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Relegation Cottbus vs. Nürnberg: "Magier" Tremmel soll es richten

Einer darf in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen, der andere muss im Unterhaus kicken. Wenn sich am Donnerstagabend Energie Cottbus und der 1. FC Nürnberg im Relegations-Hinspiel gegenüberstehen, geht es um Arbeitsplätze und Millionen.

Hoffen auf das nächste Pfingstwunder: Zwei Jahre nach seinem Pokaltriumph will der 1. FC Nürnberg mit dem siebten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte die direkte Rückkehr ins Oberhaus perfekt machen. "Wir werden alles tun, dass wir es schaffen", sagte Trainer Michael Oenning vor dem am Donnerstag beginnenden Duell mit Energie Cottbus um den letzten freien Platz in der Fußball-Bundesliga. Zwar dürfte die Franken im Stadion der Freundschaft ein heißer Tanz erwarten, doch der "Club"-Coach sieht im Auftakt in der Fremde etwas Positives. "Das ist auf jeden Fall ein Vorteil. In Cottbus dürfen wir kaum Torchancen zulassen und nicht zu naiv sein. Zu Hause haben wir dann viele Argumente, wie wir es schaffen können."

Nach 18 Jahren setzt sich wieder der Relegations-Fahrstuhl in Bewegung, und bei den Lausitzern sollen ausgerechnet ein Franke und ein Münchner dafür sorgen, dass die Cottbuser Multi-Nationen-Truppe nach dem Rückspiel am Sonntag wieder in der oberen Etage aussteigen darf. Kapitän Timo Rost ist ein einstiger "Clubberer" und zusammen mit Torhüter Gerhard Tremmel der große Motivator der Lausitzer.

Tremmel als Lebensversicherung

"Wir werden die Nürnberger schon wegbrezeln", kündigte Rost vor dem ersten Duell im Stadion der Freundschaft an, wo seine Liebe zum Ex-Verein ruhen wird. Im Dezember 1997 gab der damals 30-Jährige in Nürnberg sein Profi-Debüt - und das ausgerechnet gegen Energie Cottbus. Über die Nürnberger meint Rost: "Sie waren nach der Hinserie auch schon totgesagt, jetzt sind sie im Aufwind."

Dass Cottbus überhaupt noch den Sprung auf Rang 16 schaffte, lag nicht zuletzt an Torhüter Tremmel. "Der Sieg gegen Leverkusen nach einem Wahnsinnsspiel hat uns gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Das gibt uns einen Schub. Die Relegation ist ein Geschenk, das müssen wir nutzen", forderte der gebürtige Münchner, der zwar in Berlin wohnt, aber genau weiß: "Es geht um viel, ja fast um alles. Für uns, für den Verein, für die Fans und die gesamte Region", so "Magier" Tremmel.

"Es wird brennen"

Während die angeschlagenen Stanislaw Angelow, Mariusz Kukielka und Daniel Ziebig wohl spielen werden, ist offen, ob Mittelfeldspieler Ivica Iliev auflaufen wird. Dimitar Rangelow fehlt wegen seiner Bänderverletzung, Trainer Bojan Prasnikar hofft zumindest noch im Rückspiel auf seinen Einsatz. Die Nürnberger bauen auf ihre Heimstärke - und auf Marek Mintal. "Wir werden unsere Chancen bekommen, und die müssen wir einfach nutzen", sagt Mintal, der sich mit 16 Treffern die Torjägerkrone im Unterhaus sichern konnte.

"Respekt, aber keine Angst", hat Oenning vor der Stimmung im Stadion der Freundschaft. "Natürlich, das ist ein enges Stadion, da sind 22.000 Zuschauer, da wird es brennen. Aber wir sind auf alles vorbereitet." Die Bilanz ist ausgeglichen: In der Bundesliga gewann jedes Team zweimal, in der 2. Liga jeweils einmal. Dazu kommen acht Unentschieden. Die Entscheidung fällt diesmal im Europapokal-Modus.

Hoffen auf ein Pfingstwunder

Für den neunmaligen Meister wäre der siebte Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte, damit würde er mit Rekord-Aufsteiger Bielefeld gleichziehen, nicht nur sportlich eminent wichtig. "Finanziell ist die 2. Liga ein Risiko, nur zwei Jahre lang geht der Ritt auf der Rasierklinge gut", hatte Manager Martin Bader schon vor der schwierigen Saison betont.

Nürnberg hofft auf sein zweites Pfingstwunder, Cottbus auf ein Ende einer merkwürdigen Serie: Jeweils drei Jahre spielte der FC Energie seit der Vereinigung in der Oberliga, der Regionalliga, der 2. Liga, der Bundesliga, der 2. Liga und zuletzt wieder in der Bundesliga. Sollte die Serie halten und Cottbus absteigen, würde erst zum vierten Mal in elf Duellen der Zweitligist mit dem Fahrstuhl ins Fußball-Oberhaus fahren.

Energie Cottbus: Tremmel - Angelow, Radeljic, Cagdas Atan, Ziebig - Kukielka, Rost - Rivic, Skela, Iliev (Shao) - Jula

1. FC Nürnberg: Schäfer - Diekmeier, Reinartz, Pinola, Bieler - Mnari - Kluge, Gygax - Mintal - Eigler, Boakye

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

DPA/kbe

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
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