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Hinkel setzt Zeichen "für ganz Fußball-Deutschland"

Mit der Vertragsverlängerung von Andreas Hinkel hat der VfB Stuttgart für Begeisterungsstürme bei den Fans gesorgt und die Weichen für einen langfristigen Erfolg gestellt.

Bundesliga-Tabellenführer VfB Stuttgart hat mit der Vertragsverlängerung von Nationalspieler Andreas Hinkel für Begeisterungsstürme bei den Fans gesorgt und die Weichen für einen langfristigen Erfolg gestellt. "Andreas Hinkel hat hier auf viel, viel Geld verzichtet und ein Zeichen für ganz Fußball-Deutschland gesetzt", freute sich Teammanager Felix Magath. Das Ende der Verhandlungen mit dem 21-Jährigen wurde am Samstag in Stuttgart mehr gefeiert als der 3:1 (1:0)-Sieg gegen Hannover 96. "Meine sportliche Weiterentwicklung ist für mich das Wichtigste. Der Verein hat in den nächsten Jahren die Möglichkeit, ganz Großes zu erreichen", begründete Hinkel seine vorzeitige Verlängerung um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2007.

Kuranyi lässt sich Zeit

Eine Hängepartie bleibt hingegen der Fall Kevin Kuranyi. Der vom FC Schalke 04 umworbene Nationalstürmer pokert noch. "Ich will den richtigen Schritt machen und mir die Zeit nehmen", sagte er. In Gelsenkirchen reagierte Manager Rudi Assauer auf seine Art auf Hinkels Entscheidung. "Ich habe gar nicht mit ihm verhandelt. Es gab nie ein Angebot", behauptete er. Doch Hinkel, der als ehrliche Haut gilt, bestätigte, dass das Interesse der "Königsblauen" bereits seit der vergangenen Saison bestanden habe.

Jubel bei den Fans

Nach zwei turbulenten Wochen hatten am Freitag VfB-Präsident Erwin Staudt und Herbert Hinkel, der Vater und Berater des Abwehrspielers, noch einmal verhandelt. Telefonisch wurde dann am Morgen darauf alles klar gemacht. Hinkel verdient künftig etwa zwei Millionen Euro im Jahr. Eine Ausstiegsklausel enthält der Kontrakt nach Angaben Staudts und Hinkels nicht. Sekunden vor dem Anpfiff gab der Stadionsprecher bekannt, dass der fünffache Nationalspieler bis 2007 verlängert. Als die Nachricht auf der Anzeigetafel aufleuchtete, brach unter den Zuschauern lautstarker Jubel aus. "Andi ist ein wichtiger Sympathie- und Imageträger für uns. Ich hoffe auf eine Initialzündung", sagte Staudt, als vor laufenden Kameras die Unterschriften unter den Kontrakt gesetzt wurden.

Empfehlung für die WM 2006

Eine gute Entscheidung nicht nur für den Verein», urteilte Magath, "sondern auch für die deutsche Nationalmannschaft und Rudi Völler." Beim VfB will sich Hinkel, an dem auch italienische Vereine interessiert waren, für die WM 2006 empfehlen. Bei der Extra-Pressekonferenz saß auch sein Vater auf dem Podium. Den hatte Magath zunächst wohl eher als Pokerface eingeordnet. "Ich habe zwischendurch ein bisschen an Herrn Hinkel gezweifelt", sagte der Teammanager unvermittelt. "Ich möchte mich hierfür öffentlich bei Ihnen entschuldigen."

Hinkel gehalten, in der Bundesliga weiter ungeschlagen, mit dem achten Pflichtsieg nacheinander einen neuen Vereinsrekord aufgestellt, das Champions-League-Achtelfinale vor Augen - beim VfB läuft es weiter wie geschmiert. Gegen Hannover mussten die Schwaben allerdings trotz einer 2:0-Führung nach Toren von Imre Szabics (29.) und Silvio Meißner (77.) noch zittern. "So ein Rückstand beim Tabellenführer, da bist du normalerweise tot", meinte 96-Trainer Ralf Rangnick. Doch Thomas Brdaric verkürzte vor 36.000 Zuschauern auf 1:2 (81.) und traf dann noch die Latte. Erneut Meißner machte in der Schlussminute alles klar. Somit war die Generalprobe für das vorletzte Gruppenspiel am Mittwoch gegen die Glasgow Rangers, wo dem VfB ein Unentschieden fürs Weiterkommen reicht, mit Ach und Krach bestanden. Zvonimir Soldo hatte es trotzdem die Laune verhagelt. "Wir haben schon genug über dieses Thema geredet", verweigerte der Kapitän einen Kommentar zu Hinkels Bleiben.

Ulrike John, dpa/DPA

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