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International: Ehemalige Bundesliga-Spieler im Ausland

Beim HSV sahen sie für sich keine Zukunft mehr und suchten ihr neues Glück außerhalb der Bundesliga. Wir haben einmal nachgeschaut, wie es van der Vaart, Pitroipa, Trochowski, van Nistelrooy, Mathijsen und Elia bei ihren neuen Clubs geht.

Heute geht es für Rafael van der Vaart und Jonathan Pitroipa mit Tottenham Hotspur und Stade Rennes um Punkte in der Europa League. Grund genug für uns einmal zu schauen, wie es ihnen und einigen anderen ehemaligen HSV-Profis nach ihrem Abschied aus der Bundesliga bei ihren neuen Clubs geht.

Rafael van der Vaart (Tottenham Hotspur)

Nach dem eher trostlosen zweijährigen Abstecher zu Real Madrid, wo er meist zwischen Tribüne und Bank hin und her pendelte, hat er sein Glück und vor allem die Freude am Spiel mittlerweile in London bei den Tottenham Hotspur wiedergefunden. Trainer Harry Redknapp gibt ihm dort alle Freiheiten. "Er ist ein besonderer Mann", lobte van der Vaart laut dfb.de den Trainer. "Bei ihm werde ich wieder zum Straßenspieler."

Van der Vaart zahlt dieses Vertrauen durch großartige Leistungen zurück. 15 Tore gelangen van der Vaart in seiner ersten Saison, aktuell steht seine Quote bereits bei sechs Toren in zehn Ligaspielen - auch Dank seines Mitspielers Emmanuel Adebayor. "Seinetwegen komme ich in den Strafraum und zu vielen Chancen", so der Holländer zu skysports.com. "Alle Verteidiger versuchen ihn zu stoppen und dann kommt der Ball zu mir." Und von da ist der Weg zum Tor dann nicht mehr allzu weit.

Tottenham ist bereits Dritter in der Premier League und van der Vaart hat sogar schon einen Eintrag in der Clubgeschichte sicher. Er erzielte das 10.000 Pflichtspieltor der Spurs und sicherte sich durch vier Treffer in bisher drei absolvierten Derbys gegen den verhassten Erzrivalen Arsenal schon einen festen Platz im Herzen der Fans.

Jonathan Pitroipa (Stade Rennes)

Dahin hat es Jonathan Pitroipa in Rennes noch nicht geschafft. Doch nach wenigen Monaten in der Ligue 1 kann der Mittelfeldmann aus Burkina Faso bisher zufrieden sein. In 15 Einsätzen legte der Ex-HSVer vier Treffer auf und erzielte drei Tore selber: Gegen PSG rettete er mit dem Ausgleichstreffer einen Punkt, gegen Lorient übernahm er Verantwortung vom Elfmeterpunkt und gegen Lyon gelang ihm beim 2:1-Sieg der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer.

"Ich denke, dass ich in einigen Spielen schon sehr gut gespielt habe", resümierte Pitroipa kürzlich bei just-football-com. "Aber ich weiß auch, dass ich noch hart arbeiten muss, um mich zu verbessern, denn ich möchte noch viel mehr Tore erzielen." In Frankreichs höchster Spielklasse fühlt er sich wohl, auch wenn die Umstellung zur Bundesliga relativ groß war. "Flügelspieler wie ich sind in Frankreich immer von zwei, drei Verteidigern umringt und das macht es schwieriger Einfluss auf das Spiel zu nehmen."

Sein Ziel ist daher klar: "Ich möchte die Zahl der Treffer und Vorlagen noch erhöhen, um dem Team zu helfen, unsere Ambitionen in die Tat umzusetzen." Rennes ist derzeit Vierter in der heimischen Liga. In der Europa League dürfte mit bisher nur zwei Punkten bei einer weiteren Niederlage gegen Udinese aber wohl endgültig das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Piotr Trochowski (FC Sevilla)

Noch gewaltig Luft nach oben ist dagegen bei Piotr Trochowski. Sein neuer Club liegt als Sechster der Primera Division derzeit zwar gerade auf Kurs Europa League, doch persönlich kann Trochowski mit seiner Ausbeute bisher wahrlich nicht zufrieden sein. Der Ex-Hamburger stand zwar zwölfmal in der Startformation, wurde dabei aber ganze sieben Mal ausgewechselt, einmal wurde er mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen geschickt.

