HOME

Fußball-Bundesliga: Bayern verpassen große Chance

Keine Vorentscheidung im Titelkampf: Bayern München hat gegen Bayer Leverkusen ein mühsames Unentschieden erkämpft. Schalke blamierte sich gegen Hannover. Dortmund verlor in Mainz und Bremen schoss Freiburg ab.

Bayern München versäumte es, einen großen Schritt Richtung Meistertitel zu machen: Der Rekordmeister erkämpfte sich am Samstagabend beim Tabellendritten Bayer Leverkusen ein 1:1. Statt den Abstand auf Verfolger Schalke zu vergrößern, die überraschend in Hannover mit 2:4 verloren, beträgt der Vorsprung der Münchner in der Tabelle nur zwei statt möglicher vier Punkte. Durch den wertvollen Heimsieg verbesserten sich die Hannoveraner (27) auf Relegationsrang 16 vor dem SC Freiburg (25), der klar mit 0:4 (0:1) bei Werder Bremen verlor. Hertha BSC (22) bleibt nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart Tabellenletzter.

Bayern München ist seiner 22. Meisterschaft lediglich ein kleines Stück nähergekommen. Drei Stunden nach der Schlappe von Verfolger FC Schalke 04 kamen die Münchner bei Bayer Leverkusen nicht über ein 1:1 hinaus und haben nur zwei Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten. Nach einer mäßigen ersten Halbzeit brachte Arjen Robben (51. Minute/Foulelfmeter) die Bayern zwar in Führung, doch Arturo Vidal (59.) rettete Bayer 04 den verdienten Teilerfolg. Bei weiterhin sechs Zählern Rückstand auf die Münchner dürfte die Meisterschaft für Leverkusen zwar außer Reichweite sein, ein Champions-League-Platz ist aber weiterhin drin.

Bayern wirken zunächst müde


Drei Tage nach dem Einzug in das Halbfinale der Champions League gegen Manchester United wirkten die Bayern zunächst ein wenig müde, dominierten aber die Partie. Die Leverkusener taten sich in der von Taktik geprägten Partie schwer, den Rekordmeister in Bedrängnis zu bringen. Sportlich gesehen wurde den Zuschauern kein Spitzenspiel geboten.

Die erste Einschussmöglichkeit bot sich Nationalspieler Gomez, der sich schön durchspielte, aber am langen Eck vorbeizielte. Erst nach rund einer halben Stunde konnte sich die Werkself befreien - und prompt stellten sich gute Chancen ein. Eren Derdiyok (32.) zwang per Kopf den Ex-Leverkusener Jörg Butt im Bayern-Tor zur Glanzparade und Tranquillo Barnetta traf aus zehn Metern nur den Außenpfosten (38.). Die glänzende Vorarbeit hatte hier der von den Bayern ausgeliehene Toni Kroos geliefert, der nach Aussage von Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler nach dieser Saison zurück nach München gehen wird.

Zweite Halbzeit ist ansehnlicher


Nach Wiederanpfiff wurde das Niveau deutlich besser. Nach einem ungeschicktem Foul von Castro an dem schwachen Franck Ribéry verwandelte Robben den fälligen Strafstoß eiskalt – sein elftes Saisontor. Die Leverkusener reagierten mit wütenden Angriffen, hatten aber zunächst das Pech auf ihrer Seite. Erst traf Stefan Kießling per Kopf (57.), dann der starke Kroos mit einem Freistoß den Pfosten (59.) - doch Vidal stand in dieser Situation goldrichtig und traf zum verdienten Ausgleich.

In der Schlussphase mühten sich beide Mannschaften um den Sieg, den zunächst ausgerechnet Kroos vergab. Er war Bayers Bester, schoss das Leder aber in der 77. Minute aus acht Metern Entfernung am Tor vorbei. Und Derdiyok (89.) scheiterte nach einem kapitalen Fehler von Martin Demichelis am stark reagierenden Bayern-Schlussmann Butt.

