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FUSSBALL: Nicht schön, aber erfolgreich

Eine mittelmäßige Leistung genügte: Mit einem 2:0 gegen Albanien gelang der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der fünfte Sieg im sechsten Spiel der WM-Qualifikation.

Mit einem glanzlosen 2:0-Sieg in Albanien hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen beruhigenden Schlusspunkt unter das erste Jahr unter Teamchef Rudi Völler gesetzt. Tore von Marko Rehmer (28.) und Michael Ballack (68.) brachten die DFB-Auswahl am Mittwochabend vor 18 000 Zuschauern im Qemal-Stafa- Stadion von Tirana der Weltmeisterschaft ein großes Stück näher und machten den ersten Erfolg gegen die Südeuropäer mit mehr als einem Treffer Differenz seit 1981 perfekt.

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Nach dem fünften Sieg im sechsten WM-Qualifikationsspiel hält die DFB-Auswahl nun alle Trümpfe in der Hand, um in den beiden noch ausstehenden Heimbegegnungen gegen England (1. September) und Finnland (6. Oktober) die Tickets zur WM in Japan und Südkorea als Sieger der Gruppe 9 direkt zu lösen. Einziger Wermutstropfen war die völlig ungerechtfertigte Rote Karte für Carsten Ramelow (37.).

Deisler auffälligster deutscher Spieler

In den letzten 90 Minuten der Saison genügte der deutschen Mannschaft auf holprigem Boden eine kämpferisch überzeugende Vorstellung, um die ersehnten drei Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Der nach seiner Sperre als Denker und Lenker ins Team zurückgekehrte Sebastian Deisler war auffälligster deutscher Akteur und spielte mit viel Risiko.Daneben steigerte sich Michael Ballack nach schwachem Beginn erst im zweiten Durchgang und wurde für seinen Eifer mit dem Treffer zum 2:0 belohnt. Für Rudi Völlers »Dauerbrenner« Ramelow endete die Partie nach 758 Länderspiel-Minuten in dieser Saison vorzeitig. Oliver Kahn war zwischen den Pfosten der gewohnt sichere Rückhalt und leistete sich nur einen Fehler, den aber Bushi (65.) beinahe mit dem Ausgleich bestraft hätte.

Gerald Asamoah kämpfte auch bei seinem dritten Einsatz in der A-Nationalmannschaft um jeden Ball, war aber in defensiverer Rolle nicht so wirkungsvoll wie zuletzt. Ein glatter Ausfall war auf der linken Seite Christian Ziege. Dem Liverpooler Dauerreservisten war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken. Der nach dem Finnland-Spiel wegen seiner Schnitzer hart kritisierte Jens Nowotny war als Abwehrchef erneut nicht der ruhende Pol der Hintermannschaft. In vorderster Front hatten Oliver Neuville und Carsten Jancker einen schweren Stand gegen die kompromisslos zur Sache gehenden albanischen Abwehrspieler. Vor allem der Bayern-Stürmer wirkte oft glücklos. Neuville machte nach der Pause Platz für Alexander Zickler.

Zu viele Ballverluste

In einer zerfahrenen Begegnung bot sich der deutschen Mannschaft in der 4. Minute die erste Möglichkeit durch Marko Rehmer, der eine Ecke von Deisler über das Tor köpfte. Weitere Angriffsversuche wurden von den Albanern durch konsequentes Stören meist schon im Mittelfeld unterbunden.Zudem leistete sich das DFB-Team zu viele Ballverluste gegen einen Gegner, der durch Bushi (13.) zu seiner ersten Chance kam. Der Angreifer von Istanbulspor hob den Ball aus abseitsverdächtiger Position über Kahn, aber auch über das Tor. Zehn Minuten später lief Murati auf der linken Seite Carsten Ramelow auf und davon und prüfte Kahn aus spitzem Winkel.

Als der deutschen Elf das Spiel mehr und mehr aus der Hand zu gleiten drohte, sorgte Rehmer zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt für die beruhigende Führung. Der Berliner traf aus kurzer Distanz per Kopfball, nachdem Jancker eine Ecke von Neuville mit dem Kopf verlängert hatte. Danach sorgte der französische Schiedsrichter Veissiere für Aufregung auf dem Rasen und Unverständnis bei den Beobachtern. Nach einer Rangelei zwischen Murati und Ballack schickte er den Albaner und den völlig unbeteiligten Ramelow mit der Roten Karte vorzeitig in die Kabine. Als Neuville den Ball kurz vor der Pause zum zweiten Mal im Tor von Strakosha unterbrachte, wurde er dagegen wegen Abseits zu Recht zurückgepfiffen.

Mehr Chancen in der zweiten Hälfte

Nach Wiederanpfiff nahm die deutsche Mannschaft unter Deislers Regie das Heft in die Hand. Nach einem Pass des 21-Jährigen scheiterte wiederum der offensivstarke Rehmer (51.) an Strakosha. Danach scheiterte Jancker zwei Mal in aussichtsreicher Position. Nachdem Kahn einen 25-Meter-Freistoß von Bushi (60.) nur mit Mühe entschärfen konnte und fünf Minuten später gegen den wendigen Angreifer erneut im Blickpunkt des Geschehens stand, gelang Ballack das erlösende 2:0 gegen die nie aufsteckenden Südeuropäer. Der Leverkusener erkämpfte sich den Ball in der gegnerischen Hälfte, umspielte mehrere Kontrahenten und ließ Strakosha keine Chance.

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