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Trainer im Titelrennen: Warum Klopp sich in Liverpool an den BVB erinnert fühlt

Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool den zweiten Tabellenplatz in der Premier League zurückerobert. Nun steht das Spitzenduell gegen Manchester City an. Ein wegweisendes Spiel für den deutschen Trainer, der Vergleiche zu seiner Ära in Dortmund zieht.

Jürgen Klopp

Jürgen Klopp erlebt beim FC Liverpool bisher eine erfolgreiche Premier-League-Saison

Woanders mag Winterpause sein, aber im englischen Fußball geht es rund um Weihnachten und Neujahr traditionell hoch her - in diesem Jahr vor allem auch für und seinen FC Liverpool. Der deutsche Trainer hat mit seinem Team nach einem 4:1 (2:1) gegen Stoke City am Boxing Day den zweiten Tabellenplatz von Manchester City zurückerobert. Am Samstag kommt es nun zum direkten Aufeinandertreffen mit der Truppe von Trainer Pep Guardiola.

Der Silvester-Schlager rundet ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für Klopp ab. Nach 15 Monaten im Amt ist er längst angekommen an der Anfield Road, mehr noch: Parallelen zu seinem Wirken während der erfolgreichen Ära bei sind immer deutlicher zu erkennen - nicht nur, was den Spielstil betrifft.

Jürgen Klopp: Immer noch Kontakt zu BVB-Spielern

Das sieht der Trainer selbst auch so. Der Teamgeist erinnere ihn an seine Zeit beim BVB, in der er zwei Meisterschaften und den DFB-Pokal gewann und das Champions-League-Finale erreichte: "Ich habe immer noch Kontakt zu vielen Dortmunder Spielern und werde hoffentlich auch nach meiner Zeit in noch Kontakt zu diesen Spielern hier haben, weil sie gute Jungs sind." Die Atmosphäre im Verein könne nicht besser sein, so Klopp, und das läge an den Menschen, die für den Verein arbeiten. Es sei nicht dasselbe, aber vergleichbar mit dem, was Klopp und sein Team in Dortmund gehabt hätten.

Dass die allgemeine Klopp-Verehrung beim englischen Traditionsverein seit seiner Vorstellung eher noch zugenommen hat, liegt auch am Erfolg, der sich schneller eingestellt hat als zu erwarten war. Der 49-Jährige hat mit seinem jungen Team in der vergangenen Saison das Europa-League-Finale erreicht und mischt jetzt im Titelrennen mit. Die 89 Tore, die der FC Liverpool im Kalenderjahr 2016 erzielt hat, sind sogar der beste Wert für die "Reds" seit 1989. Das Tor von Daniel Sturridge zum 4:1-Endstand gegen Stoke war zudem der 100. Treffer der Ära Klopp.

Ganz England schaut deshalb am Samstag an die Anfield Road, wenn mit der andere Jäger von Spitzenreiter Chelsea zum Verfolgerduell antritt. City-Coach Guardiola hat das Spiel gegen Stoke City auf der Tribüne verfolgt, was Klopp zu der süffisanten Vermutung veranlasst: "Vielleicht wollte er nur guten Fußball sehen." Peps Besuch sei jedenfalls ein Zeichen dafür, dass am Silvester-Abend ein besonderes Match ansteht: "Es wird ein schwieriges Spiel für beide Mannschaften – aber es wird aufregend", wirft Klopp einen Blick voraus. "Das Beste ist, dass es an der Anfield Road stattfindet. Was kann ich sagen? Wir freuen uns darauf. Sie sind eine herausragende Mannschaft, wir sind auch nicht allzu schlecht. Es wird ein schönes Spiel."

FC Liverpool: Träume vom ersten Titel seit 1990

Für Klopp hat die stressige Festtagswoche ohnehin wegweisenden Charakter, was den Rest der Saison betrifft: Dass das dritte Spiel der Woche in Sunderland für den FC Liverpool nur 44 Stunden nach Ende des Hits gegen City angepfiffen wird, sei eine Ansetzung, die negativen Einfluss auf die Chancen im Titelrennen haben könnte. Klopp bevorzuge aber, aus der vermeintlichen Benachteiligung Motivation zu ziehen - außerdem seien die Voraussetzungen für fast alle Teams ähnlich.

Und spätestens, wenn die "Reds" in Sunderland den dritten Sieg binnen einer Woche einfahren sollten, wird alle Überbelastung vergessen sein. Dann werden sie an der Anfield Road wieder vom ersten Meistertitel seit 1990 träumen. Und Klopp wird wieder versuchen, die Erwartungen zu dämpfen. Genau so wie er es damals in gemacht hat, in der Saison 2010/11, bevor er den ersten Meistertitel mit dem BVB holte.

tim

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