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Fußball-Bundesliga: Alle Sonntagsspiele endeten 1:1

Schön war das alles nicht: Die "Pflegefälle" der Liga, HSV und Hertha, trennten sich ebenso 1:1 wie Schalke und Frankfurt.

Der "Horror-Lauf" von Hertha BSC setzt sich fort. Mit seinem Ausgleichstor in der ersten Minute der Nachspielzeit stieß der Hamburger Ersatzmann Björn Schlicke die weiter sieglosen Berliner beim 1:1 (0:1) zurück ins Tal der Tränen, nachdem Arne Friedrich mit seinem Treffer in der 32. Minute die Katastrophen-Wochen schon beendet zu haben schien. Vor 36.876 Zuschauern im Olympiastadion boten die bis dato als "Pflegefälle" der Liga verspotteten Traditionsclubs magere Kost. Während der HSV, der nach fünf Niederlagen in Serie erstmals wieder in der Hauptstadt punktete, weiter Vorletzter ist, verharrt die Hertha auf Rang 14.

Stevens mit harter Hand

Nach einer Woche, in der die Berliner Luft mehr denn je brannte und Trainer Huub Stevens seine harte Welle durchzog, mühte sich die Hertha redlich. Leidtragender der unerbittlichen Trainer-Hand war vor allem Bayern-Zugang Niko Kovac. Überraschend dabei waren Luizao - zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an - und auch Marko Rehmer, der wegen einer Schulterprellung eigentlich verletzt gemeldet war.

Drei Tage nach der Nullnummer im UEFA-Cup gegen Grodzisk wollte allerdings kein rechter Spielfluss aufkommen. Was zum einen daran lag, dass sich Kurt Jaras HSV tief zurückzog. Wie beim 2:1 gegen Dnjepropetrowsk vertraute der Trainer auf eine Dreier-Abwehrkette, in der Björn Schlicke den Gelb/Rot gesperrten Kapitän Nico-Jan Hoogma ersetzte. Zum anderen lag es aber auch daran, dass die Berliner nichts zu Stande brachten über Außen. Auch Roberto Pinto nicht, der aufgeboten worden war, um auf rechts Druck zu machen.

Winkel zu klein für Bobic

Erst nach 18 Minuten kam erstmals Stimmung auf im Olympiastadion. Hartmanns Drehschuss konnte HSV-Keeper Martin Pieckenhagen nur abklatschen, doch der Winkel war zu klein für Fredi Bobic. Kaum zwingende Kombinationen und kaum Chancen - also musste eine so genannte Standardsituation die Hertha-Führung bringen. Nach Foul an Bart Goor zirkelte Andreas Neuendorf den Ball auf Friedrich, der ins linke Eck köpfte.

Als würde sich die ganze Anspannung entladen, sprang Stevens ("Wir wollen unseren Horror-Lauf beenden") in die Luft und ballte die Becker-Faust. Der HSV brachte Naohiro Takahara, der den an alter Wirkungsstätte enttäuschenden Stefan Beinlich ersetzte. Ohne Erfolg. Bis Ersatzmann Schlicke kam und mit einem abgefälschten Schuss traf.

Schalke versinkt im Mittelmaß

Der FC Schalke 04 versinkt im Bundesliga- Mittelmaß und vergrault seine treuen Fans. Nach dem 1:1 (1:1) gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes seit vier Spieltagen ohne Sieg. Dario Rodriguez (33.) brachte die Gelsenkirchener vor 61.266 Zuschauern zwar mit 1:0 in Führung. Doch Frankfurts Chris glich nach einem Konter postwendend aus (37.). Schalke rutschte mit nur sieben Punkten aus sieben Spielen auf Platz 12 ab, Frankfurt rangiert als 15. weiter vor den Abstiegsplätzen.

Ausverkaufte Arena, enttäuschte Fans

Die Arena «AufSchalke» war im vierten Heimspiel der Saison zum vierten Mal ausverkauft. Doch die Schalke-Fans wurden ein weiteres Mal enttäuscht. Frankfurt, das auswärts inzwischen erfolgreicher spielt als zu Hause, agierte aus einer gut gestaffelten Abwehr heraus und ohne Risiko nach vorn. Das funktionierte eine halbe Stunde lang, dann kamen die Platzbesitzer zu ersten guten Möglichkeiten.

Bei einem Kopfball von Rodriguez klärte Markus Kreuz vor der Linie (29.), einen 30-m-Schuss von Tomasz Hajto entschärfte Oka Nikolov (32.). Rodriguez’ zweiter Versuch war dann von Erfolg gekrönt. Der Abwehrspieler aus Uruguay versenkte eine Flanke von Hamit Altintop per Kopf zur 1:0-Führung (33.). Es war das dritte Saisontor des Südamerikaners.

Unter Pfiffen in die Pause

Die Eintracht, bei der der Ex-Schalker Andreas Möller über weite Strecken blass blieb und Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde, reagierte trotzig und konterte Schalke im eigenen Stadion aus. Chris, der für den gesperrten Ervin Skela erstmals in dieser Saison von Beginn an spielte, war Ausgangs- und Endpunkt bei der einzigen Chance der Gäste, die sie eiskalt zum Ausgleich nutzten (37.). Die Schalker Profis wurden wegen dieser Nachlässigkeit mit Pfiffen in die Pause verabschiedet.

Besser wurde das Spiel jedoch auch in der zweiten Halbzeit nicht. Beide Teams pegelten sich auf armseligem Niveau ein, und Frankfurt begnügte sich nicht mehr nur mit Abwehraktionen. So tauchte Eintrachts einzige Spitze Du-Ri Cha frei vor Frank Rost auf. Doch der Koreaner schoss den Schalke-Torwart an (65.). Selbst ein Sieg für Frankfurt lag am Ende noch im Bereich des Möglichen.

DPA

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