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Weltmeisterschaft: Fußball-Fans bangen um die letzten Tickets

Die 32 Mannschaften haben ihre Tickets gelöst, Millionen von Fußball-Fans können nur hoffen. Inzwischen ist die zusätzliche Verkaufsphase von Options-Karten angelaufen.

Drei weitere reguläre Möglichkeiten bieten sich den Anhängern noch bis zum Tag des Finales am 9. Juli 2006. Dass der Verkauf der begehrten Billets das Organisationskomitee, wie von Präsident Franz Beckenbauer befürchtet, bis zum Tag des Endspiels beschäftigen wird, zeigt sich seit Beginn des Ticket-Verkaufs am 1. Februar dieses Jahres.

Neben Computer-Viren, Internet-Börsen und manchmal schleppender Zahlungsmoral der Besteller sieht sich das WM-OK immer wieder öffentlicher Kritik ausgesetzt. Nachdem der Europa-Abgeordnete André Brie (Linkspartei) bereits den Vertrieb der Options-Karten in Frage gestellt hatte, beschwerten sich auch seine liberalen Parlaments- Kollegen Toine Manders (Niederlande) und Alexander Graf Lambsdorff (Deutschland) nach eigenen Angaben bei der EU-Kommission wegen des Ticket-Verkaufs. Der Fußball-Weltverband FIFA missbrauche sein Monopol, lautet ihre Kritik. Bewerber müssten im Voraus zahlen, ohne zu wissen, ob sie die Tickets tatsächlich erhalten.

Die Stadien sollen voll sein

"Hinter dem Angebot der Options-Tickets steht unser großes Ziel, die WM-Stadien auch tatsächlich voll zu besetzen", betont OK-Vize- Präsident Horst R. Schmidt. Erwartet werden bis zu 250.000 Tickets, die aus Kontingenten für Sponsoren oder Verbänden an das WM-OK zurückfließen. Schmidt wies den Vorwurf zurück, den der Politiker Brie angesichts der im Voraus geleisteten Zahlungen für die Options- Tickets indirekt aufgestellt hatte, das OK würde Zinserträge nutzen.

Zugeteilt werden die ersten Vorkauf-Karten im kommenden Februar. Bereits am 12. Dezember startet die dritte reguläre Verkaufsphase. Bis zum 15. Januar 2006 können sich die Fans wieder nach dem üblichen Verfahren via Internet (http://fifaworldcup.yahoo.com/) um Karten bemühen. Insgesamt sollen in dieser Phase rund 300 000 Tickets verkauft werden. Einen Monat später haben die Anhänger sogar zwei Monate für ihre Bewerbungen Zeit, ehe dann vom 1. Mai bis zum Finaltag die letzte Phase eingeläutet wird.

40.665 Tickets im Angebot

Neu ausgelost werden mussten schon 40.665 Einzeltickets. Entweder hatten die potenziellen Empfänger nicht bezahlt oder gegen Bestell- Regularien verstoßen. Insgesamt sind bislang 812 000 Tickets - davon waren 147 000 aus den so genannten Team-Serien - an die Anhänger in aller Welt gegangen. Die Vielzahl blieb jedoch wegen des hohen Anteils von 72 Prozent deutscher Bewerber auch im WM-Gastgeberland.

Um das Problem mit der Übertragbarkeit der individualisierten Karten zu lösen, bietet das WM-OK voraussichtlich vom 1. Februar an eine Online-Plattform an, auf der Ticket-Besitzer ihre Karten legal und zu unveränderten Preisen verkaufen können. "99,9 Prozent aller Karteninhaber werden alles dafür tun, um bei der WM selbst im Stadion dabei zu sein. Dennoch lösen wir unser Versprechen ein, für die wenigen betroffenen Fans eine serviceorientierte und unbürokratische Lösung anzubieten", sagt Schmidt.

Jens Marx/DPA

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