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Mario Götze gegen Rapper: 50.000 Euro für ein sauberes Image

Seinen Wechsel zum FC Bayern dankte die Rap-Kombo Kopfnussmusik Mario Götze mit einem Hasslied über ihn. Nun ist der Rechtsstreit anscheinend beigelegt - weil Götze selbst den Geldbeutel zückte.

Von Jannik Tille

Im April 2013 wurde Mario Götzes Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern bekannt. Insbesondere der Zeitpunkt der Verlautbarung sorgte für Aufregung, bundesweit und vor allem in Dortmund. Schließlich standen dem BVB am nächsten Tag im Halbfinale der Champions League "die Königlichen" von Real Madrid gegenüber.

Einige BVB-Fans auf der Südtribüne quittierten Götzes Abgang zur bajuwarischen Konkurrenz mit einem, nun ja, derben Spruchband. "Streben nach Geld zeigt, wie viel Herz man wirklich hat ... Verp*** dich Götze!", stand da in großen Lettern Schwarz auf Weiß. Drei Musiker aus Dortmund und Herne führten die Gedanken der Fans fort und aus Unverständnis wurde schnell Wut. Sie widmeten dem Jungprofi ein Hasslied, das nichts für Zartbesaitete ist.

Große Unterstützung im Internet

Die Rapper Reece, Akkord One und M.I.K.I., die unter dem Bandnamen Kopfnussmusik firmieren, kritisierten den Jungstar aufs Übelste. Das Stück mit dem Titel "Hast du jetzt was du willst?" ist gespickt mit Fäkalausdrücken und wüsten Beschimpfungen. Ihrem einstigen "Helden" Götze werfen sie vor, "Echte Liebe" gegen "Mia san Mia" einzutauschen, er wird wahlweise als "Drecksratte", "Judas" oder "geldgeil" betitelt.

Mario Götze fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, forderte Schadenersatz in Höhe von 25.000 Euro und ließ von seinen Anwälten eine Unterlassungserklärung versenden. Die Unterlassung unterschrieben die Sprachakrobaten schnell und löschten den Song von ihrem Youtube-Kanal.

Problematisch war für die weitestgehend unbekannten Rapper die Zahlung der Geldstrafe. Die Rapper hätten sie nicht leisten können, wie ihr Anwalt Wilfried Wagenführ damals mitteilte. Daraufhin formierte sich eine Unterstützergruppe auf Facebook, die bereit war, den Rappern zu helfen und eine mögliche Geldstrafe durch Spenden zu generieren. Insgesamt kamen 3000 Euro zusammen.

Ende des Rechtsstreits offen

Mittlerweile erklärten Götzes Anwälte die Sache für erledigt. Die Schadenersatzforderung sei zwar noch offen, allerdings hätten die Rapper nichts mehr gehört. Obwohl Mario Götze die Löschung veranlasste und dafür 50.000 Euro bezahlt haben soll, läuft der Song auf Youtube weiter.

Unklar ist, wie der Rechtsstreit ausgeht. Götzes Berater, Volker Struth, der auch Bundesligastars wie Toni Kroos, Marco Reus oder Benedikt Höwedes betreut, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er befinde sich im Urlaub. Für die "Ruhr Nachrichten" war er am 10.9.2013 noch zu sprechen und bestätigte die Zahlung der 50.000 Euro.

Was die Kopfnussmusiker Reece, Akkord One und M.I.K.I. mit den gesammelten 3000 Euro machen, steht bereits fest: Sie spenden die Summe an die BVB-Stiftung "leuchte auf".

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