Fußball-WM - der Tag Gauchos winkt schon das Achtelfinale


Die zweite Runde der Fußball-WM läuft. Mitfavorit Argentinien will mit einem Sieg gegen Südkorea ins Achtelfinale einziehen. Am Abend muss Frankreich gegen Mexiko einen besseren Eindruck hinterlassen als zuletzt. Otto Rehagels Griechen bekommen es mit Nigeria zu tun.

Der zweifache Champion Argentinien will heute bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika als erstes Team den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen. Superstar Lionel Messi & Co. treffen in ihrem zweiten Spiel der Gruppe B um 13.30 Uhr im Soccer City Stadion von Johannesburg auf Griechenland-Bezwinger Südkorea. Um 16 Uhr stehen sich in Bloemfontein mit dem Team von Otto Rehhagel und Nigeria die beiden Verlierer der ersten Runde gegenüber. Der Spieltag wird um 20.30 Uhr in Polokwane mit der Partie der Gruppe A zwischen Frankreich und Mexiko abgeschlossen. Der Vize-Weltmeister will sich nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Uruguay im ersten Spiel nun rehabilitieren (alle Spiele (live im stern.de-Ticker).

Argentinien - Südkorea

Messi statt Mathe: Erst schließt Lionel Messi Argentiniens Schulen, dann will der Weltfußballer das Tor zum Einzug ins WM-Achtelfinale öffnen. Wenn der Superstar am Donnerstag in Johannesburg mit der Albiceleste gegen Südkorea (13.30 Uhr) zum zweiten Vorrundenspiel antritt, hat die Bildung im Land des zweimaligen Weltmeisters keine Chance. Da die Begegnung in Argentinien aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 8.30 Uhr beginnt, müssen die Schüler auf Beschluss des Kultusministeriums erst nach dem Abpfiff zum Unterricht erscheinen.

Der kleine Zauberkünstler vom FC Barcelona verspricht zumindest dem Gegner eine Lehrstunde. "Unser Team hat alles, um Weltmeister zu werden. Wenn wir alle Dinge als Mannschaft gut umsetzen, wird es ganz schwer, uns zu schlagen", sagt Messi, der bereits beim 1:0 zum Auftakt gegen Nigeria für mächtig Spektakel sorgte. Einzig beim Torabschluss haperte es. Für Nationaltrainer Diego Maradona steht sein Lieblingsschüler trotzdem über allen anderen. So lästert "Dieguito" sogar über die bisher treffsicherere Konkurrenz. "Podolski, Maicon, Elano - keiner kann sich mit Messi messen. Lio ist der beste Spieler dieses Turniers.

"Wir werden gewinnen. Ihr habt keinen Messi", rief Maradona den Südkoreanern daher auch zu. Die sind vor dem Duell im Soccer-City-Stadion aber ohnehin schon eingeschüchtert. "Lionel ist ein Magier. Es ist sehr schwierig, ihn aufzuhalten", sagt Mannschaftskapitän Park Ji-Sung von Manchester United. Torhüter Jung Sung-Ryong greift zu martialischeren Worten: "Wir haben schon ein wenig Angst vor Messi. Um ihn zu stoppen, müsste man ihm wohl die Beine brechen." Auch wenn der 25-Jährige versicherte, dies nur im Scherz gesagt zu haben, dürfte Zigarrenliebhaber Maradona der Qualm im Halse stecken geblieben sein.

Griechenland - Nigeria

Nach dem guten, aber erfolglosen WM-Auftakt gegen Argentinien will Trainer Lars Lagerbäck mit der nigerianischen Fußball-Nationalmannschaft im zweiten Anlauf die ersten Punkte einfahren. "Ich habe von vielen positiven Reaktionen in Nigeria gehört. Aber das Wichtigste ist, dass wir jetzt anfangen zu gewinnen", sagte der Schwede vor dem zweiten Gruppenspiel am Donnerstag (16.00 Uhr) gegen Griechenland.

Aus der Auftaktniederlage gegen einen der WM-Favoriten habe er eine Menge Positives mitnehmen können. "Die Spieler haben sehr positiv reagiert", sagte Lagerbäck, "es gab gute Sachen, auf die wir aufbauen können." Er sei sehr optimistisch: "Diese Mannschaft arbeitet sehr professionell."

Griechenlands Trainer Otto Rehhagel - inzwischen trotz seiner Erfolge bei den Helenen unter Beschuss - macht sich unterdessen keine Sorgen wegen des Wintereinbruchs in Südafrika mit Schnee, Frost und starkem Regen. "Ich denke, bei kaltem Wetter kann man besser spielen, als wenn es heiß ist", sagte "Rehakles" vor der Partie in Bloemfontein, dem kältesten WM-Spielort. Bei der Partie des Europameisters von 2004 werden Temperaturen um den Gefrierpunkt erwartet. "Das Wetter darf nie eine Entschuldigung sein", sagte Rehhagel: "Wir müssen alle Dinge hier in Südafrika annehmen und professionell damit umgehen." In Bloemfontein sind für die nächsten Tage Höchsttemperaturen um sechs und Tiefsttemperaturen bis minus sechs Grad vorhergesagt. Nur 100 Kilometer südlich der WM-Stadt fiel am Dienstag Schnee.

Frankreich - Mexiko

"Verlieren verboten!" lautet die Devise im Fußball-Schicksalsspiel zwischen Vizeweltmeister Frankreich und Mexiko. Dem Verlierer des Duells in Polokwane droht das frühe WM-Aus - in beiden Lagern regiert daher das Prinzip Hoffnung. "Wenn wir gewinnen, ist alles wieder rosarot", sagte Frankreichs Offensivmann Florent Malouda, der beim torlosen Auftakt gegen Uruguay nur 15 Minuten spielen durfte. Rafael Márquez, Mexikos Torschütze beim Auftakt-1:1 gegen Südafrika, verkündete: "Wir müssen gegen die Franzosen unbedingt gewinnen, egal wie".

Franck Ribéry & Co. müssen sich nicht nur mit einem hochmotivierten Kontrahenten messen, sondern auch gegen hausgemachte Probleme ankämpfen. "Die alten Dämonen von 2008 sind wieder da", warnte am Mittwoch "France Soir". Das Traditionsblatt spielte auf die Europameisterschaft vor zwei Jahren an, als sich die Franzosen auch aufgrund interner Streitereien erschreckend schwach präsentierten und schon nach der Vorrunde die Koffer packen mussten. Die Folgen der Cliquen-Bildung im "Bunker" der Franzosen in Knysna könne man auf dem Platz erkennen, stellte die Zeitung fest.

Die Mexikaner hinken ihrem Anspruch ebenfalls hinterher. Die mit vielen Vorschusslorbeeren nach Südafrika gekommene "Tri" wurde durch das Remis gegen Südafrika unsanft auf den Boden der Tatsachen geholt. "Gegen Frankreich hilft uns jetzt nur ein Sieg weiter", erklärte Trainer Javier Aguirre. Die Statistik spricht jedoch nicht für sein Team: Bislang gab es fünf Siege für Frankreich und ein Unentschieden. "El Vasco" (der Baske), wie der Coach aufgrund seiner Vorfahren genannt wird, fordert mehr Biss im Sturm. "Wir müssen einfach effektiver spielen und unsere Chancen nutzen."

DPA/dho DPA

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