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stern-Check Bundesliga Viererpack! Die Zeit nach Lewandowski – das Einzige, wovor die Bayern wirklich Angst haben müssen

Robert Lewandowski hebt vier Finger als Zeichen für vier Tore
Im Zeichen der Vier! Robert Lewandowski schoss alle vier Tore der Bayern beim 4:3-Sieg gegen Hertha BSC.
© Christof Stache / AFP
Gibt es etwas, worüber sich der FC Bayern noch Sorgen machen muss? Ja, das Karriere-Ende von Robert Lewandowski. Wer soll je in die Fußstapfen des Viererpackers treten? Probleme, die Schalke 04 nur allzu gerne hätte.

So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 3. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Der Aufreger der Spieltags

Es ist in diesen Corona-Zeiten nicht unbedingt klug, einer anderen Person an die Nase zu fassen. Und es entspricht auch ganz sicher nicht dem Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga. Noch dazu gilt so etwas im Fußball als Tätlichkeit, und die wird mit einem Platzverweis bestraft. Eigentlich. Karim Bellarabi, Nationalspieler in Diensten von Bayer Leverkusen, aber durfte weiterspielen. Warum es Schiri Robert Hartmann bei einer Verwarnung beließ, bleibt sein Geheimnis. Noch dazu, da es Bellarabi war, der den Stuttgarter Roberto Massimo von den Beinen geholt hatte. Auch die gelbe Karte für Massimo blieb rätselhaft. Die Szene wurde heftig diskutiert.

Für die gerechte Strafe musste der Fußballgott sorgen: Bellarabis Foul leitete den Ausgleich für die Schwaben ein und ließ die Leverkusener am Ende mit dem dritten Remis im dritten Spiel hadern. "Ich sage, dass das doof war", kritisierte Bayer-Coach Peter Bosz seinen Angreifer mit genervter Miene. Noch deutlicher wurde Torwart Lukas Hradecky. "Das war scheiße, und er weiß das selbst", meinte der Finne bei Sky. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat lobte seinen Spieler dagegen. "Ich finde es überragend, dass er nicht geschauspielert hat" sagte er, um gleich einzuschränken: "Das Problem ist: Eigentlich muss ich ihm sagen, schmeiß' dich das nächste Mal hin und mach' 43 Rollen. Vielleicht gibt es dann die Rote Karte." Harte Zeiten für Fairplay sind das. Hätte der Video-Schiedsrichter da nicht helfen können? Oder gar sollen?

Gewinner des Spieltages

Und wenn du denkst es, geht nicht mehr, kommt doch wieder der Lewandowski daher. Mit seinem sensationellen Viererpack rettete Robert Lewandowski den etwas überspielt wirkenden Bayern allein den Sieg über eine erstaunlich starke, sichtbar aufgerüstete Hertha. Einmal mehr zeigte er, dass er für die Münchner weiterhin vollkommen unverzichtbar ist. Was sie tun wollen, wenn der immerhin schon 32-jährige Pole einmal seine Karriere beendet, ist vielleicht die einzige Sorge, die sich die Münchner wahrhaft machen müssen. Bisher ist kein Nachfolger auch nur in weiter Ferne in Sicht.

Noch aber trifft der Pole fast nach Belieben, nie zuvor allerdings vier Mal in einem Bundesligaspiel. Es gibt doch tatsächlich noch Neues für Lewandowski - wenngleich er 2015 gegen Wolfsburg ja sogar fünffach getroffen und Pep Guardiola in Verzückung versetzt hatte. So selten ist ein Viererpack in der Bundesliga übrigens gar nicht. Immerhin 68 Mal hat es das schon gegeben, und der letzte ist nicht einmal lange her: Am 27. Juni 2020 schoss Andrej Kramaric alle vier Tore beim 4:0-Sieg der TSG Hoffenheim über den BVB. Kein Wunder also, dass er zuletzt bei den Bayern auf der Wunschliste gestanden haben soll. Das Transferfenster ist noch bis 18 Uhr geöffnet.

Verlierer des Spieltages

Wenn es ums Verlieren geht, kommt man um den FC Schalke 04 in diesen Wochen einfach nicht herum. Wer hätte je gedacht, dass ein Trainer, der bei dem großen Revierclub anheuert, einmal gefragt werden würde, ob er sich das wirklich antun will. Neu-Coach Manuel Baum ist das passiert, nicht nur einmal, und seit Samstagabend weiß er auch ganz genau warum. Das 0:4 bei RB Leipzig war ein weiterer Offenbarungseid der Königsblauen und das Ergebnis durchaus schmeichelhaft. Wären die Sachsen vor dem Tor nur ein wenig konzentrierter zur Sache gegangen, hätte es leicht eine weitere 0:8-Klatsche geben können (nach der in München). Wenigstens das blieb den Knappen erspart.

Doch Baum weiß nun, was ihm bevorsteht: kein Selbstvertrauen, keine Durchschlagskraft, keine Sicherheit bei Kombinationen, keine Aggressivität, kein Zugriff auf nichts. Da fängt man ganz von vorne an. Es war saisonübergreifend das 19. sieglose Schalker Spiel in Folge, wichtige Spieler mussten zum Saisonwechsel abgegeben werden, wegen knapper Kassen gab es praktisch keine nennenswerten Zugänge. Es spricht aktuell nicht viel für eine Wende, außer ein paar Durchhaltefloskeln: "die Saison ist noch lang" und "im Fußball kann es ganz schnell gehen". Glück auf, FC Schalke!

Dieses Tor sollten sie (nochmal) sehen

Frankfurts Torhüter Trapp schaut dem Ball hinterher, der sich ins Tor senkt

© Matthias Hangst / Getty Images

Wer solche Tore macht, der macht unweigerlich auf sich aufmerksam. Hoffenheims Andrej Kramaric hat derzeit einen Lauf. Mit sechs Toren nach drei Spielen führt er die Torjägerliste der Liga an - noch vor Viererpacker Lewandowski! Am Samstag zauberte der Kroate im Frankfurter Waldstadion die Kugel regelrecht ins Netz. Die Kraichgauer hatten das Feld in der 18. Minute rasch überquert, schließlich war es Baumgartner, der den Ball zu Kramaric weiterleitete. Der fand sich im Strafraum umringt von nicht weniger als sechs Eintracht-Spielern. Doch Kramaric ließ sich davon nicht einschüchtern, drehte sich mit dem Ball auf der Stelle Richtung Tor und hob das Leder über die gesamte Verteidigung der Frankfurter hinweg - nur leicht abgefälscht - in den Winkel. SGE-Keeper Kevin Trapp konnte da nur hinterher schauen. Coach Sebastian Hoeneß wird drei Kreuze machen, wenn es am heutigen Montag, an dem das Transferfenster schließt, nach 18 Uhr und Kramaric immer noch Hoffenheimer ist.

Bild des Spieltages

Einsamer Fan trinkt seiner Cola im ansonsten leeren Kölner Stadion
Die Einsamkeit des Fans in Corona-Zeiten - gesehen in Köln-Müngersdorf. Beim rheinischen Derby gegen Gladbach (1:3) sollten zunächst 9200 Fans im Stadion dabei sein, dann wegen steigender Corona-Zahlen in der Domstadt 0 und schließlich waren es doch wenigstens 300. Trotz aller Einschränkungen gab es gleich nach dem Anpfiff Randale - allerdings außerhalb des Stadions. Laut Kölner Polizei trafen Fangruppen beider Vereine in einer Kneipe aufeinander und schlugen auf der Straße schließlich aufeinander ein. 13 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

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