mainz rutschte auf den vierten Rang ab. Zuvor musste Borussia Mönchengladbach im Nachmittagsspiel einen weiteren herben Rückschlag einstecken. In Freiburg unterlag das Team von Michael Frontzeck klar mit 0:3. Der Rückstand auf einen Relegationsplatz beträgt jetzt fünf Punkte.

Das entscheidende Tor für Schalke erzielte Jefferson Farfán vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Mainzer Bruchwegstadion in der 30. Minute. Der Peruaner war der überragende Spieler auf dem Rasen. Die Gäste leisteten sich sogar einen verschossenen Foulelfmeter von Klaas Jan Huntelaar (8.), auf der Gegenseite scheiterte André Schürrle (73.) per Strafstoß an Schalke-Schlussmann Manuel Neuer.

So schlecht platziert war Mainz zuletzt am ersten Spieltag, vier der letzten fünf Heimspiele Gingen verloren. Schalke zeigte sich mit dem Rückenwind des Gruppensiegs in der Champions League stark verbessert und trat nun auch in der Bundesliga auswärts ganz anders auf als zuletzt beim 0:5 in Kaiserslautern.

Anfangsphase hat es in sich


Schon die Anfangsphase hatte es in sich. Chancen auf beiden Seiten und der erste Aufreger in der achten Minute: 05-Verteidiger Christian Fuchs foulte an der Strafraumgrenze fast in Höhe der Grundlinie Farfán, Schiedsrichter Felix Brych (München) pfiff Strafstoß. Alle Mainzer Proteste halfen nichts, dafür stand das Glück den Gastgebern zur Seite. Huntelaar schoss den Ball vom Elfmeterpunkt an den linken Innenpfosten, von dort sprang der Ball an den Rücken von Christian Wetklo und dann ins Aus statt ins Tor. Wetklo, der sich noch lange nicht über den Strafstoß beruhigt hatte, sah danach die Gelbe Karte wegen Reklamierens.

Das Spieltempo ließ etwas nach, Schalke wurde dank der besseren Spielanlage mehr und mehr zur bestimmenden Mannschaft. Die Westfalen standen in der Abwehr kompakt und ließen die Mainzer kaum zur Entfaltung kommen. Zwingende Schalker Torchancen blieben zunächst aus, bis sich nach einer halben Stunde Lukas Schmitz auf links durchsetzte und klug in den Rücken der Mainzer Abwehr passte. Jose Manuel Jurado scheiterte noch im ersten Versuch, doch dann war Farfán zur Stelle und traf aus etwa zehn Metern.

Schalke kontrolliert das Spiel


Mit der Führung im Rücken kontrollierte Schalke das Spiel. Mainz entwickelte keinen Zug nach vorn und machte sich selbst das Leben durch Fehlpässe und fruchtlose Dribblings schwer. "Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen", urteilte Mainz-Präsident Harald Strutz zur Halbzeit am "Sky"-Mikrofon.

Nach einer Stunde setzte Tuchel mit einem Dreier-Wechsel alles auf eine Karte. Der Ex-Schalker Lewis Holtby, Marco Caligiuri und Adam Szalai kamen für Elkin Soto, Marcel Risse und Andreas Ivanschitz. Auch diese Maßnahme drohte zu verpuffen, bis fast aus dem Nichts Mainz die Chancen zum Ausgleich geschenkt bekam. Nach einem Patzer von Christoph Metzelder brachte Neuer Szalai zu Fall und hielt wenig später Schürrles Strafstoß. Szalais abgefälschter Nachschuss traf nur die Latte. Die Mainzer blieben bis zum Schluss bemüht, konnten sich aber keine klaren Torchancen mehr erspielen.

Gladbach wie ein Absteiger


Am Nachmittag kassierte Borussia Mönchengladbach im Spiel gegen den SC Freiburg en nächsten Rückschlag. Der Tabellenletzte präsentierte bei der 0:3 (0:2)- Niederlage im Breisgau so angeschlagen, als hätte er den Glauben an seine Rettung verloren. Die Mannschaft gab sich nach dem Freiburger Führungstreffer durch Papiss Demba Cissé (19.) praktisch auf. Präsident Rolf Königs verließ nach den weiteren Toren von Oliver Barth (41.) und Cissé (59.) frustriert das Stadion. Und die Gladbacher Fans zeigten eine besondere Form des Protests: Sie sahen dem erschreckend harmlosen Spiel ihres Teams schweigend zu.

Nur die sportliche Leitung der Borussia bleibt nach der vierten Niederlage in Serie bei ihrer standhaften Linie. Für Trainer Michael Frontzeck ist ein Rücktritt nach wie vor "keine Option". Und ein Rauswurf des 46-Jährigen kommt für den Club zumindest bis zum letzten Hinrunden-Spiel am Freitag gegen den Hamburger SV nicht infrage. "Natürlich wird es jetzt nicht ruhiger. Wir müssen da jetzt im Sturm stehen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Die Nachfrage nach einer möglichen Ablösung Frontzecks beantwortete er mit einem "Nein".

Kritik an Frontzeck und Eberl wächst


Dabei gehen dem mittlerweile sogar von Vereinslegenden wie Berti Vogts kritisierten Tandem langsam die Argumente aus. Das 0:3 von Freiburg war aus Gladbacher Sicht ein Spiegelbild dieser bislang so verkorksten Saison. Eine Viertelstunde lang spielte die Mannschaft mutig und entschlossen und hätte durch Juan Arango (6.) und Mohamadou Idrissou (16.) sogar in Führung gehen können. "Bei uns fällt das Tor nicht, und im Gegenzug kriegen wir dann das 1:0", haderte Frontzeck. Danach kam von seinem Team abgesehen von einer durch Freiburgs Heiko Butscher unfreiwillig eingeleiteten Großchance (32.) nichts mehr.

Zum großen Pech der Borussen vergrößerten Verteidiger Roel Brouwers (Verdacht auf Gehirnerschütterung) und Stürmer Idrissou, der mit der Hüfte an den Pfosten prallte, die Verletztenliste.

tis/DPA / DPA

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