Entscheidende Impulse konnte er dem Spiel seiner Mannschaft so bisher noch nicht geben. Auf Tore und Assists von Trochowski warteten die Fans der Andalusier bisher vergeblich. Das Ziel, sich über das Engagement in Spanien, zurück in den Kader von Jogi Löw zu spielen und doch noch auf den EM-Zug aufzuspringen, dürfte er damit wohl endgültig aus den Augen verloren haben. Im klasse besetzten deutschen Mittelfeld ist für einen Mann in seiner Form einfach kein Platz.

Ruud van Nistelrooy und Joris Mathijsen (FC Malaga)

Ruud van Nistelrooy hatte sich seinen Karriereabend in Malaga sicher anders vorgestellt. Noch einmal unter südlicher Sonne in einem zusammengekauften Team talentierter Spieler kicken und ein paar Tore machen, so lautete sein Plan. Doch der geht beim Niederländer derzeit noch nicht auf. Gerade mal ein mageres Törchen hat van Nistelrooy bisher zustande bekommen.

"Ruud ist ein Kämpfer, der immer und überall seine Tore gemacht hat. Das wird er auch hier", verteidigte ihn jüngst sein ebenfalls vom HSV nach Andalusien gewechselter Mitspieler Joris Mathijsen. Doch langsam verlieren die Spanier, allen voran Trainer Manuel Pellegrini die Geduld mit dem alternden Star.

Zu viele gute Chancen hat van Nistelrooy bisher ausgelassen bzw. konnte einfach zu leicht von den gegnerischen Verteidigern gestoppt werden. In elf Einsätzen wechselte der Trainer ihn schon fünfmal aus, gab ihm in den letzten drei Spielen sogar nur noch Einsatzzeiten als Joker. Die Karriere des mittlerweile 35-Jährigen scheint sich endgültig dem Ende zuzuneigen. Besser läuft es da für Mathijsen. Der Niederländer hat seinen Stammplatz in der Malaga-Abwehr sicher, spielte alle bisherigen Partien durch und bereitete immerhin einen Treffer vor.

Eljero Elia (Juventus Turin)

Davon kann Eljero Elia derzeit nur träumen. Der Niederländer hatte Ende der letzten Saison unbedingt den HSV verlassen wollen, um sich der Alten Dame anzuschließen. Dort hoffte er nach Problemen in Hamburg auf eine bessere Zukunft. Wenn es nach den Plänen von Generaldirektor Giuseppe Marotta gegangen wäre, wäre er auf der linken Seite fest eingeplant gewesen. Doch in seinem grottenschlechten 45 Minuten-Debüt gegen Catania hatte sich Elia bei Trainer Antonio Conte nicht für weitere Einsätze qualifizieren können.

Zwei Probleme machen ihm bei Juve zu schaffen: zum einen die System-Umstellung vom zunächst geplanten 4-2-4 auf ein 4-3-3 bzw. 4-4-2, zum anderen die Eingewöhnung und die Integration in das neue Ambiente. Vor allem mit der Sprache hapert es noch gewaltig. In der Gunst des Trainers haben Simone Pepe und Emanuele Giaccherini Elia mittlerweile klar den Rang abgelaufen. Der Niederländer pendelt derzeit zwischen Bank und Tribüne hin und her. Den 1:0-Sieg bei Lazio verfolgte er von draußen und teilte via twitter seinen Gemütszustand mit: "Angry."

Nun gilt er als heißer Kandidat für einen Verkauf in der Winterpause. Denn nicht nur in Turin ist der Platz im Team in weiter Ferne, auch Nationaltrainer Bert van Marwijk baut nicht mehr auf ihn. "Eljero spielt seit Monaten nicht mehr. Ich habe lange Zeit an ihm festgehalten. Aber jetzt geht es nicht mehr", erklärte der Bondscoach laut mopo.de. Gerüchte aus Italien besagen, dass Galatasaray und der FC Schalke angeblich interessiert sein sollen. Die Türken sollen angeblich ein Angebot über acht Millionen Euro gemacht haben. Damit würde sich der Verlust der Juve in Grenzen halten. Die Turiner hatten zu Saisonbeginn neun Millionen an den HSV überwiesen.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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