HOME

FUSSBALL: Sperre für Funkel, Freispruch für Rydlewicz

Bundesligist Hansa Rostock muss am Samstag im Abstiegs-Duell gegen den VfL Bochum ohne seinen Trainer Friedhelm Funkel auf der Bank auskommen.

Bundesligist Hansa Rostock muss am Samstag im Abstiegs-Duell gegen den VfL Bochum ohne seinen Trainer Friedhelm Funkel auf der Bank auskommen. Wegen unsportlichen Verhaltens (stern.de berichtete) hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem 47-Jährigen am Donnerstag ein Innenraum-Aufenthaltsverbot erteilt. Dazu muss der Coach, der Schiedsrichter Jürgen Aust (Köln) im Spiel bei Hertha BSC (0:1) Betrug vorgeworfen hatte, 25 000 Mark Geldstrafe bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig und sofort vollziehbar.

Rydlewicz bleibt straffrei

Dafür kann der Tabellen-13. am Samstag seinen Mittelfeldspieler Rene Rydlewicz wieder einsetzen. Im Anschluss an die Funkel-Verhandlung stellte das Gremium unter dem Vorsitz von Rainer Koch (Poing) das Verfahren gegen den 27-Jährigen wegen Schiedsrichter-Beleidigung ein. Rydlewicz konnte nicht »zweifelsfrei« nachgewiesen werden, dass er Schiedsrichter Aust mit den Worten »Das war aber Beschiss« beleidigt hat.

Funkel hatte Aust am vergangenen Samstag Betrug vorgeworfen, weil der Unparteiische eine Auswechslung verhindert haben soll, die der Coach nach einem Foul am Rostocker Kai Oswald beim Schiedsrichter- Assistenten Trautmann angezeigt hatte. Direkt nach der Fortsetzung des Spiels - ohne Auswechslung - gelang Hertha das 1:0-Siegtor. Vor laufenden Fernseh-Kameras wiederholte Funkel den Betrugs-Vorwurf direkt nach dem Spiel vier Mal.

Einsicht bei Funkel

»Das Urteil ist nachvollziehbar. Ich habe mich einfach nicht korrekt verhalten«, meinte der Coach nach der mehr als dreistündigen Verhandlung in der DFB-Zentrale. Weder sein Anwalt Christoph Schickhardt (Ludwigsburg) noch der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert (Bexbach) wollten Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Gremiums einlegen. Hilpert hatte in seiner Anklage zwei Spiele Sperre und 20 000 Mark Geldstrafe gefordert, weil er Funkel »taktische Reue« bei seinen Einlassungen zu dem Betrugsvorwurf unterstellte.

Allein die Wiederholungen des Betrugsvorwurfs bei den Interviews wertete Koch in seiner Urteils-Begründung strafverschärfend. »Das war massives unsportliches Verhalten, weil sich der Trainer über die Wirkung dieser Interviews vor TV-Kameras bewusst sein muss.« Ein Bundesliga-Trainer habe bei dem Millionen-Publikum Vorbildfunktionen für die Jugend. Man habe von zwei Sperren Abstand genommen, weil »Funkel die Chance gegeben werden muss, sich in Zukunft anders zu verhalten«.

Funkel war bereits 1998 als Trainer des MSV Duisburg wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Innenraumsperre für ein Pflichtspiel sowie im vergangenen Dezember mit der selben Begründung zu einer Geldstrafe von 7500 Mark verurteilt worden. »Ich werde ab sofort Konsequenzen ziehen, direkt nach dem Spiel keine Interviews mehr geben. Ich werde erst in die Kabine gehen und mich fünf Minuten abreagieren. Ich glaube, das ist der einzige Weg, um nicht wieder bei solchen Stresssituationen Gefahr zu laufen, ähnliche Äußerungen zu machen«, zeigte sich Funkel einsichtig

Wissenscommunity