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Anschlag auf BVB-Bus: Marc Bartra - vom Beinahe-Fehleinkauf zum Publikumsliebling

Er wurde als Mats-Hummels-Ersatz verpflichtet und drohte an dieser Aufgabe zu scheitern. Doch inzwischen hat sich Marc Bartra zur festen Stütze des BVB gemausert - und die Herzen der Fans erobert. Der Anschlag wirft ihn zurück.

BVB-Spieler Marc Bartra

Ist beim BVB angekommen und eine feste Stütze der Mannschaft: Verteidiger Marc Bartra.

In Dortmund rieb man sich im vergangenen Sommer die Hände. Aufgrund einer Ausstiegsklausel seines Vertrags konnte der BVB den spanischen Innenverteidiger Marc Bartra für nur acht Millionen Euro verpflichten. Ein echtes Schnäppchen für einen Nationalspieler, der die Nachwuchsakademie des FC Barcelona durchlaufen hatte und später an der Seite von Messi und Co. in Liga und Champions League spielte.

Auf den damals 25-Jährigen wartete bei der Borussia eine große Herausforderung: Er sollte den scheidenden Mats Hummels ersetzen, einen der besten Verteidiger der Welt. Eine Aufgabe, der Bartra zunächst nicht gewachsen schien. In der Hinrunde wirkte der Katalane oft überambitioniert und versuchte häufig, in Hummels-Manier mit riskanten Pässen das Angriffsspiel des BVB anzukurbeln. Bei ihm führte das des Öfteren zu gefährlichen Ballverlusten und Gegentoren. 

Marc Bartra hat sich durchgebissen

Die Eingewöhnung in die Bundesliga dauerte länger als erwartet. Vereinzelt machte das böse Wort vom "Fehleinkauf" die Runde, Kritiker merkten maliziös an, dass es Bartra in Barcelona nicht zum Stammspieler geschafft habe.

Doch der neue Spieler zeigte es allen und präsentierte sich in der Rückrunde in beeindruckender Form. Seit BVB-Trainer Thomas Tuchel die Defensive taktisch auf eine Dreierkette umgestellt hat, bringt Bartra konstant die Leistungen, die man sich von ihm erwartet. Inzwischen ist er aus der Stammelf nicht mehr wegzudenken. Von Mats Hummels spricht man rund ums Westfalenstadion dagegen immer seltener.

BVB-Fan im Schalke-Block

Auch privat ist der Spanier in Dortmund angekommen: Der 26-Jährige ist zusammen mit seiner Freundin Melissa Jimenez und dem einjährigen Töchterchen Gala nach Deutschland gekommen, inzwischen ist das Paar verlobt. "Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich spiele fast immer und das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen", sagte Bartra erst kürzlich der "Sport-Bild".

Der bescheiden auftretende Katalane hat inzwischen die Herzen der Fans erobert. Nach dem Derby suchte er per Twitter nach einer Frau, die als einzige im schwarz-gelben Shirt im Fanblock der verfeindeten Schalker saß. Ein paar Tage später traf er sie und überreichte ihr ein Trikot.


Aktionen wie diese kommen bei den Menschen im Ruhrgebiet gut an. Denn der Spieler zeigt damit, dass er keine abgehobener Millionär ist und sich mit seinem neuen Verein identifiziert.  

Und auch das spricht für den 26-Jährigen: Er hat den coolsten Berater der Welt. Es ist die katalanische Fußball-Legende Carles Puyol. Der Welt- und Europameister hat sich in seiner Spielerkarriere durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Es ist zu wünschen, dass das auch für Marc Bartra gilt. Der wurde nach dem gestrigen Anschlag erfolgreich an der Hand operiert. Ob er in dieser Saison noch zurückkehren wird, ist bislang unklar.

Fest steht nur: Er wird vermisst. Spielerisch wie menschlich.


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