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Schaafs letztes Saisonziel: Werder will Bayern auch den Punkte-Rekord abjagen

Werder verfolgt noch ein "großes Ziel" (Schaaf): Noch zwei Siege - und Werder hätte mit 80 Punkten den scheinbar ewigen Punkte-Rekord der Bayern aus dem Jahr 1972 eingestellt.

Für Werder Bremen ist erst einmal Schluss mit lustig: Thomas Schaaf hat alle Feierlichkeiten zur vierten deutschen Fußball-Meisterschaft der Hanseaten vorläufig gestoppt. "Wir haben für die Saison noch Ziele", sagte der Werder-Cheftrainer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz anlässlich des 61. deutschen Pokalfinals, in dem Bremen am 29. Mai in Berlin auf Zweitligist Alemannia Aachen trifft.

Schaaf will jetzt den in der Meisterschaft deklassierten Bayern auch den ewigen Punkte-Rekord aus dem Jahr 1972 entreißen. Mit zwei weiteren Siegen würde der neue Titelträger 80 Punkte auf dem Konto haben, so viele hat in der Geschichte der Bundesliga noch kein Team geschafft.

Eine weitere Demütigung für die Bayern?

"Es ist ein großes Ziel, so etwas Einzigartiges zu erreichen", betonte Schaaf und setzte damit zugleich eine neue Motivation für seine Meister-Spieler. Der FC Bayern hatte es in der Saison 1971/72 als Champion auf 24 Siege und sieben Remis gebracht, nach der Drei- Punkte-Wertung sind das 79 Zähler. Mit Erfolgen über Bayer Leverkusen am Samstag und eine Woche später in Rostock würde Werder die Münchner auch in dieser Wertung um einen Punkt überflügeln. Zudem lockt die Aussicht auf das erste Werder-Double. Den Sieg in Meisterschaft und Pokal in einem Jahr haben bisher nur Bayern (2003, 2000, 1986, 1969), der 1. FC Köln (1978) und Schalke (1937) geschafft.

Bremer Meister trainieren wieder

Nachdem für die Bremer am freien Montag Erholung angesagt war und am Dienstag wieder locker trainiert wurde, zog der Trainer am Mittwoch die Zügel an. "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber den Fans und der Liga", unterstrich Schaaf. "Ich habe überhaupt keine Sorge, dass die Spieler die nötige Spannkraft wieder herstellen können. Im ausverkauften Stadion will gegen Leverkusen niemand verlieren", ergänzte Klaus Allofs. Und beim Meisterempfang am Sonntag im Bremer Rathaus (12.50 Uhr/ARD live) wolle auch keiner mit dem Makel dastehen, "nicht alles gegeben zu haben", so der Sportdirektor.

Bastürk-Transfer immer noch offen

Allofs kündigte auch bei der Zusammenstellung des neues Teams - sieben Profis verlassen Werder zum Saisonende - bald weitere Erfolgsmeldungen an. Nach Frank Fahrenhorst (VfL Bochum), Miroslav Klose (1. FC Kaiserslautern) und Gustavo Nery (FC Sao Paulo) ist Yildiray Bastürk (Bayer Leverkusen) weiter die favorisierte Lösung für das Mittelfeld. Im Hinblick auf die Champions League werde zudem noch um eine weitere Defensiv-Alternative gerungen: «Wir hoffen, in den nächsten Tagen den einen oder anderen Vollzug melden zu können», meinte Allofs.

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