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Sonntagsspiele: Luca-Toni-Superstar versenkt Hannover

Toni, die Tormaschine: Mit einem lupenreinen Hattrick hat Luca Toni die Show des Tages geliefert. Durch seine drei Tore gegen Hannover stellte der FC Bayern wieder den alten Punkteabstand auf Bremen her. Der HSV gewann ebenfalls souverän gegen Bochum - und feierte einen Doppeltorschützen.

Luca Toni sei Dank: Nach zuvor zwei Pflichtspielen ohne Sieg schoss der italienische Nationalspieler den deutschen Rekordmeister mit seinem ersten Bundesliga-Hattrick und seinen Saisontoren 11 bis 13 (58./64./82.) zu einem 3:0 (0:0) bei Hannover 96. Im zweiten Sonntagsspiel gewann der Hamburger SV sein Heimspiel gegen Bochum und kletterte auf Platz drei in der Tabelle.

Trotz ihres Sieges versprühten die Bayern, die am kommenden Sonntag den zweitschärfsten Verfolger Hamburger SV (37 Punkte) empfangen, gegen die über weite Strecken ängstlichen Niedersachsen selten Glanz. Das Fehlen des Spielgestalters Franck Ribery und dessen Ideen war deutlich zu merken. Immerhin kamen die Münchener zu ihrem ersten Erfolg im dritten Pflichtspiel seit der Verletzung des Franzosen. Hannover 96 blieb indes im vierten Spiel hintereinander ohne Sieg und muss um seine Europapokal-Ambitionen bangen.

Kahn war wieder fit

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld konnte wieder auf Torwart Oliver Kahn zurückgreifen, der noch am Donnerstag im Uefa-Pokal-Spiel beim FC Aberdeen (2:2) wegen Grippe gefehlt hatte. Martin Demichelis wurde indes wegen eines Muskelfaserrisses von Daniel van Buyten in der Abwehr ersetzt. Hitzfelds 96-Kollege Dieter Hecking stellte sein Team im Vergleich zum 2:2 gegen den Karlsruher SC in der Vorwoche gleich auf vier Positionen um.

Wichtigste Personalie: In der Innenverteidigung kam Wintereinkauf Valérien Ismael ausgerechnet gegen seinen Ex-Club zu seinem Pflichtspiel-Debüt für Hannover. Für den Franzosen war es nach über anderthalbjähriger Leidenszeit das erste Bundesliga-Spiel seit Mai 2006 von Beginn an. Doch schon zur Pause musste der 32-Jährige wegen Adduktorenproblemen in der Kabine bleiben.

In der ersten Halbzeit bekamen Ismael und die 96-Abwehr nur wenig Arbeit. Hannover bemühte sich, das Spiel an sich zu reißen. Die Bayern ließen die Gastgeber zumindest in den ersten 20 Minuten gewähren. Trotz Feldvorteilen reichten aber die Mittel der Niedersachsen nicht, um zu Chancen zu kommen. Einzige nennenswerte Situation war eine Kopfball-Rückgabe von Philipp Lahm, der seinen Torwart Kahn in Verlegenheit brachte.

Bayern kamen schwer in Gang

Erst allmählich fanden die Bayern zu ihrem Spiel, ohne aber zu überzeugen. Luca Toni (24.) mit einem Kopfball und Hamit Altintop (27.) mit einem Schuss aus zwölf Metern hatten die ersten Möglichkeiten für die Gäste. Die beste Chance vergab Mark van Bommel (40.), der nach schöner Vorarbeit des agilen Altintop verzog.

Zehn Minuten nach der Pause musste Hannover dann ohne seinen Trainer Dieter Hecking an der Seitenlinie auskommen. Der 43-Jährige hatte sich zu lautstark über Entscheidungen von Schiedsrichter Markus Merk (Otterbach) beschwert und wurde von dem Referee auf die Tribüne verwiesen. Nur drei Minuten später kam es für die Platzherren noch schlimmer. Nachdem die 96-Abseitsfalle ihre Wirkung verfehlt hatte, traf Toni zur insgesamt verdienten Führung der Gäste. Der italienische Weltmeister traf kurz darauf auch zum 2:0 und kurz vor Schluss zum dritten Mal. Damit übernahm er mit nun 13 Saisontoren die alleinige Führung in der Torjägerliste. Bei Hannover waren Torhüter Robert Enke und Christian Schulz die besten. Im Bayern-Trikot ragten Toni und Lucio heraus.

Im zweiten Sonntagsspiel hat der Hamburger SV seine "schwarze Serie" gestoppt und hat mit einem verdienten 3:0 (1:0)-Sieg gegen den VfL Bochum wieder den Sprung auf Platz drei in der Tabelle geschafft. Nach fünf sieglosen Liga-Partien führten der überragende Ivica Olic (40. Minute) mit seinem neunten Saisontreffer und David Jarolim (64./71.) mit seinem Doppelpack den HSV vor 50.069 Zuschauern in der Nordbank-Arena zum Sieg.

Blumen und Beifall für Zidan

Blumen und Beifall gab es sogar schon vor der Partie - aber nur für Ägyptens Afrika-Cup-Sieger Mohamed Zidan, der zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Der erste HSV-Heimerfolg gegen den VfL seit fast genau sieben Jahren war der gerechte Lohn für eine deutliche Steigerung nach der Pause. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens begann sehr verhalten und konnte aus den vielen durchschaubaren Aktionen zunächst kein Kapital schlagen. Olic und Piotr Trochowski, der den verletzten Regisseur Rafael van der Vaart (Bänderanriss) auf dessen Mittelfeld-Position vertrat, waren zwar sehr engagiert. Doch drei Tage nach dem Uefa-Cup-Sieg des HSV in Zürich blieb bis zum 1:0 vieles Stückwerk.

DPA/SID/tis / DPA

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