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WM 2006: Streit ums Eröffnungsspiel

Spielen sie es, oder spielen sie es nicht? Die Aussage von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, mit der DFB-Auswahl das WM-Eröffnungsspiel 2006 nicht bestreiten zu wollen, trifft auf ein geteiltes Echo.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat den Verzicht von Bundestrainer Jürgen Klinsmann auf die Teilnahme der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am WM-Eröffnungsspiel 2006 scharf kritisiert. "Kampflos werden wir das nicht hinnehmen", sagte der SPD-Politiker in einem Interview der Münchner "tz". Ude behauptete zudem, dass der Start Deutschlands beim WM-Auftakt am 9. Juni versprochen worden sei: "Ich halte mich an das, was uns im Zuge unserer Anstrengungen beim Bau der Allianz Arena zugesichert wurde. Und das ist das Eröffnungsspiel - mit der Teilnahme des Gastgeberlandes."

Dem widersprachen die WM-OK-Vizepräsidenten Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach am Montag in dpa-Gesprächen energisch. Es gebe keinerlei Absprachen über die Teilnehmer am Eröffnungsspiel. Die Entscheidung darüber trifft die Organisationskommission des Weltverbandes FIFA unter dem Vorsitz des schwedischen UEFA-Präsidenten Lennart Johansson erst nach Abschluss der Qualifikationsspiele im Herbst 2005. Nach den neuen Plänen würde die DFB-Auswahl zwischen ihrem Auftaktspiel am 12. Juni in Berlin und dem Gruppenfinale am 22. Juni in Dortmund ihr zweites Vorrundenspiel am 18. Juni in München bestreiten.

Sollte die Deutsche Nationalmannschaft das Eröffnungsspiel der WM 2006 bestreiten?

Franz Beckenbauer indes befürwortet Klinsmanns Vorhaben. Der Präsident des WM-OK hatte bereits im Vorfeld dafür plädiert, "im Falle der Qualifikation Brasilien den Vortritt zu lassen - als nochmalige Anerkennung für den exzellenten Auftritt bei der WM 2002." Warnendes Beispiel für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist allerdings auch die Eröffnung der EURO 2004, als Gastgeber Portugal dem immensen Erwartungsdruck der eigenen Fans nicht standhielt und gegen Griechenland mit 1:2 verlor.

"Wir wollen demnächst dem Präsidium unterbreiten, wie wir uns die Arbeit und die Bedingungen bei der WM 2006 vorstellen", kündigte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff an. Dann will die neue sportliche Leitung auch die offene Quartierfrage erörtern. Niersbach bestätigte, dass man bei Bayer Leverkusen im Wort stehe, die Trainingsmaßnahmen in der "BayArena" abzuhalten. Dies bekräftigte auch Horst R. Schmidt. Er habe dem Verein bestätigt, "dass sich der DFB seiner Verpflichtung gegenüber Bayer 04 Leverkusen und der Bayer AG sehr wohl bewusst" sei. Dies teilte der Bundesligist am Montag nach einem Gespräch zwischen Schmidt und Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser mit.

Das von Klinsmanns Vorgänger Rudi Völler ausgewählte "Schlosshotel Lerbach" in Bergisch Gladbach ist für Klinsmann nicht optimal, weil es rund 40 Autominuten von der BayArena entfernt liegt. Eine Alternative ist derzeit allerdings nicht in Sicht. Am Mittwoch kommt Klinsmann aus Los Angeles zum Ortstermin nach Leverkusen, wo er sich das Champions- League-Gruppenspiel gegen Real Madrid anschauen will. Die "Königlichen" logieren im abgelehnten DFB-Quartier.

Ude bezeichnete es als "unverständlich, wenn Deutschland nicht bei den Eröffnungsfeierlichkeiten dabei wäre. Das erste Spiel wird neben dem Finale weltweit am meisten beachtet", sagte der OB. "Diese Chance darf man sich nicht entgehen lassen. Das muss doch auch der DFB sehen. Und: Herr Klinsmann kennt doch die Begeisterungsfähigkeit der Münchner."

Oliver Hartmann/DPA / DPA

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