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Aufregung im Netz Podolski löscht umstrittenes Foto mit Türkei-Flagge


Er steht vor der türkischen Flagge und salutiert: Lukas Podolski hat das umstrittene Foto von sich nach viel Ärger im Netz gelöscht. Offenbar ließen sich noch mehrere andere Galatasaray-Spieler in ähnlicher Pose fotografieren.

Er steht in Istanbul auf dem Sultanahmet-Platz und salutiert. Im Hintergrund ist eine riesige türkische Flagge zu sehen. Am Fahnenmast weht ein weiterer Banner mit Halbmond und Stern und der seines Vereins Galatasaray Istanbul: Dieses Foto von sich hat Lukas Podolski viel Ärger eingebracht.

Der deutsche Nationalspieler, der seit dieser Saison bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, veröffentlichte das Bild am Freitagnachmittag auf Facebook und Twitter. Doch nur wenige Stunden später sah er sich dazu veranlasst, das Foto wieder zu löschen. Der Grund: Einige User unterstellten Podolski, der rund 7,5 Millionen Follower auf Facebook und 2,75 bei Tiwtter hat, er engagiere sich damit politisch für die türkische Regierung.

"Du warst mal sympathisch. Eine Schande, vor einer Flagge eines Staates zu stehen, welches die Menschenrechte mit Füßen tritt. Schäm dich Poldi, schäm dich", lautete einer der Kommentare. Oder: "Schade, deinen Namen trug ich nicht selten bei der WM. Goodbye Poldi." Daraufhin löschte der 30-Jährige das Foto und veröffentlichte stattdessen via Facebook eine Klarstellung.

"Heute gab es viel Aufregung um einen Post von mir und mir wurden eine Menge Dinge unterstellt. Damit habe ich nicht gerechnet, denn ich dachte echt man weiß wie ich zu solchen Themen stehe. Aber mein post war missverständlich, das wollte ich natürlich nicht. Also: Ich liebe die Türkei, das Land und die Menschen hier. Mich hat heute die Geschichte eines toten Soldaten berührt und ich wollte Respekt zeigen für eine Nation, die mich mit offenen Armen aufgenommen hat. Nicht mehr und nicht weniger. Ich mache keine Politik und verurteile niemanden. Habe ich nie und dabei bleibt es auch. Jeder gefallene Soldat auf der Welt ist einer zu viel, egal wofür er kämpft!!", schrieb Podolski und stellte den Hashtag #peace dazu.

Auch Sneijder und Muslera machten Flaggen-Fotos

Unklar ist, welche Rolle der Verein Galatasaray Istanbul bei der Aufnahme des Fotos spielt. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung haben sich auch die Spieler Fernando Muslera aus Uruguay und der Niederländer Wesley Sneijder in Pose vor der Flagge fotografieren lassen, diese Bilder aber nicht veröffentlicht. Zudem stammte der erste Text zu Podolskis Foto, der auf Türkisch und Deutsch zu lesen war, wohl vom Verein.

Unter dem Bild hieß es zunächst: "Ich marschiere mit euch, für Flagge, für Vaterland, für die gefallenen Soldaten. Dem türkischen Volk mein Beileid von Herzen." Später änderte er die Zeile in "Mein Herz ist bei allen toten Soldaten! Herzliches Beileid an die Türkei… ". "Der erste Text wurde mir vom Verein vorgegeben", sagte Lukas Podolski. Ob der Verein auch die Idee zu dem Bild vor der Flagge hatte, ist unklar, ebenso wer die Aufnahmen machte.

mai

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