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International: Die Spieler des Monats Januar

Es war sein Monat: Francesco Totti beendete seine Tor-Durstrecke, brach einen Uraltrekord und darf von der Nationalelf träumen, bekam allerdings auch eine Zukunft in einer eher zweifelhaften Branche bescheinigt. Neben dem Römer dürfen sich auch zwei Deutsche über unsere Auszeichnung zum Spieler des Monats freuen.

Neuer Monat, neues Glück. Welche Spieler haben uns in den zurückliegenden Wochen seit Jahresbeginn in den vier großen europäischen Ligen am meisten beeindruckt? Wie auch schon bei der Dezember-, November- und der Oktober-Ausgabe sei wieder vorausgeschickt: Unsere Redaktion legt die Spieler des Monats unabhängig von Notensystemen fest. Bewertet werden ausschließlich die in Bundesliga, Premier League, Primera Divison bzw. Serie A erbrachten Leistungen.

Wieviele Tore und Vorlagen gehen auf die Konten der Stürmer, wie spielbestimmend war ein Mittelfeldakteur, wer hat den Laden in der Defensive besonders zusammengehalten? Anhand solcher Kriterien wird eine Vorauswahl getroffen, ehe die Redaktion dann die Sieger kürt.

Diesmal haben es uns drei Spieler angetan, die nach langer Durststrecke wieder zu Bestform aufgelaufen sind, sowie ein Youngster, der sich auch von dem großen Wirbel um seine Person nicht irre machen lässt und konstant seine tolle Form hält.

Serie A: Francesco Totti (Roma)

"Entschuldigt die Verspätung", hatte Francesco Totti auf sein Shirt drucken lassen, das er Anfang Januar nach seinem Doppelpack gegen Chievo den Fans präsentierte. Seine ersten beiden Saisontreffer beendeten nicht nur die quälend lange achtmonatige Durststrecke, sondern waren nur der Aufgalopp zu einem bärenstarken Monat, der den 35-Jährigen in die Geschichtsbücher und in das Notizbuch von Nationaltrainer Cesare Prandelli brachten sowie zu unserem Serie A-Spieler des Monats werden ließen.

Totti ließ seinen zwei Treffern gegen Verona beim 5:1 über Cesena noch einen weiteren Doppelpack folgen, durch den er seine Torausbeute für die Roma auf insgesamt 211 Treffer schraubte. Damit verbesserte er den 56 Jahre alten Rekord von Gunnar Nordahl (zwischen 1949 und 1956 210 Tore für Milan), der bis dato die Bestmarke der meisten für einen einzigen Club erzielten Serie A-Tore gehalten hatte. Tottis Bilanz würde noch besser stehen, wenn ihm beim 1:1 gegen Bologna nicht das Aluminium im Weg gewesen wäre. Seiner auch in diesem Spiel starken Leistung tat das keinen Abbruch.

Mittlerweile ist er trotz relativ hohen Fußballer-Alters fast sechs Jahre nach seinem letzten Länderspiel auch wieder zum heißen Kandidaten für Italiens EM-Team geworden. "Sag niemals nie", ließ sich Totti laut corriere.it auf entsprechende Ambitionen angesprochen entlocken. Denn fertig hat der Römer noch lange nicht, stellte sogar in Aussicht, seinen in zwei Jahren auslaufenden Vertrag bei der Roma sogar noch verlängern zu wollen. "Ich hoffe, ich kann noch bis ich 40 bin spielen", erklärte er.

Und für den Fall, dass dann wirklich Schluss mit Fußball sein sollte, würde ihn sich Italiens Porno-Star Rocco Siffredi als seinen Nachfolger wünschen. "Totti hat den richtigen Gesichtsausdruck. Ich bin mir sicher, dass das funktionieren würde", erklärte er laut tgcom24.mediaset.it. Stehvermögen auf dem Platz hat der Oldie ja, aber ob diese Qualität Tottis auch auf die Rotlichtbranche übertragbar ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Das sollen dann doch lieber andere beurteilen, an dieser Stelle ersparen wir ihnen auch schale Witzchen mit dem Mädchennamen seiner Ehefrau. Zumal eine Reaktion des Spielers auf das unmoralische Angebot bisher nicht überliefert ist. Aber bleiben wir doch im Bild und schauen nach Spanien.

