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Nationalmannschaft: Die Leiden des Michael Ballack

Die WM 2010 wird ohne Michael Ballack stattfinden. Ganz Fußball-Deutschland steht unter Schock. Die erneute Verletzung ist eine von vielen in der Ära Löw. Seit dem Amsantritt Jogi Löws hatte Ballack beinahe durchgehend Verletzungssorgen.

Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack wurde in seiner Karriere immer wieder von Blessuren zurückgeworfen. Die Knöchelverletzung, die sich der 33-Jährige mit dem FC Chelsea im FA-Cup-Finale gegen den FC Portsmouth (1:0) bei einem Foul des früheren Bundesligaprofis Kevin Boateng zugezogen hatte, bedeutete das WM-Aus für den 98-maligen Nationalspieler. Ballack erlitt einen Innenbandriss und einen Syndesmose-Teilriss im oberen rechten Sprunggelenk. Dies gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bekannt.

stern.de dokumentiert die schwerwiegendsten Verletzungen von Michael Ballack seit 2006, als vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica (4:2) Deutschland tagelang über die zwickende Wade des DFB-Kapitäns diskutierte. Der Mittelfeldspieler kämpfte nach einer Verletzung um seinen Einsatz und gab schließlich grünes Licht. Der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann verzichtet dennoch auf den nicht 100 Prozent belastbaren Mittelfeldstrategen.

Die Verletzungsliste von Michael Ballack seit dem Amtsantritt von Bundestrainer Joachim Löw:

August 2006: Wenige Tage vor der Premiere von Joachim Löw als Bundestrainer verletzt sich Ballack im englischen Supercup-Spiel mit dem FC Chelsea gegen den FC Liverpool an der Hüfte. Ein Einsatz beim Löw-Debüt gegen Schweden (3:0) in Gelsenkirchen ist nicht möglich.

April 2007 - Februar 2008: Ballack zieht sich im Ligaspiel gegen Newcastle eine Knöchelverletzung zu. Nach einer ersten Operation muss er zunächst die Teilnahme an den Juni-Länderspielen gegen San Marino und die Slowakei absagen. Comeback-Pläne scheitern mehrmals, es folgt eine zweite Operation und eine Auseinandersetzung zwischen dem Spieler, Chelsea, und den DFB-Verantwortlichen um die Behandlung von Ballacks Knöchel. Erst zu Beginn des EM-Jahres 2008 kann Ballack nach fast einem Jahr Länderspiel-Zwangspause wieder im DFB-Trikot auflaufen.

Auch vor dem EM-Finale 2008 gab es Probleme

Juni 2008: Einen Tag vor dem EM-Finale wird publik, dass Ballack wegen einer Wadenverletzung nicht trainieren kann. Löw ging nicht davon aus, dass sein Kapitän gegen Spanien spielen kann. 24 Stunden später steht der Kapitän aber auf dem Rasen, kann die 0:1-Niederlage gegen die Iberer aber nicht verhindern.

August - September 2008: Im Ligaspiel gegen Portsmouth zieht sich Ballack eine Sehnenverletzung im linken Mittelfuß zu und sagt für das Länderspiel gegen Belgien (2:0) ab. Vier Tage später spielt er gegen Wigan Athletic wieder für Chelsea, doch die Probleme bleiben. Nach einer Untersuchung bei Bayern- und DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt muss er aber auch für die WM-Qualifikation in Liechtenstein und Finnland absagen.

Oktober - November 2008: Die rechte "Problem-Wade" macht Ballack nach einem Tritt von Roman Schirkow beim 2:1 gegen Russland erneut zu schaffen. Ballack verpasst zwar das Abschlusstraining vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales, kann jedoch auflaufen. Nach der Partie (1:0) klagt er über Schmerzen in den Füßen. In Augsburg wird ihm im Vorderfuß jeweils ein Neurom (gutartige Knotenbildung) entfernt. Müller-Wohlfahrt ging bei normaler Heilung von zwei Wochen Pause aus. Doch nach dem öffentlich ausgetragenen Streit mit Bundestrainer Löw steht Ballack einen Monat nach seiner OP nicht im Kader für das Länderspiel gegen England.

Dezember 2008: Trotz einer Platzwunde an der rechten Schläfe hält Ballack mit einem Kopfverband im Ligaspiel bei den Bolton Wanderers bis zum Schluss durch.

Juli 2009: Ballack erlitt im Vorbereitungsspiel von Chelsea beiden Seattle Sounders einen Bruch des kleinen Zehs und flog aus dem Trainingslager nach England zurück, wo er mit einer Spezialbandage ein individuelles Fitnessprogramm absolviert. Der Einsatz im WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan drei Wochen später wird zum Wettlauf gegen die Zeit.

Mai 2010: Ballack wird im FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea gegen den FC Portsmouth vom früheren Bundesligaprofi Kevin Boateng brutal gefoult und muss noch vor der Pause ausgewechselt werden. Eine erste Röntgenuntersuchung ergibt, dass nichts gebrochen ist. Der Knöchel ist stark geschwollen, sodass erst am Montag in München bei Nationalmannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München eine Kernspintomographie folgt. Dabei wurde ein Innenbandriss und ein Teilriss der Syndesmose im oberen rechten Sprunggelenk diagnostiziert. Damit ist das WM-Aus von Ballack perfekt. Er muss voraussichtlich eine achtwöchige Pause einlegen.

P.S.: Wie schwer trifft der Ausfall von Michael Ballack die deutsche Mannschaft? Haben wir jetzt noch Chancen auf den Weltmeister-Titel? Wer kann Ballacks Rolle übernehmen? Diskutieren Sie mit auf Fankurve 2010, der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

SID/dab / SID

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