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Bundesliga im stern-Check: Hools wüten bei Magdeburger Aufstiegsfeier: Wie Gewalttäter den Moment kaputt machen

Es war ganz schön was los am Wochenende: In Magdeburg haben Gewalttäter die Aufstiegsfeier in ein Schlachtfeld verwandelt. Hoffenheim macht mächtig Druck und Freiburger Spieler zertrümmerten eine Kabinentür.

Fan-Randale Magdeburg

Harter Einsatz: Polizisten tragen einen Randalierer in Magdeburg weg.

DPA

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Okay, der 1. FC Magdeburg hat nichts mit der Bundesliga zu tun, um deren Klubs es sich im Bundesliga-Check drehen soll. Aber die Magdeburger haben am mit einem 2:0-Sieg gegen Fortuna Köln den historischen Aufstieg in die 2. Liga perfekt gemacht - der erste überhaupt seit der Wiedervereinigung. So gesehen sind die Magdeburger schon ein bisschen Bundesliga. Doch darum geht es nicht. Nach dem Triumph gab es im Stadion kein Halten mehr. Die Fans zündeten Bengalos, stürmten auf den Platz und eine rauschende Aufstiegsparty mit der Mannschaft nahm ihren Anfang. Später zogen die Feiernden in die Innenstadt weiter. Alles blieb zunächst friedlich, bis es rund 150 Anhängern offenbar zu langweilig wurde. Sie zündeten Müllhaufen auf offener Straße an. Die heranrückende Feuerwehr wurde attackiert. Dann lieferten sich Vermummte Straßenschlachten mit der Polizei, die am Ende sogar einen Wasserwerfer einsetzte. Es ist traurig, wie eine kleine, gewalttätige Minderheit mit ihrem asozialen Verhalten eine großartige Party sprengt.



Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Kann man so machen. Während die Wolfsburger Trantüten (norddeutscher Ausdruck für einen langsamen, trägen Menschen) ihre Mauer stellten, bekamen sie nicht mit, dass der Schiedsrichter den Ball freigegeben hatte. Gladbachs Christoph Kramer schaltete am schnellsten und schoss durch die ungeordneten Wolfsburger hindurch ins Tor. Keeper Koen Casteels stand derweil noch am Pfosten und gab Kommandos für die Mauer. Danach guckten die Wolfsburger doof und meckerten beim Schiedsrichter. Das war - für einen neutralen Zuschauer - ziemlich lustig. Doch auch ohne diesen Aussetzer hätte das Spiel verloren, es war der Treffer zum 3:0 für Gladbach. Wolfsburg steckt damit weiter ganz tief im Abstiegskampf.

Gewinner des Spieltages

Lange sah es so aus, als wenn in der Saison nichts mehr holen würde. Nach den Jubelarien über Trainer Julian Nagelsmann gab es eine Durststrecke mit schwachen oder höchstens mäßigen Leistungen. Zwischendurch rauschten sie auf den neunten Tabellenplatz ab. Nagelsmann wurde schnell attestiert, doch kein so doller Trainer zu sein. Stimmt nicht. Hoffenheim marschiert wieder. Mit 5:2 fertigten sie Leipzig ab und haben gute Chancen, einen Champions-League-Platz zu erreichen. Julian Nagelsmann ist also doch ein guter Trainer.

Verlierer des Spieltages

Bei den Freiburgern liegen die Nerven blank. Gegen den HSV kassierte das Team von Christian Streich die fünfte Niederlage in Folge und rutschte auf den Relegationsplatz ab. Die schon mausetoten Hamburger rückten bis auf fünf Punkte an sie heran. Zugegeben: wurde benachteiligt, als Schiedsrichter Benjamin Cortus Verteidiger Caglar Söyüncü mit Gelb-Rot vom Platz stellte. Eine überharte Entscheidung. Die Männer aus dem Breisgau glauben ja eh, dass sie viel zu oft benachteiligt werden.  Der Frust war so groß, dass ein Spieler die Kabinentür eintrat. Angreifer Nils Petersen soll nach Abpfiff Richtung HSV-Kabine gepöbelt haben: "Hoffentlich steigen die ab." Auch nicht die feine Art. Tatsache ist: Freiburg hat fünf Spiele in Folge verloren und seit acht Spielen nicht mehr gewonnen. In diesem Zeitraum erzielten die Breisgauer mal gerade zwei Tore.


Bild des Tages


"Kein Wille, keine Leidenschaft, kein Mut - keine Mannschaft. Niemand verkörpert Borussia Dortmund so wenig wie ihr", war auf dem Banner zu lesen, dass BVB-Fans vor dem Spiel gegen Leverkusen zeigten. Auf einem anderen Banner stand: "Den Stellenwert des Derbys nicht verstanden - Versager." Ein Teil der Dortmunder Anhänger ging mit den Spielern wegen der Derby-Niederlage hart ins Gericht. Danach lieferten Reus und Co. ein Fußball-Sahnestück ab, zerlegten Leverkusen mit 4:0. Vielleicht müssen Fans manchmal auch deutliche Worte finden. Vielleicht spielten die Dortmunder aber auch nur so gut, weil sich Bundestrainer Joachim Löw im Stadion befand und Marco Reus und Mario Götze beobachtete. Wer weiß.


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