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Wahl zum Weltfußballer 2020 Steht Robert Lewandowski die Krönung oder ein Trauma bevor?

Sehen Sie im Video: Selbst als bester Stürmer der Bundesliga steht Robert Lewandowski in der Kritik.




Robert Lewandowski ist der beste Stürmer der Bundesliga. Aber ist er auch einer der besten Welt, wie er und der FC Bayern gerne behaupten. Oder wird er überschätzt?
Seit dem Aus gegen Real Madrid steht der polnische Angreifer schwer in der Kritik.
Ihm haftet der Makel an, in großen Spielen nicht zu treffen.
Gegen Real Madrid hatte Lewandowski im Hinspiel zwei erstklassige Torchancen, vergab sie aber. Er hätte dem Duell gegen Real eine entscheidende Wende geben können. Auch im Rückspiel blieb er blass.
„Lewandowski wird diesem Status in diesem Spiel, den er haben möchte, einfach nicht gerecht. Da muss er eben auch mal gnadenlos zuschlagen“, sagte ZDF-Experte Oliver Kahn.
 Schaut man sich die Tor-Bilanz Lewandowskis in der Champions League in den vergangenen Jahren genauer an, stellt man fest: An den Vorwürfen scheint etwas dran zu schein.
Gegen große Gegner ab dem Viertelfinale ist Lewandowski nicht mehr so treffsicher.
Aber was sind die Gründe für die Torflaute des ansonsten so treffsicheren Angreifers? Ist er vielleicht gar nicht der Weltklassespieler, für den ihn viele halten?
Tatsache ist: In der Bundesliga und der Gruppenphase sind die Gegner in der Regel leichter – und es fehlt der unmittelbare Druck eines K.o.-Spiels.
Trifft der Pole aber auf Weltklasse-Verteidiger wie Sergio Ramos von Real Madrid, ist er schnell abgemeldet.
Kritiker meinen, ihm fehle es an der nötigen Technik, um ein das Prädikat "weltklasse" zu verdienen. Ballannahme und Passischerheit unter Druck seien nicht gut genug. Das unterscheide ihn von anderen Angreifern wie Ronaldo, Messi oder Salah.
Geht es nach Lewandowskis Management, gehört der Pole auf jeden Fall zu den besten Stürmern der Welt. Sie schürten in der Vergangenheit systematisch Gerüchte, dass Real Madrid Interesse an Lewandowski habe.
Nach außen wirkt es, als würde Lewandowski wie viele andere Profis auch zu sehr auf die Einflüsterungen seiner Berater hören.
Doch egal, ob Weltklasse oder nicht: Das Selbstbild des Polen ist ungetrübt. Die Bachelorarbeit, die er an der Sporhochhochschule Warschau im vergangenen Jahr abgab, trägt den Titel: RL9. Der Weg zum Ruhm.
Das Kürzel ist eine Anspielung auf CR7, den Markennamen von Cristiano Ronaldo. Es ist keine Frage. Für Lewandowski ist Lewandowski auf jeden Fall Weltklasse.
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Messi oder Ronaldo? Das war in den letzten zehn Jahren meist die Frage, wenn der Weltfußballer gewählt wurde. Doch dieses Jahr könnte endlich die Stunde von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski schlagen.

Die Bayern-Fans werden sich noch gut erinnern. 2013 führte ein überragender Franck Ribéry die Münchner zum Triple unter Trainer Jupp Heynckes. Bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres, die damals noch unter der Bezeichnung Fifa Ballon d'Or durchgeführt wurde, triumphierte aber der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo vor seinem argentinischen Dauerrivalen Lionel Messi. Ribéry wurde nur Dritter, obwohl Ronaldo 2013 keinen Titel geholt hatte und Messi nur spanischer Meister geworden war.

Wiederholt sich womöglich 2020 die Geschichte? Unter normalen Gesichtspunkten kann der Sieger bei der Wahl des Weltverbandes Fifa, deren Ergebnis am heutigen Donnerstag (19.00 Uhr) verkündet wird, nur Lewandowski heißen. Meister, DFB-Pokal-Gewinner, Champions League-Sieger. Torschützenkönig in allen drei Wettbewerben, dazu der Erfolg im deutschen und europäischen Supercup. Der polnische Stürmer des FC Bayern war der überragende Spieler der Saison, während Messi beim 2:8 gegen die Münchner gedemütigt wurde und für Ronaldo schon im Champions-League-Achtelfinale Endstation war.

Rummenigge lobt Lewandowski für "herausragende Saison"

"Man muss klar sagen, dass Robert Lewandowski diese Auszeichnung absolut verdient hätte", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge der "Abendzeitung" und fügte hinzu: "Er hat eine herausragende Saison gespielt mit vielen Toren, und er hat seine Qualitäten zum Wohle der Mannschaft noch mal gesteigert."

Aber bei der Wahl fließt das Votum von Fans, Nationaltrainern, Nationalmannschaftskapitänen und Journalisten zu gleichen Teilen in das Ergebnis mit ein. Da können Beliebtheitswerte einen größeren Ausschlag als sportliche Erfolge geben. Das weiß auch Rummenigge. Messi und Ronaldo hätten "in anderen Erdteilen wie Asien, Afrika und insbesondere Südamerika einen gewissen Startvorteil". Dort seien sie im Fernsehen "viel präsenter und weiter verbreitet" als Bundesliga-Spieler.

Es stehen auch noch weitere Entscheidungen an:

Welttrainer

Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß, dass ein deutscher Trainer den Titel erhält. Neben Bayern-Coach Hansi Flick sind noch Jürgen Klopp (FC Liverpool) und Marcelo Bielsa (Leeds United) in der engeren Auswahl. Klopp ist zwar in der Champions League mit dem FC Liverpool schon im Achtelfinale ausgeschieden, hat dafür aber die Reds zur ersten Meisterschaft seit 30 Jahren geführt. Bielsa schaffte mit Leeds den Aufstieg.

Welttorhüter

Dass die Bayern die Königsklasse gewannen, hatten sie auch den Paraden von Nationalkeeper Manuel Neuer zu verdanken. Das könnte ihm den Titel des Welttorhüters bescheren. Seine Rivalen sind der Brasilianer Alisson vom FC Liverpool und der Slowene Jan Oblak von Atlético Madrid.

Weltfußballerin

Die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán von Olympique Lyon hat den Einzug in die Top drei knapp verpasst. Gekürt wird entweder die ehemalige Wolfsburgerin Pernille Harder aus Schweden (FC Chelsea), die Engländerin Lucy Bronze von Manchester City oder die Französin Wendie Renard (Olympique Lyon).

tkr DPA

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