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Fußball-Bundesliga: Schalke siegt im Ruhrpott-Derby

Das schärfste aller Derbys verläuft hektisch, über weite Strecken ausgeglichen. Nach Dortmunder Führung durch Sahins Elfmeter, schafft Schalke den Ausgleich. Am Ende trifft Rakitic mit einem Traumtor zum 2:1 für die Gelsenkirchener.

Ivan Rakitic bescherte dem FC Schalke 04 im 135. Revierderby damit einen prestigeträchtigen Sieg gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund. Der Kroate sorgte am Freitagabend mit seinem Treffer in der 83. Minute für den 2:1 (0:0)-Erfolg in einer packenden Partie. Zuvor hatte Schalkes Verteidiger Benedikt Höwedes (66. Minute) per Kopf die BVB-Führung durch einen von Nuri Sahin verwandelten Foulelfmeter (47.) ausgeglichen. Mit dem Sieg vor 61 673 Zuschauern in der Gelsenkirchener WM-Arena festigten die Schalker (48 Punkte), die den längeren Atem hatten, den dritten Platz in der Fußball-Bundesliga. Die Borussia ist mit 39 Zählern weiter Fünfter.

Schalkes Trainer Felix Magath, dessen Torhüter Manuel Neuer nach sechs Zu-Null-Siegen in Serie in der Veltins-Arena erstmals wieder hinter sich greifen musste, hatte mal wieder eine Überraschung parat. Erstmals seit fünf Spielen stand Edu in der Startelf. Der Brasilianer kam für Joel Matip, hatte aber wie Sturmpartner Kevin Kuranyi im 4-4-2-System kaum gute Szenen. Bei den Dortmundern agierte Nelson Valdez für Torjäger Lucas Barrios (Gelbsperre) als einzige Spitze. Erstmals in dieser Saison stand nach mehreren Leisten-Operationen Sebastian Kehl im BVB-Kader, der am Ende noch eingewechselt wurde.

Keine fußballerische Feinkost

Die Schalker, die gegen den Rivalen die letzte Heimniederlage vor fast fünf Jahren kassiert hatten, kamen zu Beginn kaum gefährlich vor das BVB-Tor. So hatte der Gegner die erste Chance. Ausgerechnet der mit lauten Pfiffen empfangene Kevin Großkreutz, der Neuer nach dem 0:1 im Hinspiel eine Tätlichkeit vorgeworfen hatte, hatte freie Bahn, konnte Schalkes Keeper (8.) mit einem schwachen Schuss aber nicht überwinden. Kurz darauf zögerte Großkreutz zu lange mit dem Abschluss.

Nach einem Foul von Höwedes an Jakub Blaszczykowski hätte Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) wohl auf Elfmeter entscheiden können, sah den Tatort aber außerhalb des Strafraums. "Ich glaube es war innerhalb", sagte dagegen Hans-Joachim Watze dem TV-Sender Sky. Ansonsten war der BVB-Geschäftsführer wie die Fans wenig begeistert von der eher schwachen Partie: "Es ist nicht gerade fußballerische Feinkost, sondern eher ein Abnutzungskampf."

Schalke mit wütenden Angriffen

Für erste Gefahr vor dem Borussen-Tor sorgte Marcelo Bordon (26.), dessen Distanzschuss Roman Weidenfeller einige Mühe bereitete. Eine Minute später schlug Mohamed Zidan Bordons Kopfball von der Linie. Schalke tat sich schwer mit dem Spielaufbau, weil der BVB geschickt die Räume zustellte und früh störte. Dennoch hätte Jefferson Farfan (42.) für die wenig kreativen Schalker sogar die Führung erzielen können.

Kurz nach Wiederanpfiff erkannte Gräfe dann auf Strafstoß, weil Ivan Rakitic BVB-Stümer Valdez auf den Fuß trat. Nuri Sahin (47.) ließ Neuer keine Chance, der nach 632 Heim-Minuten den ersten Gegentreffer kassierte. Schalke antwortete mit wütenden Angriffen und wurde durch den Kopfballtreffer von Höwedes nach einem Freistoß von Lukas Schmitz belohnt. In der Schlussphase hielt Dortmund, bei dem Sebastian Kehl nach langer Verletzungspause vier Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, dem großen Schalker Druck zunächst mit Glück und Geschick stand. Dann aber sorgte Rakitic mit seinem zweiten Saisontor doch noch für den Sieg der Hausherren.

DPA/ins / DPA

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