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Uefa-Cup: Pizarro macht Werder-Wunder perfekt

Was für eine Dramatik im Giuseppe-Meazza-Stadion! Werder lag beim AC Milan zur Pause bereits mit 0:2 zurück. Dann kam der Auftritt von Claudio Pizarro. Mit einem Doppelpack sicherte der Stürmer den Grün-Weißen doch noch das Weiterkommen im Uefa-Pokal. Für den VfB Stuttgart lief es dagegen weniger gut.

Claudio Pizarro hat für Werder Bremen das Fußball- Wunder in Mailand perfekt gemacht und die Hanseaten ins Achtelfinale des UEFA-Pokals befördert. Mit zwei Kopfball-Toren (68./78.) machte der Peruaner am Donnerstag einen 0:2-Rückstand beim Starensemble des AC Mailand wett und sicherte der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ein kaum für möglich gehaltenes 2:2 (0:2) im Giuseppe-Meazza-Stadion. Drei Tage vor dem Bundesliga-Klassiker gegen Bayern München schienen Andrea Pirlo (26./Handelfmeter) und der Brasilianer Pato (33.) nach dem 1:1 aus dem Hinspiel den K.o. der Bremer besiegelt zu haben, die vor 23 280 Zuschauern klare optische Vorteile besaßen. In der Runde der letzten 16 trifft Werder nun im März auf den AS St. Etienne.

Werder wurde in der letzten Viertelstunde für seine große Moral belohnt und legte auch endlich die eklatante Abschlussschwäche ab, weil Pizarro ins Schwarze traf. Der Peruaner, der schon bei Werders 1:1 bei Inter Mailand im Champions-League-Gruppenspiel getroffen hatte, köpfte zunächst eine Freistoß-Flanke von Diego in die Maschen, zehn Minuten später war er nach einer Hereingabe von Sebastian Boenisch erneut erfolgreich.

Werder zu Beginn im Abschluss schwach

Von Spielmacher Diego umsichtig dirigiert, hatten die Hanseaten die Milan-Abwehr um Routinier Paolo Maldini zuvor zwar ein paar Mal ins Wanken gebracht, die entscheidende Lücke in der Hintermannschaft aber nicht gefunden. Auf der Gegenseite genügten den ohne die Superstars Kaka und Ronaldinho angetretenen Italienern wenige Spielzüge, um die Hintermannschaft der Bremer auszuhebeln.

Die von Trainer Schaaf nach der Pleite von Cottbus auf vier Positionen veränderten Mannschaft dominierte die Partie gegen das lange Zeit passive Milan-Team über weite Strecken und erspielte sich auch gute Chancen, doch Zählbares sprang nicht dabei heraus. Eine erste gute Möglichkeit vergab der von Pizarro mustergültig in Szene gesetzte Hugo Almeida, der zu lange mit dem Torschuss (19.) zögerte.

Pato mit Traumtor

Von den Mailändern war zunächst wenig zu sehen. Noch einer der Auffälligsten war der mit großem Applaus empfangene David Beckham, der seine besten Szenen bei Standardsituationen hatte. Ein Freistoß des Fußball-Popstars leitete auch die Führung für die Hausherren ein. Der im Hinspiel gelb-gesperrte Werder-Kapitän Torsten Frings bekam den Ball beim Hochspringen an den Ellenbogen und Pirlo verwandelte den vom schwedischen Schiedsrichter Eriksson verhängten Strafstoß unhaltbar für Wiese-Vertreter Christian Vander zum 1:0.

Sieben Minuten später sanken Werders Hoffnungen auf ein Weiterkommen nach einem Duett der Generationen fast auf den Nullpunkt. Der 40-jährige Maldini spielte den 19 Jahre alten Brasilianer Pato an, der den Ball aus 20 Metern unter die Latte des Bremer Gehäuses jagte. Per Mertesacker hatte den Torschützen zu zögerlich angegriffen. Doch Werder suchte weiter den Weg nach vorne. Die Möglichkeit zum Anschluss verpasste Mertesacker (40.), der eine Freistoß-Flanke von Mesut Özil vorbei köpfte.

Gebhart-Tor reicht Stuttgart nicht

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken drosselte der AC Mailand im zweiten Durchgang das Tempo und daraus schlug Werder Kapital. Erst versuchte es Diego aus der Distanz (50.), zielte aber knapp daneben. Besser machte es der Brasilianer in der 68. Minute, als er Pizarro einen Freistoß mustergültig auf den Kopf servierte und der Peruaner zum Anschluss traf. Damit leitete er eine stürmische Schlussphase der Hanseaten ein, die mit dem Ausgleich belohnt wurde.

Der VfB Stuttgart hat das Achtelfinale des UEFA-Cups dagegen klar verpasst. Nach dem 1:2 beim Pokalverteidiger Zenit St. Petersburg verloren die Schwaben am Donnerstagabend auch das Rückspiel der K.o.-Runde mit 1:2 (0:1). Das einzige VfB-Tor durch Timo Gebhart (80. Minute) reichte nicht zum Sprung in die nächste Runde. Die Gäste-Treffer hatten vor 34 500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena Igor Semschow (42.) und Viktor Faysulin (86.) erzielt.

DPA/kbe

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