Schalke 04 Asamoah bleibt ein Knappe


Das Kriegsbeil ist vorerst begraben: Gerald Asamoah spielt weiter für Schalke 04. Doch der Streit zwischen ihm und seinem Klub ist noch nicht ausgestanden. Der Fußball-Nationalspieler sieht sich als Sündenbock.

Der FC Schalke 04 und Gerald Asamoah haben sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt, ihre Meinungsverschiedenheiten aber längst noch nicht ausgeräumt. "Gerald ist ab sofort wieder voll im Kader. Weitere Sanktionen wird es nicht geben", erklärte Schalke-Manager Andreas Müller nach dem zweieinhalbstündigen Krisengipfel in Gelsenkirchen, an dem auch Trainer Mirko Slomka, Präsident Gerhard Rehberg sowie Asamoah und dessen Berater Jürgen Milewski teilgenommen hatten. "Wir haben die Sache bereinigt", meinte Slomka und hob zusammen mit der Vereinsführung die Suspendierung auf. "Wir wollen ohne Vorbehalte weiter zusammenarbeiten", sagte der 39 Jahre alte Coach, der zuvor von einem "Vertrauensbruch" Asamoahs gesprochen hatte.

Trotz des laut Müller "reinigenden Gewitters", konnte von einer wirklichen Annäherung der Parteien keine Rede sein. "Ich bin bereit, weiter für Schalke zu spielen. Aber ich bleibe dabei: Was ich gesagt habe, war harmlos. Die Strafe war hart und ungerecht", betonte Asamoah. Mit finsterer Miene machte der 27 Jahre alte Nationalstürmer keinen Hehl aus seiner nach wie vor großen Enttäuschung über die Suspendierung durch die sportliche Leitung für die mit 0:2 verlorene Sonntags-Partie bei Hertha BSC: "Ich habe mich als Sündenbock und allein gelassen gefühlt. Dabei habe ich nichts Falsches gemacht."

"Asamoah bleibt Aushängeschild"

Aus disziplinarischen Gründen war der dienstälteste Schalke-Profi aus dem Kader für die Partie in Berlin verbannt worden. Grund waren länger zurückliegende Äußerungen über Trainer Slomka. Laut Schalke hatte Asamoah angekündigt, Slomka "in der Öffentlichkeit Probleme" zu bereiten, falls er nicht "alsbald in der Bundesliga von Anfang an spielen würde". Müller verteidigte die Maßnahme noch einmal. "Es war eine harte Entscheidung. Aber wir stehen weiterhin felsenfest dazu. Wir mussten durchgreifen", sagte der Manager, der trotz der "unterschiedliche Auffassungen" weiter auf Asamoah setzt: "Er war immer ein Aushängeschild. Und das wird er auch bleiben."

Asamoah, der seine umstrittene Aussage gegenüber dem Sturm- Konkurrenten Halil Altintop gemacht haben soll, ist noch immer entsetzt, dass der Inhalt des Kabinengesprächs - angeblich durch einen Mitarbeiter einer Berater-Agentur und weitere Recherchen des Vereins - an Müller und Slomka gelangt ist. "Es ist eine große Enttäuschung, dass dies weitergetragen wurde. Das war Neuland für mich." Er habe bereits mit dem betreffenden Spieler gesprochen und man habe "jetzt noch Zeit", die Differenzen auszuräumen. "Wenn solche Gespräche beim Trainer oder Manager landen, braucht man von Teamgeist nicht mehr zu sprechen", klagte Asamoah, der seine Aussage als normal einstuft: "Wenn alles, was in der Kabine über den Trainer gesagt wird, so behandelt wird, muss man den ganzen Kader rausschmeißen."

Asamoah: Es gab schonmal Streit

Gleichwohl räumte Asamoah ein, dass er in der Sommervorbereitung schon einmal mit Slomka, seinem ehemaligen Jugendtrainer bei Hannover 96, aneinander geraten sei. "Da hat es harte Worte gegeben. Vielleicht war das nicht ganz richtig. Aber das ist eine uralte Geschichte", erklärte der Profi.

Der viel beschworene Teamgeist beim Fußball-Bundesligisten ist mehr denn je in Frage zu stellen. Dass öffentlich ausgetragene Dispute nicht gerade das Image und die Leistung fördern, ist jedem klar. Selbst Slomka meinte, so etwas sollte "intern bleiben", aber es sei auch eine Chance für die Mannschaft, "daraus gestärkt hervor zugehen": "Wir wollen Erfolg. Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen", sagte der Coach.

Auch Müller gelobte Besserung bei der Behandlung kritischer Themen: "Wichtig ist, dass wir Dinge noch besser intern regeln." Zuvor hatte Torwart und Ex-Kapitän Frank Rost von einer bedenklichen Entwicklung gesprochen: "Wir sind auf dem besten Weg, uns selber nachhaltig zu schlagen."

DPA DPA

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