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Frankreich - Schweiz: Mit blauem Auge davongekommen

Der vermeintliche Titelaspirant ist zum WM-Auftakt gegen Schweiz knapp an einer Niederlage vorbeigeschrammt. Am Ende mussten Zidane & Co. froh sein, wenigstens einen Punkt geholt zu haben.

Frankreich ist zum WM-Auftakt mit einem blauen Auge davon gekommen. Beim enttäuschenden 0:0 gegen die Schweiz am Dienstag in Stuttgart vermied die der vermeintliche Titelaspirant nur mit Mühe einen Fehlstart wie beim peinlichen Vorrunden-Aus vor vier Jahren. Allerdings müssen die Franzosen weiterhin auf den ersten Treffer bei einer WM seit dem gewonnenen Finale 1998 gegen Brasilien warten.

Trotz der mäßigen Vorstellung konnten beide Teams der Gruppe G mit dem Remis leben, da die anderen beiden Gruppengegner Südkorea und Togo als klare Außenseiter gelten. Frankreich muss am Sonntag in Leipzig gegen die Asiaten spielen, die Schweiz kann am Montag in Dortmund gegen Togo einen entscheidenden Schritt Richtung nächster Runde machen.

Riberty überzeugt

Frankreichs Trainer Raymond Domenech sorgte zum WM-Auftakt für eine Überraschung und brachte den 23-jährigen Franck Ribery erstmals von Beginn an. Er gab damit dem Druck der Öffentlichkeit nach, die das Talent von Olympique Marseille nach dessen starken Leistungen in der Vorbereitung gefordert hatten. Ribery bemühte sich neben Zinedine Zidane, im Mittelfeld das Spiel zu lenken, und stellte dabei sein großes Idol in den Schatten. Während der 33 Jahre alte Kapitän nur selten mit Pässen glänzte, trieb der Shooting Star ungeachtet der Temperatur von 31 Grad seine ständig Mannschaft an.

Überlegenheit ohne Chnacen

Beinahe die gesamte erste Halbzeit kontrollierten die Franzosen vor 52.000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion die Partie, ohne allerdings gegen die defensivstarken Schweizer zu klaren Tormöglichkeiten zu kommen. Thierry Henry von Arsenal London als alleinige Sturmspitze rieb sich gegen Patrick Müller und seinen Clubkollegen Philippe Senderos auf. Außer von Ribery und Zidane erhielt er nur wenig Unterstützung. Einziger Aufreger aus Sicht der Franzosen war vor der Pause ein unabsichtliches Handspiel von Patrick Müller im Schweizer Strafraum nach einem Schuss von Thierry Henry (38.) auf Zuspiel von Ribery.

Die beste Chance in Hälfte eins hatten die Eidgenossen, die mit sechs Bundesliga-Legionären antraten. Nach einem Freistoß des Leverkuseners Tranquillo Barnetta (24.) verpassten Senderos und Alexander Frei den Ball, der schließlich am Pfosten landete. "Es ist ein gutes Spiel, aber mir fehlt das Risiko. Beide Mannschaften spielen mit Handbremse", meinte Trainer Arsene Wenger von Arsenal London als Beobachter der Partie.

Schweizer Großchancen

Auch nach dem Wechsel ließen die Schweizer die Franzosen zunächst kommen. Doch nach 20 Minuten in der zweiten Halbzeit wurden die Eidgenossen mutiger. Eric Abidal rettete nach einer Flanke von Barnetta vor dem heranstürmenden Frei (63.). Zwei Minuten später vergab der für den enttäuschenden Kölner Marco Streller eingewechselte Daniel Gygax die beste Chance, doch sein Kopfball aus kurzer Entfernung wehrte Torwart Fabien Barthez noch ab.

Domenech reagierte und wechselte den ausgelaugten Ribery gegen Saha als zweite Sturmspitze ein. Beinahe hätte die Maßnahme Erfolg gehabt, als Saha den ebenfalls eingewechselten Vikash Dhorasoo bediente und dieser kurz vor dem Ende knapp verzog.

Reinhard Schwarz und Eric Dobias/ DPA / DPA

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