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WM 2014 Brasilien macht das Traum-Halbfinale perfekt


Das erste Halbfinale steht fest: Der Gegner der Deutschen heißt Brasilien. Die Seleção schlägt die Kolumbianer im zweiten Viertelfinale mit 2:1 - muss aber mit Neymars WM-Aus einen Schock verkraften.

Deutschland kann kommen: WM-Gastgeber Brasilien hat
die Überraschungsmannschaft Kolumbien mit einem 2:1 (1:0)-Erfolg aus
dem Turnier geworfen und fordert nun im Halbfinal-Kracher die Elf von
Joachim Löw. In einem der härtesten Spiele bislang bei dieser
Fußball-Weltmeisterschaft schossen in Fortaleza die
Innenverteidiger Thiago Silva (7. Minute) und David Luiz (69.) den
Sieg im Südamerika-Duell heraus. Kolumbiens Shootingstar James
Rodríguez konnte vor 60.342 Zuschauern mit
seinem sechsten Turniertor (80./Foulelfmeter) nur noch verkürzen.

Den Sieg mussten die Brasilianer jedoch teuer bezahlen: Superstar Neymar erlitt einen Wirbelbruch und fällt für den Rest des Turniers aus. Kurz vor Schluss blieb der 22-Jährige nach einem Foul von Juan Zúñiga liegen und wurde mit einer Trage vom Platz gebracht. Laut Teamarzt Lasmar muss er eine Pause von vier bis sechs
Wochen einlegen.

Trotz einer hektischen
Schlussphase überzeugten die Gastgeber diesmal kämpferisch und
spielerisch und gewannen am Ende zwar knapp, aber verdient. Am Dienstag (22.00 Uhr) kommt es in Belo Horizonte in einer Revanche
des WM-Finals von 2002 zum spannungsgeladenen Kampf #link;http://www.stern.de/sport/fussball/wm-2014/wm-2014-brasilien-macht-das-traum-halbfinale-perfekt-2121823.html;zwischen der
DFB-Elf# und den Brasilianern.







Fehlen wird im Halbfinale neben Neymar auch der gelb-gesperrte
Silva. Weil er den kolumbianischen Torwart David Ospina bei einem
Abschlag behinderte, wurde der Kapitän verwarnt und muss gegen die
Auswahl von Bundestrainer Löw zuschauen. Damit winkt Bayern-Profi
Dante gegen seine Bundesliga-Kollegen Lahm, Müller & Co. das ersehnte
WM-Debüt.

Harter Kampf in Fortaleza

Vor den Augen von Präsident Juan Manuel Santos, der im roten Trikot
auf der Tribüne saß, gerieten die Kolumbianer erstmals bei dieser WM
in Rückstand. Nach einem Eckball von Neymar stand Thiago
Silva völlig frei am langen Pfosten und kickte den Ball mit dem Knie
ins Tor. Ausgerechnet der zuletzt so viel gescholtene Kapitän! Nach
dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Chile war er weinend
zusammengebrochen. Viel wurde im Gastgeberland diskutiert über die
bislang wenig berauschenden Auftritte der Seleção - die Antwort gaben
die Profis in Gelb schon nach weniger als zehn Minuten.

Die Kolumbianer wirkten etwas verschreckt vom frühen Gegentor und der
lauten Kulisse. Juan Cuadrado versuchte es aus der Distanz, verfehlte
aber knapp das Tor (11.). Ansonsten aber bestimmten die Brasilianer
Tempo und Rhythmus. Hulk scheiterte zweimal an Torwart David Ospina
(20./28.); beide Teams lieferten sich in den ersten 45 Minuten einen
erbitterten, bisweilen etwas überharten, Kampf.

Bei den Gastgebern ersetzte Paulinho wie erwartet den gesperrten
Wolfsburger Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld. Zudem durfte
Maicon erstmals von Beginn an für den zuletzt nicht immer sicheren
Rechtsverteidiger Dani Alves auflaufen. Auch Kolumbiens Coach José
Pékerman änderte seine Startformation nach dem 2:0 gegen Uruguay auf
zwei Positionen. Víctor Ibarbo rückt anstelle von Angreifer Jackson
Martínez ins Team, im Mittelfeld kam der zuletzt eingewechselte Fredy
Guarín statt Abel Aguilar zum Einsatz. Dortmunds neuer Stürmer Adrian
Ramos saß erst auf der Bank und wurde in Hälfte zwei eingewechselt.

Ramos kommt in der Pause

Schmerzlich vermisst wurde diesmal Radamel Falcao. "Ich trage schon
das Trikot, um mein Team anzufeuern #Vamos Colombia", twitterte der
Angreifer des AS Monaco vor dem Anpfiff mit dem passenden Foto. Der
28-Jährige hatte wegen eines Kreuzbandrisses nicht den Sprung ins
WM-Team geschafft, wurde bislang allerdings von Shootingstar James
Rodríguez mehr als gleichwertig ersetzt. In seinem fünften Spiel
allerdings blieb er anfangs blass - auch weil seine Gegenspieler sehr
robust mit ihm umgingen. Kurz vor der Pause haute er wütend auf den
Boden, nachdem ihn Fernandinho von den Beinen geholt hatte.

In der Pause reagierte Pékerman mit der Hereinnahme von Ramos für
Ibarbo. Der ehemalige Berliner rückte in den Sturm neben Teo, James
Rodríguez rückte wieder auf seine angestammte Position nach
Linksaußen. Richtig gefährlich wurden die Kolumbianer aber erst in
den letzten zehn Minuten. Nachdem Keeper Julio César den gegnerischen
Angreifer Carlos Bacca im Strafraum gefoult hatte, ließ sich James
Rodríguez die Chance nicht entgehen und baute seine Führung in der
WM-Torschützenliste aus - mehr Tore werden ihm nun nicht mehr
gelingen.


Ulrike John und Florian Lütticke, DPA DPA

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