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Spanien gegen Deutschland: Warum kennt man kaum einen Spieler?

Spanien gegen Deutschland - das klingt nach einem Topspiel. Doch beide Trainer schicken eine B-Elf aufs Feld. Warum eigentlich? Und wen kennt man noch? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Spiel.

Von Felix Haas

Die Nationalspieler Max Kruse, Antonio Rüdiger und Karim Bellarabi laufen sich warm - für eine große DFB-Karriere?

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Warum kennt man so wenige Spieler?

Bei der DFB-Elf liegt das natürlich vor allem daran, dass so viele etablierte Stars verletzt sind. Mesut Özil, Marco Reus, Bastian Schweinsteiger, Andre Schürrle, dazu seit Kurzem Jerome Boateng und Manuel Neuer - alle müssen mehr oder weniger lange pausieren. Nun gibt Joachim Löw der zweiten Garde eine Chance.

In Spanien findet nach der katastrophalen Weltmeisterschaft ein Umbruch statt. Xavi, Xabi Alonso - wichtige Säulen des Teams sind zurückgetreten. Iniesta fehlt verletzt. Coach Vicente del Bosque setzt auf den Nachwuchs. Und der ist äußerst talentiert. Koke, Isco, Bartra - Sie mögen diese Namen noch nicht besonders gut kennen, doch Sie sollten sie schnell lernen. Sie alle haben sich bei Topclubs durchgesetzt. Isco ist Publikumsliebling bei Real Madrid. Bartra ist Barcelonas große Innenverteidiger-Hoffnung.

Welche Spieler kenne ich von der WM?

Das sind nicht viele. Bei Deutschland stehen heute Abend lediglich drei Spieler aus der Final-Startelf in der Anfangsformation. Thomas Müller, Benedikt Höwedes und Toni Kroos. Insgesamt beginnen gegen Spanien wohl sieben Weltmeister - viele davon aus der zweiten Reihe, wie Shkodran Mustafi, Erik Durm oder Roman Weidenfeller.

Bei Spanien dürften die meisten Spieler in der Startelf nur eingefleischten Fußballfans ein Begriff sein. Einzig Sergio Ramos ist aus der Jahrhundert-Elf der Spanier noch übrig geblieben. Ansonsten tummeln sich dort viele Stars, die lange keine Chance erhielten - und einige Nachwuchsspieler. So erhält auch Bayerns Linksverteidiger Juan Bernat seine Chance.

Wer ist Favorit?

Bei Deutschland bilden die Weltmeister Kroos, Khedira und Müller eine starke Achse. Doch Spanien ist insgesamt individuell stärker besetzt. Ein Beispiel ist Rechtsverteidiger Cesar Azpilicueta. Für Spanien mag er international noch keine Größe sein - doch er ist Stammspieler beim FC Chelsea und spielt dort seit Jahren auf Top-Niveau. Bei Deutschland darf am Abend Antonio Rüdiger ran, der ist zwar ein Talent aus der zweiten Reihe - ist aber noch lange nicht so weit wie Azpilicueta.

Wie will Joachim Löw spielen lassen?

Löw kündigte an, defensiv spielen zu wollen. Es zeichnet sich eine 4-3-3-Formation ab. Löw will mit Kontern zum Erfolg kommen. "Unsere Ausrichtung ist nicht darauf ausgelegt, ständig in der gegnerischen Hälfte zu sein und mehr Ballbesitz zu haben", sagte der Coach vor der Begegnung, "da müssen wir unser Spiel ein Stück weit umstellen."

Welchen Stellenwert hat das Spiel?

Es ist ein Prestigeduell, aber nicht mehr. Ein Duell der besten des Landes ist es jedenfalls nicht. Beide Trainer geben ihrer zweiten Garde eine Chance. Letztlich geht es also um die Frage: Welche Nation hat in der Breite die besseren Talente?

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