Rummenigge-Schelte "Kratzen, Beißen, Fighten"


Beim FC Bayern liegen nach dem Fehlstart in die Rückrunde und vor dem Spiel gegen Bochum (ab 20 Uhr im stern.de-Live-Ticker) die Nerven blank. Mit einem flammenden Appell hat Vorstandsboss Rummenigge versucht, die Mannschaft aufzurütteln. Der Druck auf Trainer Magath nimmt zu.

Nach dem Fehlstart des FC Bayern München in die Bundesliga-Rückrunde ist die Schonzeit für Trainer Felix Magath und die Spieler endgültig vorbei. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge forderte nach der 2:3-Pleite bei Borussia Dortmund eine sofortige Wiedergutmachung im Heimspiel am Dienstag gegen den VfL Bochum und den Start einer Erfolgsserie. "Ich erwarte eine Gegenreaktion gegen Bochum, aber dabei kann es nicht bleiben. Wir brauchen jetzt sicherlich eine Serie, um den Rückstand von sechs Punkten auf Bremen und Schalke abzubauen", sagte Rummenigge am Montag in München. "Wir brauchen eine Mannschaft, die kratzt, beißt und fightet."

Magath setzt große Hoffnungen auf das eingeplante Comeback des englischen Nationalspielers Owen Hargreaves, auch wenn die Aufstellung für ihn eigentlich zweitrangig ist. "Egal, wer vorne, in der Mitte oder hinten spielt: Mir kann keiner erzählen, dass wir nicht in der Lage sind, den VfL Bochum zu schlagen. Es zählen nur drei Punkte, alles andere können wir unseren Zuschauern nicht anbieten", erklärte er sehr kämpferisch und energisch am Montag.

Keine Ratschläge über die Medien

Kurzfristige Konsequenzen schloss Rummenigge nach dem Fehlstart aus. "Wir werden nicht nach einem Spiel verrückt spielen und in Panik verfallen." Auch Spieler-Nachkäufe kurz vor Ablauf der Wechselperiode am Mittwoch seien kein Thema, denn es gebe nur "drittklassige Ware zu überteuerten Preisen". Dem aktuellen Kader traut er weiterhin die Titelverteidigung und auch Erfolg in der Champions League zu: "Wir sind von der Qualität mehr als ausreichend besetzt, um unsere Ziele zu erreichen. Wir geben die Meisterschaft nicht verloren."

Das Potenzial des Kaders ausschöpfen muss Magath, auf den der Druck wieder größer geworden ist. "Der Trainer ist verantwortlich für Training, Taktik und Mannschaftsaufstellung", betonte Rummenigge. Er werde Magath aber keine Ratschläge über die Medien geben. "Damit tut man dem Trainer keinen Gefallen", sagte er in Anspielung auf Franz Beckenbauer, der sich nach dem Dortmund-Spiel unter anderem kritisch über Bastian Schweinsteiger als Spielmacher geäußert hatte. "Ob er den Schweinsteiger links oder in der Mitte aufstellt, ist exklusiv Sache des Trainers. Da muss man kein Trara 'rausmachen", kommentierte Rummenigge und schloss indirekt in Bezug auf Beckenbauer an: "Ich gehöre zu den Leuten, die rationaler und ruhiger sind."

"Drei Punkte, Schluss, Punkt"

Torjäger Roy Makaay wies Beckenbauers Schweinsteiger-Schelte mit erstaunlich deutlichen Worten zurück: "Ich finde es nicht gut, wenn man einen Spieler nach einem Spiel an die Wand nagelt", rügte der Niederländer. Magath will an Schweinsteiger zentral festhalten und hofft darüber hinaus, dass mit Hargreaves mehr Qualität ins Spiel des Rekordmeisters kommt. "Er fehlt uns mit seinen Tempoläufen, mit seiner Schnelligkeit. Er ist auch einer, der aus der zweiten Reihe ein Tor machen kann", erläuterte Magath.

Hargreaves dürfte für Ali Karimi in die Mannschaft kommen, der in Dortmund einmal mehr enttäuschte und zudem Oberschenkelprobleme hat. Angeschlagen ist auch Mark van Bommel, aber der Holländer will trotz Achillessehnen-Problemen auflaufen. Magath jedenfalls konnte schon am Montag den Anpfiff des Spiels kaum erwarten: "Die Bochumer können machen, was sie wollen. Drei Punkte. Schluss. Punkt."

DPA/kbe


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