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WM 2010: Uruguay - Ghana Afrika hofft und bangt


Schafft es erstmals eine afrikanische Mannschaft in ein WM-Halbfinale? Als letzter Vertreter des Gastgeber-Kontinents hoffen Ghana und ganz Afrika auf einen Sieg gegen Uruguay. Die Südamerikaner dagegen wollen einfach nur Geschichte wiederholen.

Erst eine historische Chance, dann ein Abendessen mit Nelson Mandela - Afrikas letzte Hoffnung Ghana geht mit der Unterstützung des gesamten Kontinents in sein Viertelfinale gegen Uruguay. Friedensnobelpreisträger Mandela höchstpersönlich hat die Black Stars für Samstag zur Audienz gebeten. Die Mannschaft wird sich am Freitag in Johannesburg (20.30 Uhr, ARD/Sky und im Liveticker von stern.de)deshalb zerreißen, um als erster afrikanischer WM-Halbfinalist zum Dinner zu erscheinen.

"Ich glaube an das Halbfinale, ich glaube an Ghana"

"Wir siegen für Afrika!", betont der deutschstämmige Kevin Boateng, der eine Oberschenkelverletzung rechtzeitig vor dem Spiel seines Lebens auskuriert hat. "Wir haben einen Lauf. Wir werden ins Halbfinale einziehen und den Kontinent stolz machen." Der ehemalige Bundesliga-Profi und ghanaische Nationalspieler Tony Baffoe, am Kap für den Weltverband Fifa im Einsatz, behauptet: "Ich glaube an das Halbfinale, ich glaube an Ghana, ich glaube an Afrika! Wir werden 2:1 gewinnen."

Südafrika hat die Schwarzen Sterne längst adoptiert. "Die Shooting Stars werden mit der Hilfe von ganz Afrika Historisches vollbringen", schrieb die Johannesburger Zeitung "The Citizen". Der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki richtete eine Grußbotschaft an den ghanaischen Verband: "Ich bin sicher, dass Millionen Südafrikaner hinter euch stehen!"

Auch WM-Cheforganisator Danny Jordaan, der zur Neutralität verpflichtet wäre, schlägt sich offen auf die Seite der Ghanaer. "Einmal einen afrikanischen Fußballer im Halbfinale tanzen sehen, das wäre einfach wundervoll", sagte Jordaan. Sulley Muntari von Inter Mailand versprach sogar, Afrika "das Glück zurückzubringen". Auch andere ehemalige Größen des afrikanischen Fußballs drücken Ghana die Daumen Ghana: Ob Roger Milla, Kalusha Bwalya, George Weah, Sammy Kuffour - alle. Abedi Pele schaut bereits über die Partie hinaus: "Ich sehe Ghana sogar im Finale", sagte der Ex-Profi, der bereits bei Lyon, Marseille und 1860 München gespielt hat.

Uruguay will der Spielverderber sein

Uruguay bleibt in dieser Konstellation nur die Rolle des ungeliebten Spielverderbers. Bis zu 85.000 Vuvuzelas werden im Soccer-City-Stadion von Johannesburg einen Höllenlärm entfachen, während die Urus versuchen, im Glanze längst vergangener Zeiten zu erstrahlen. Der Weltmeister von 1930 und 1950 träumt endlich wieder vom dritten Stern.

"Für Uruguays Fußball ist es das wichtigste Spiel in den vergangenen Jahrzehnten, denn mit einem Sieg über Ghana erreichen wir etwas, wonach wir lange Zeit vergeblich gestrebt haben", sagte Trainer Oscar Tabarez und ergänzte: "Unsere Erfolge sollte man in der Vergangenheit ruhen lassen. Sie sind unantastbar. Es ist Zeit für neue Glanztaten."

Einiges spricht vor dem ersten WM-Viertelfinale mit urugayischer Beteiligung seit 1970 für die kleinste verbliebene Nation bei der Endrunde. Das Sturmduo Diego Forlan/Luis Suarez ist in Topform, und bislang hat noch keine afrikanische Mannschaft ein Spiel in Soccer City gewonnen. "Wir sind bereit, weiterhin für eine wunderbare Sache zu kämpfen", sagte Suarez.

Die Urus haben Angst vor einem englischen Schiedsrichter

Für Aufregung sorgten im Lager der Urus Gerüchte, dass der Engländer Howard Webb das Spiel leiten sollte - das ausgerechnet, nachdem ein Uruguayer die Engländer gegen Deutschland verpfiffen hatte. "Wir haben unseren Unmut bei der Fifa vorgetragen", sagte Verbandspräsident Sebastian Bauza. Olegario Benquerenca aus Portugal leitet das erste WM-Duell der beiden Mannschaften.

P.S.: Was glauben Sie: Bleibt Afrika mit Hilfe Ghanas weiter im Rennen? Diskutieren Sie mit auf Fankurve 2010, der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

SID/nik SID

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