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Wettskandal: Abpfiff für Robert Hoyzer

Im Januar wurde die Fußball-Bundesliga vom größten Skandal seit 35 Jahren erschüttert. Hauptperson in der Wettbetrugsaffäre: Robert Hoyzer.

Im Verlauf des Wettskandals 2005 gab der Ex-Schiedsrichter zu, gegen Geld- und Sachzuwendungen den Ausgang von ihm geleiteter Fußballspiele beeinflusst zu haben, um Teilnehmern an Sportwetten Gewinne zu ermöglichen.

Der 26-Jährige hatte 31.000 Euro und einen Fernseher für seine Manipulationen erhalten. Er wurde vom Deutschen Fußball-Bund lebenslang gesperrt. Hoyzer, dessen Vater ebenfalls Schiedsrichter war, wuchs in Berlin auf. Nach dem Fachabitur begann er an der Fachhochschule Salzgitter ein Studium des Sportmanagements, das er allerdings abbrach. Seit Beginn der Saison 2002/2003 stand er auf der DFB-Schiedsrichter-Liste und leitete bis zu seiner Suspendierung zwölf Spiele der Zweiten Fußball-Bundesliga, ferner Begegnungen im DFB-Pokal und in der Regionalliga.

Obwohl Robert Hoyzer voll geständig war und deshalb auf eine milde Bewährungsstrafe hoffte, wurde er am 17. November 2005 vom Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 5 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Hoyzers Anwälte haben gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof umgehend Revision eingelegt.

Der Drahtzieher im Schiedsrichterskandal, Ante Sapina, in dessen Berliner Cafe King die Spielmanipulationen organisiert wurden, muss zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Den Kroaten verurteilte das Gericht in zehn Fällen, ursprünglich waren 42 Betrugstaten angeklagt. Beide können ihre Strafen im offenen Vollzug antreten, da sie bislang nicht vorbestraft waren. Sapinas Brüder Milan und Filip erhielten Strafen von 16 und zwölf Monaten, der ehemalige Schiedsrichter Dominik Marks, ebenfalls im Betrugsskandal verwickelt, wurde zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt - alles auf Bewährung.

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