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Vertrag nach der WM: DFB will Löw unbedingt halten

DFB-Boss Theo Zwanziger will Joachim Löw offenbar einen neuen Vertrag zu besseren Konditionen vorlegen. Nach der Super-WM hat der Bundestrainer alle Trümpfe in der Hand - angeblich macht er weiter.

Bundestrainer Joachim Löw soll nach der WM in Südafrika einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag bekommen. Das ist der Wunsch von DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Ein Vier-Jahres-Vertrag war bislang nie ein Thema, das war bislang auch die Philosophie von Joachim Löw", erklärte der Verbandschef in der "Bild"-Zeitung.

Offiziell will sich Löw, der nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft mit seinem neuen, jungen Team die Bedingungen für eine Vertragsverlängerung maßgeblich bestimmen kann, mit den Details seiner Zukunftsplanung erst nach dem Turnier auseinandersetzen. "Erst nach der WM werde ich mich mit meiner Zukunft befassen", wiederholte Löw.

"Bild": Jogi macht weiter

Die "Bild" meldete am Freitag: "Jogi macht weiter!" Quellen nannte das in Sachen Nationalmannschaft stets bestens informierte Blatt aber nicht.

"Es gibt keine Verabredungen, die wir je getroffen hätten. Aber die Chancen stehen gut, weil der Bundestrainer weiß, dass wir hinter ihm stehen", sagte Zwanziger am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Doch nach dem erfolgreichen Turnier in Südafrika wächst nun der Druck auf die DFB-Bosse, eine Einigung mit Löw herbeizuführen. "Wir haben seit Jahren eine sehr gute Nachwuchsarbeit und exzellente Möglichkeiten für die Zukunft. Das sind Voraussetzungen, die einen ehrgeizigen Trainer wie Löw interessieren dürften", erklärte Zwanziger weiter.

Mehr Geld

Viele Zeichen deuten auf eine Verlängerung hin - zunächst bis zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. "Langfristige Verpflichtungen sind nicht so gut, auch aus wirtschaftlichen Erwägungen. Es ist vernünftig, immer von Turnier zu Turnier zu denken", sagte Zwanziger, der dem 50-jährigen Löw schon den Roten Teppich ausgerollt hat. Laut "Bild" könne der Bundestrainer auch mit einer Aufstockung seines derzeitigen Gehaltes von geschätzten 2,5 Millionen Euro jährlich rechnen.

"Hier passiert nichts mehr, auch am Sonntag nicht", hatte Teammanager Oliver Bierhoff bereits vor dem "kleiner Finale" betont, in dem die Nationalmannschaft am Samstag in Port Elizabeth auf Uruguay trifft. Löw wird erst das Gespräch mit Bierhoff und seinem Trainerstab suchen, bevor er mit der DFB-Spitze verhandelt und seine Zukunft endgültig festlegt. Ende Juli möchte Zwanziger einen neuen Löw-Kontrakt vom DFB-Präsidium absegnen lassen.

"Dieses Team funktioniert"

"Seitdem Joachim Löw bei der Nationalmannschaft ist, sind wir viel stärker geworden. Wir sind eine der besten Mannschaften der Welt, waren in allen Turnieren vorne dabei", votierte auch Bastian Schweinsteiger nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien für Löw. Doch der 50-Jährige hat sich nach dem Turnier erst noch eine Bedenkzeit erbeten. Der DFB hat für Sonntag in Erasmia noch eine letzte große Pressekonferenz angekündigt, auf der Löw und Zwanziger ihr WM-Fazit ziehen wollen. An eine ganz schnelle Einigung aber glaubt auch Zwanziger nicht: "Ich erwarte jetzt zunächst, dass es zu einem Gespräch mit dem Bundestrainer kommt."

Schon unmittelbar nach der Enttäuschung über das verpasste WM-Finale am Kap warb der Präsident nochmals ausdrücklich um Löws Weiterbeschäftigung: "Fakt ist, dass dieses Team bei der WM funktioniert hat. Und ein gut funktionierendes Team sollte man nicht auseinanderreißen." Die Nationalmannschaft sei natürlich das Flaggschiff des DFB: "Und ich gehe davon aus, dass wir Lösungen finden werden, die man in Deutschland von uns erwartet."

Spieler brechen Lanze für Löw

"Der Trainer hat in entscheidenden Situationen gezeigt, was er imstande ist zu leisten mit so einer jungen Mannschaft", erklärte der 101-malige Nationalstürmer Miroslav Klose, der auf gute Verhandlungen der DFB-Funktionäre setzt. "Jeder weiß, was wir vom Trainer halten und dass er ein sehr, sehr guter Trainer ist", unterstrich Philipp Lahm, dem Löw in Südafrika das Kapitänsamt übertragen hat.

Verlängerungs-Verhandlungen zwischen der sportlichen Leitung um Löw und der Verbandsspitze waren zu Jahresbeginn mit viel Getöse und unter gegenseitigen Schuldzuweisungen geplatzt. Inzwischen beteuern alle Beteiligten, dass das Verhältnis wieder intakt sei. Auch Lukas Podolski möchte unbedingt unter Löw im DFB-Team weitermachen: "Die Enttäuschung sitzt jetzt auch bei ihm tief. Das muss man erst mal verdauen. Ich denke und hoffe, dass er in den nächsten Tagen oder Wochen seinen Vertrag verlängert. Wir haben uns unter ihm sehr gut entwickelt. Ich hoffe, dass er noch länger unser Trainer bleibt."

Gute Chancen für Bierhoff

Franz Beckenbauer ist wie andere schon sicher, dass Löw bleibt. "Was zusammengehört, muss auch zusammenbleiben. Das weiß er auch", sagte der "Kaiser" im TV-Sender "Sky" mit dem Hinweis auf die junge Mannschaft, die Löw aufgebaut hat. "Er hat noch eine Mission zu erfüllen, und ich bin überzeugt, dass er seinen Vertrag verlängern wird. Bundestrainer in Deutschland ist ein Traumjob", so der ehemalige Teamchef.

Selbst Bierhoff, dessen Zukunft beim DFB nach den Querelen mit Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach schon beendet schien, ist wieder im Rennen. "Oliver Bierhoff ist immer einer meiner großen Vertrauten gewesen. Und es ist Fakt, was wir beide schon fünfmal gesagt haben: Was im Februar passiert ist, ist ausgeräumt, ist abgehakt. Unser Verhältnis ist intakt", sagte Zwanziger.

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joe/DPA / DPA

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