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UEFA CUP: Wenig Tore, unterschiedliche Ergebnisse

In den drei Spielen der deutschen UEFA Cup-Teams fielen lediglich zwei Treffer. Trotz verschiedener Resultate haben aber alle Mannschaften noch eine Chance aufs Weiterkommen.

Der Freiburger SC hat dem großen Favoriten Feyenoord Rotterdam mit einer »Notelf« Paroli geboten. Nach der knappen 0:1 (0:0)-Niederlage im Hinspiel dürfen die Jungstars weiterhin vom Achtelfinale träumen.

Die Elf von Trainer Volker Finke überzeugte trotz zahlreicher Ausfälle beim ehemaligen Weltpokalsieger und aktuellen Vizemeister der niederländischen Ehrendivision mit Kampfgeist und Engagement.

Feyenoord machte von Anpfiff an Druck. Die Freiburger versuchten, den ersten Ansturm zu überstehen und das eigene Tor sauber zu halten. Im Verlauf kamen die Breisgauer dann besser ins Spiel.

Kein Jammern wegen des Aufgebots

SC-Trainer Volker Finke trat mit dem letzten Aufgebot an. Seine Abwehr musste er völlig umstellen. Nationalspieler Sebastian Kehl fiel wegen einer Sperre aus, Benjamin Kruse ist für den europäischen Wettbewerb nicht spielberechtigt und Oumar Konde musste verletzt passen.

Kurzfristig fiel auch noch Levan Zkitischwili im Mittelfeld verletzt aus, der angeschlagene Angreifer Adel Sellimi durfte nur auf der Bank Platz nehmen.

Feyenoord suchte die Entscheidung

Nach dem Wiederanpfiff suchten die Niederländer die schnelle Entscheidung. SC-Trainer Finke hielt es vor Anspannung kaum auf der Bank. Aber seine Spieler kämpften mit Herz und ließen sich nicht einschüchtern.

Die Gastgeber drängten, aber die SC- Abwehr hielt das Tor lange dicht. Bis zur 82. Spielminute: Auf Vorlage von Smolarek versetzt der Japaner Ono Golz zum 1:0 für Feyenoord.

Schwache Dortmunder siegen

Trotz einer dürftigen Leistung hat Borussia Dortmund die Chancen auf den Einzug in das Achtelfinale des UEFA- Pokals gewahrt. Durch den Treffer von Heiko Herrlich Sekunden vor dem Abpfiff kam der BVB zu einem 1:0 (0:0).

Den Nachweis seiner internationalen Klasse blieb der BVB aber einmal mehr schuldig. Nur mit viel Glück kamen die Westfalen zum Sieg gegen den dänischen Meister, der einen durch Christian Wörns verursachten Handelfmeter von Jacob Laursen (69.) verschoss.

Defensiv und Zweikampfschwach

»Ich weiß, dass das Spiel schlecht gesehen wird. Es war auch schlecht«, gestand Borussias Trainer Matthias Sammer. »Wir haben vor allem am Anfang viel zu wenig Leidenschaft gezeigt.« Auch Torschütze Herrlich gab zu: »Wir haben sicherlich nicht gut gespielt.«

Die Dortmunder knüpften in Kopenhagen an die schwachen Auswärtsleistungen aus der Champions League an. Ohne den verletzten Regisseur Tomas Rosicky fehlte den Westfalen jegliche Kreativität.

Das Spiel nach vorn fand fast gar nicht statt. Viel zu verhalten gingen die Dortmunder die Partie an und ließen sich zu sehr in die Defensive drängen. Erschreckend zudem die Zweikampfschwäche der Gäste.

Platzverweise statt Torchancen

Die Folge: Die Kopenhagener beherrschten die Begegnung. Vor allem Heine Fernandez und der schnelle Südafrikaner Sibusiso Zuma bereiteten der Borussen-Abwehr immer wieder Probleme. Trotzdem blieben klare Chancen in der ersten Halbzeit auch für die Gastgeber Mangelware.

Kurz vor der Pause in dem bis dahin ereignisarmen Spiel kam Hektik auf. Kopenhagens 21 Jahre altes Mittelfeld-Talent Poulsen, an dem die Dortmunder interessiert sind, sah für eine Attacke an Koller die Gelb-Rote Karte.

Der gefoulte Tscheche hatte seine Nerven nicht im Griff und trat gegen Poulsen nach. Der gute englische Referee Michael Riley zeigte zu Recht die Rote Karte.

Überraschendes Siegtor

Nach dem Wechsel besann sich der Bundesligist eines Besseren. Die Dortmunder zeigten mehr Engagement und wurden aktiver, ohne allerdings zu überzeugen. Die Dominanz der Dänen blieb ungebrochen, auch wenn ihnen das Fehlen ihres Spielmachers Poulsen anzumerken war.

Kopenhagen machte dennoch weiter Druck. Umso überraschender war das Siegtor durch den in der 46. Minute für Amoroso eingewechselten Herrlich, der in der Nachspielzeit den Ball aus kurzer Entfernung ins Tor bugsierte.

Hertha mit Nullnummer

Mit einer Nullnummer bei Servette Genf hat sich Hertha BSC die große Chance eröffnet, erstmals nach 23 Jahren wieder im UEFA-Cup zu überwintern. Vor 9000 Zuschauern im ausverkauften Stade de Charmilles versäumten es die Berliner am Donnerstagabend allerdings, schon im Hinspiel der dritten Runde alles klar für den Einzug in das Achtelfinale zu machen.

Gegen die harmlosen Schweizer bot der Bundesligist nur Magerkost. Aber auch im fünften UEFA-Cup-Spiel dieses Jahres blieb Hertha ohne Gegentor.

»Das war kein weltbewegendes Spiel. Im Rückspiel müssen wir natürlich mehr nach vorne machen«, meinte Kapitän Michael Preetz. Mittelfeldspieler Rene Tretschok freute sich über die gute Ausgangsposition, warnte jedoch vor verfrühtem Jubel: »Ein 0:0 ist immer gefährlich.«

Berlin kontrollierte das Spiel

Nach einer heiklen Anfangsphase mit zwei guten Möglichkeiten für die Genfer, kontrollierte der Bundesligist die Partie. Die Berliner Innenverteidigung mit Marco Rehmer und Dick van Burik hielt die Servette-Angreifer sicher in Schach.

Wenig Chancen

Im Spiel nach vorn brachten die Herthaner in ihrem 59. Europacup- Auftritt allerdings kaum etwas Konstruktives zu Stande. Nicht zufällig entsprang die einzige Chance vor der Pause einer Standardsituation. Ansonsten war das Angriffsspiel der Berliner zu ungenau, öffnende Pässe in die Spitze blieben Mangelware.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich am Spielverlauf kaum etwas; die Abwehrreihen dominierten, die Spitzen hingen hüben wie drüben in der Luft.

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