Primera Division: Mesut Özil (Real Madrid)

Denn dort steht nach ebenfalls längeren Hänger nun auch Mesut Özil durch seinen überragenden Januar wieder kerzengerade. Spanische Medien kürten den kleinen Deutschen sogar zum "Leuchtturm im Spiel Madrids". 2012 hätte für den noch Weihnachten von der spanischen Presse und auch von José Mourinho knüppelhart kritisierten Nationalspieler nicht besser starten können. Mittlerweile wird mit Attributen wie "weltklasse" und "sensationell" nicht mehr gespart. Zu Recht!

Zu Reals 5:1-Kantersieg über Granada steuerte Özil gleich drei Assists bei, sensationell seine Vorlage per Hackentrick für Karim Benzema. Auch beim 2:1 auf Mallorca war eine Özil-Vorarbeit spielentscheidend. Beim 4:1 über Bilbao machte der Deutsche ebenfalls ein gutes Spiel, ehe er beim 3:1 gegen Saragossa mit seinem ersten Liga-Tor der Saison und seinem fünften Assist des Monats erneut zum Matchwinner avancierte. Auch wenn es nicht in unsere Wertung einfließt – seine bärenstarke Partie im Rückspiel der Copa del Rey gegen Barca beseitigte letzte Zweifel: Der "Zauberer von Öz" (Marca) hat seine Form aus dem Vorjahr wiedergefunden und ist unser Spieler des Monats der Primera Division.

Bundesliga: Marco Reus (Borussia Mönchengladbach)

So wie Özil derzeit den Unterschied für Real macht, geht es Marco Reus in Mönchengladbach. Denn dass die Borussia auch 2012 oben mitmischt und nur einen Punkt hinter der Tabellenspitze liegt, ist auch ihm zu verdanken. Der 22-Jährige hob weder nach seiner überragenden Hinrunde ab, noch ließ er sich vom Wirbel um Wechsel nach Dortmund nicht verunsichern.

Den Druck der 17 Millionen-Ablöse schüttelte der Borusse scheinbar spielend ab und ließ Enttäuschung bei den Gladbach-Fans und etwaige Pfiffe wegen seinen baldigen Abgangs gar nicht erst aufkommen. Erst erledigte er zum Rückrundenstart mit seinen pfeilschnellen Kontern (ein Tor, ein Assist) den großen FC Bayern, dann legte er in Stuttgart (ein Tor, eine Assist) gleich noch eine zweite Sahnevorstellung drauf. "Wir spielen als Team überragend, das ist unsere Stärke", wiegelte Reus laut tagesspiegel.de das große Lob an seine Person ab. Seine Bescheidenheit ehrt ihn, die Auszeichnung Spieler des Monats der Bundesliga bekommt er von uns trotzdem.

Premier League: Antonio Valencia (Manchester United)

Und damit kommen wir last, but not least zur Premier League, in der uns in den zurückliegenden vier Wochen vor allem die Leistung von Antonio Valencia ins Auge gestochen ist. Der Ecuadorianer hatte einen schweren Start in die Saison, hatte lange mit den Folgen seiner bei der Copa America erlittenen Knöchelverletzung zu kämpfen, musste dann wegen der Verletzungsprobleme bei Manchester United mehrfach als Rechtsverteidiger aushelfen.

Doch mittlerweile auf seine Lieblingsposition auf dem Flügel zurückgekehrt, kommt er immer besser in Fahrt und wurde in den letzten Wochen zum spielentscheidenden Mann bei Manchester und maßgeblichen Grund dafür, dass United nach den Ausrutschern um den Jahreswechsel herum schnell zurück in die Spur fand. Kommt Valencia in die Nähe des gegnerischen Strafraums herrscht Alarmstufe Rot. Seine Passgenauigkeit liegt bei über 90 Prozent, seine Flanken und Dribbling beschwören laufend gefährliche Szenen herauf.

Schon beim 3:1 über Bolton hatte er eine starke Leistung gezeigt, ehe er dann mit seinem Führungstreffer und dem Assist zum 2:1 durch Danny Welbeck entscheidender Mann beim Sieg über Arsenal war. Ein souveräner Auftritt gegen Stoke rundete den herausragenden Monat des Mannes ab, den die Manchester Evening News prompt zum "Wing Commander" ernannte.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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