Schalke blamiert sich


Schalke 04 blamierte sich beim Abstiegskandidaten Hannover 96 kräftig. Eine Woche nach der Niederlage gegen Bayern München erlitt das Team von Trainer Felix Magath eine unerwartete 2:4 (0:2)-Pleite beim Tabellenvorletzten. "Wir haben zu Beginn zu wenig getan und keinen Siegeswillen gezeigt. Nach der Pause konnte man sehen, dass mehr drin wir. Letztlich hat dann ein Sonntagsschuss von Hanno Balitsch die offene Partie entschieden", analysierte Magath äußerlich ruhig die turbulente Partie, nach der es für Schalke sehr schwer werden wird, doch noch den Titel zu erringen.

Ein Eigentor des Schalker Verteidigers Heiko Westermann (17. Minute) leitete den Torreigen ein. Der zweifache Torschütze Didier Ya Konan (29./90.+2) und Hanno Balitsch (80.) mit einem fulminanten Schuss erzielten die anderen Treffer für 96. Zwei schnelle Tore nach der Halbzeit von Edu (46.) und Ivan Rakitic (52./Foulelfmeter) konnten die Schalker Blamage nicht verhindern.

Vor allem die Abwehr, ansonsten das Schalker Aushängeschild, präsentierte sich ohne den gesperrten Abwehrchef Marcelo Bordon völlig von der Rolle. "Das ist nicht so einfach zu erklären. Wir haben uns wie eine Amateurmannschaft verhalten. Das zweite Tor geht auf meine Kappe", sagte Torhüter Manuel Neuer. Auch der Nationalspieler hatte einen schwarzen Tag erwischt. Er stand oftmals zu weit vor dem Tor und wurde beim 0:2 getunnelt. Der starke Ivorer Ya Konan schob den Ball durch Neuers Beine und machte unmittelbar vor dem Abpfiff mit seinem achten Saisontor die Sensation perfekt.

Lesen Sie weitere kurze Spielberichte auf der nächsten Seite.

Dortmund ohne Torchancen
Bei der Rückkehr von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp an die frühere Wirkungsstätte setzte sich die Sieglos-Serie des BVB in Mainz mit dem 0:1 beim FSV 05 fort. Der BVB hatte insgesamt zwar mehr vom Spiel, doch Adam Szalai (30.) schoss den Halbzeit-Vorsprung des Aufsteigers heraus. Nach der Pause drängten die Westfalen zwar vehement auf das 1:1, konnten den Rückschlag im Kampf um den zur Champions-League- Qualifikation berichtigenden dritten Rang aber nicht verhindern.

Werder Bremen untermauerte seine Ansprüche auf den internationalen Startplatz durch einen ungefährdeten 4:0 (1:0)-Erfolg über den SC Freiburg. Claudio Pizarro (35./56.) mit seinem Saisontreffern 13 und 14 sowie Aaron Hunt (53.) und Mesut Özil (66.) trafen für die heimstarken Bremer. Die Breisgauer, die zuletzt 1998/99 an der Weser gesiegt hatten, stehen in der Abstiegszone nun gewaltig unter Druck.

Hertha ist bald am Ende


Immer bedrohlicher wird die Lage für Hertha BSC, das seit 245 Tagen auf den zweiten Heimsieg dieser Saison wartet. Auch gegen den VfB Stuttgart reichte es vor 25 000 Zuschauer - mehr Fans waren wegen der Randale nach dem Heimspiel gegen Nürnberg nicht zugelassen - nicht zum dringend benötigten Dreier. Im Gegenteil: Der erst nach der Pause eingewechselte Nationalspieler Cacau (74.) machte den vierten Sieg in Serie für das erfolgreichste Rückrunden-Team noch perfekt.

Nach zuletzt vier Heimspielen ohne Sieg fand 1899 Hoffenheim beim 0:2 (0:0) auch gegen den 1. FC Köln nicht wie erhofft auf den Erfolgsweg zurück. Adam Matuschyk (46./82.) traf nach der Pause gleich doppelt für die Rheinländer perfekt, die sich dadurch weiter aus der Gefahrenzone entfernten.

DPA/tis / DPA

Wissenscommunity