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Werder Bremen: Schock: Kickt Fabian Ernst jetzt für Schalke 04?

Werder Bremen muss den nächsten schweren Schlag verkraften: Mit Nationalspieler Fabian Ernst wird den deutschen Fußball-Meister am Saisonende ein weiterer Stammspieler verlassen.

Nach den Abgängen von Torjäger Ailton und Topverteidiger Mladen Krstajic vor viereinhalb Monaten bricht bald ein weiterer Eckpfeiler aus der Mannschaft heraus, die im Mai Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert hatte. Werder-Fans befürchten, dass erneut Schalke 04 zugeschlagen hat. Doch auch der FC Barcelona und Hertha BSC sollen an dem Mittelfeldspieler interessiert sein.

Zu wenig geboten

Werder hat beim Bieten um die Stars erneut den Kürzeren gezogen. Das Angebot des Vereins, den Ende der Saison auslaufenden Kontrakt zu deutlich verbesserten Konditionen zu verlängern, lehnte der 25- Jährige ab. "Fabian Ernst hat uns erklärt, dass er nach fünf Jahren bei Werder Bremen eine neue Herausforderung sucht", lautete die offizielle Begründung von Klaus Allofs. Ähnlich wie bei den Abgängen von Krstajic und Ailton kommentierte der Manager: "Das müssen wir akzeptieren." Die nächsten schweren Verhandlungen stehen bevor, denn die Verträge von drei weiteren Spielern aus der derzeitigen Stammelf laufen am Saisonende aus: Tim Borowski (24), Christian Schulz (21) und Paul Stalteri (27).

Kein Kommentar von Schalke 04

Ernst behauptet, dass das Geld nicht entscheidend war. "Ich habe von Werder Bremen ein wirklich sehr gutes Angebot erhalten, aber die finanziellen Argumente spielten bei meiner Entscheidung eine untergeordnete Rolle", wird Ernst in einer Mitteilung von Werder Bremen zitiert. "Nach dieser langen Zeit bei Werder möchte ich einfach noch einmal ein anderes Umfeld kennen lernen. Wenn ich den Verein verlasse, werden fünf sehr schöne Jahre hinter mir liegen. Ich bin in dieser Zeit Nationalspieler geworden und habe zwei Titel gewonnen. Es hat immer Spaß gemacht, ein Teil dieser Mannschaft zu sein." Der aus Hannover stammende und 2000 vom Hamburger SV zu Werder Bremen gewechselte Profi bereitet sich derzeit mit der Nationalmannschaft in Leipzig auf das Länderspiel am Mittwoch gegen Kamerun vor. Schalke 04 hielt sich am Dienstag bedeckt. "Das kommentieren wir nicht", sagte Vereins-Sprecher Gerd Voss: "Aber es ist schön, dass wir inzwischen auch mit Nationalspielern in Verbindung gebracht werden." Vor Ailton und Krstajic war bereits Frank Rost von Bremen nach Gelsenkirchen gewechselt.

Auf der Suche nach bezahlbaren Alternativen

Allofs versuchte, den frühzeitig abgebrochenen Verhandlungen etwas Positives abzugewinnen. "Wir bedauern zwar die Entscheidung von Fabian Ernst sehr, können uns aber nun gezielt nach Alternativen umschauen." Dem Manager war es in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, relativ preisgünstigen Ersatz für Abgänge zu finden. Zudem kann er darauf verweisen, dass er mit Johan Micoud und Ivan Klasnic im Sommer zwei Leistungsträger des Double-Teams längerfristig an den Verein gebunden hat.

Der zehnfache Nationalspieler Ernst hatte bereits als 17-Jähriger einen Stammplatz in der Regionalliga-Mannschaft von Hannover 96, die 1998 in die 2. Liga aufgestiegen war. Nachdem er beim Hamburger SV seinen Stammplatz verloren hatte, wechselte er vor vier Jahren nach Bremen. 132 seiner bislang 180 Bundesligaspiele absolvierte er für Werder.

Von Michael Rossmann/DPA

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