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Fußball-Presseschau: Reiskörner und Blumen für Ribery

Karlsruhe steht Franck Ribéry Spalier; Stuttgart und Bremen bieten das übliche Spektakel, doch die Brüchigkeit beider Teams ist nicht zu übersehen. stern.de und "indirekter Freistoß" blicken in die Gazetten.

Jörg Hanau (Frankfurter Rundschau) kann die Tabelle lesen und setzt einen Haken unter die nächste Meisterschaft des FC Bayern, die er aber bloß als Warmlaufen versteht: "Über allem thront, wie von vielen vorausgesagt, der FC Bayern. Nach überstandenem Herbststurm machen sich in München bereits erste Frühlingsgefühle breit. Die Bayern sind durch und können sich allenfalls noch selbst vom Thron stürzen. Ob sich die Plünderung des Festgeldkontos wirklich gelohnt hat, wird aber erst die neue Saison zeigen, wenn sich die von Hitzfeld zusammengestellte Mannschaft unter Klinsmann als europäisches Spitzenteam beweisen muss. Denn nichts anderes schwebt den Bayern-Bossen vor. Der Gewinn einer weiteren deutschen Meisterschaft ist zwar gewünscht, der Sieg im DFB-Pokal und im Uefa-Cup sind ernstzunehmende Ziele. Aber über allem steht die Rückkehr auf den angestammten Platz im europäischen Fußballadel - in der Champions League."

Klaus Hoeltzenbein (Süddeutsche Zeitung) hat von den Karlsruher Abwehrspielern mehr Widerstand gegen die Bayern und ihren Hauptdarsteller erwartet: "Das Mitwirken von Franck Ribéry macht jede Niederlage erträglicher. Er ist zu einer übergeordneten Autorität geworden. Sobald er aktiv beteiligt ist, tut's nicht mehr gar so weh. Vielleicht sollten die Bayern aber, um die Zeremonie noch eindrucksvoller wirken zu lassen, den Gegnern Reiskörner oder Blumen zur Verfügung stellen, die sie in den Weg werfen können, sobald der Franzose antritt. Auch Seifenblasen könnten solch ein Solo noch einmal verschönern. Der Sieg hatte einiges von einem gelungenen Illusionstheater. Die Zuschauer zogen unter dem Eindruck ins Wochenende, etwas Großartiges erlebt zu haben."

Christof Kneer (Süddeutsche Zeitung)

führt den 6:3-Sieg der Stuttgarter gegen Bremen auf die Dominanz Mario Gomez' zurück: "Es war das spektakulärste Spiel dieser Saison, aber die Wahrheit hinter dem Spektakel war erschütternd banal. Die Wahrheit hieß Gomez. Und es waren ja nicht nur die Tore, die einem bedenklich wackelnden VfB zu Hilfe kamen. Gomez' Spiel verlieh der Mannschaft so viel Zutrauen, dass sie gar nicht anders konnte, als sich in die alte meisterhafte Offensivform hineinzusteigern. Auf den ersten Blick sah der VfB wieder aus wie einst im Mai, auf den zweiten Blick aber war er das krasse Gegenteil. Im Mai ist der VfB deutscher Mannschaftsmeister geworden, aber so langsam wird Fußball in Stuttgart zur Individualsportart - betrieben von einem, dessen Spielweise die Liga selten erlebt hat. In dieser kolossalen Veranlagung paart sich Wucht mit Eleganz, Gomez ist ein Dribbelbrecher und ein Brechdribbler, er ist Sprengmeister und Spitzentänzer. (…) Es ist nicht mehr zu übersehen, dass hier ein Spieler gerade dabei ist, aus der Bundesliga herauszuwachsen."

Christian Kamp (Frankfurter Allgemeine Zeitung) rügt die Abwehrschwäche der Bremer: "Eine Spitzenmannschaft sind die Bremer derzeit nicht. Diese Erkenntnis, die nach dem mühsamen Start in die Rückrunde allmählich gedämmert war, wurde an diesem schwarzen Samstag zur Gewissheit. Man brauchte gar nicht auf die Tabelle zu schauen, um sich zu fragen, wie eine Mannschaft Meister werden soll, die dreimal so viele Gegentore kassiert hat wie der Tabellenführer. Die neunzig Minuten auf dem Platz hatten völlig gereicht, um die Bremer Naivität zu studieren. Einen Titel zu holen - erst recht einen, der die Konstanz belohnt - scheint derzeit außerhalb der Bremer Reichweite."

Beim Spiel zwischen Bielefeld und Schalke (0:2) stehen die Trainer im Mittelpunkt - Roland Zorn (Frankfurter Allgemeine Zeitung) erkennt beruhigende Signale auf beiden Seiten: "Zeitenwende auf Schalke nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen: Das könnte auch für Trainer Mirko Slomka gelten, dem die Vereinsspitzen erst einmal bis zum Saisonende weiter vertrauen wollen. Rüttelte vornehmlich Präsident Josef Schnusenberg zuletzt heftig an der Autorität Slomkas, verschaffte sich der Coach mit Hilfe seines Teams durch den Sieg in Porto und die Fortsetzungsgeschichte in Bielefeld neue Sicherheit am Arbeitsplatz. Voll des guten Glaubens sind sie trotz allem inzwischen auch wieder in Bielefeld. Die Fans, noch vor vierzehn Tagen außer sich vor Wut nach der.0:2-Heimschlappe gegen die genauso schlechten Duisburger, standen diesmal hinter ihrer Mannschaft. ‚Frontzeck raus'-Rufe wurden nicht mehr laut, und auch die Vereinsspitze hat inzwischen anders als die der Schalker eindeutig Position bezogen. Sie verschaffte dem Bielefelder Trainer eine Jobgarantie bis zum Saisonende."

Philipp Selldorf (Süddeutsche Zeitung)

hält die Argumente der Gegner technischer Hilfsmittel für Schiedsrichter für an den Haaren herbeigezogen: "In Kombination mit Magnetfeldern im Strafraum und Sensoren an den Toren ist der vom Fifa-Ausrüster Adidas entwickelte Chip-Ball angeblich imstande, die elementare Frage zu klären, ob das Ding drin war oder nicht. Die Gesetzgeber der Fifa misstrauen der Effizienz dieser Technik. Die weiteren Kriterien des Gremiums lassen jedoch darauf schließen, dass sich vor allem eine konservative Furcht vor Veränderung durchgesetzt hat. Von der ‚Allgemeingültigkeit der Regeln' ist die Rede und davon, dass das System ‚der Autorität der Schiedsrichter geschadet hätte', wie Blatter anführte. Dieses Argument ist besonders wunderlich. Der Autorität des Schiedsrichters Osmers hat es jedenfalls nicht genutzt, als er 1994 den legendären Schuss von Thomas Helmer ins Aus zum Tor beförderte. (…) Der Fußball würde nicht dadurch entmenschlicht werden, dass man durch Technik Aufschluss darüber erhält, ob der Ball drin war oder nicht. Und er wird andererseits auch nicht dadurch humaner, dass statt der Technik nun Arbeitsplätze für zwei Torrichter eingeführt werden."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(