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WM-Halbfinale: Ärger bei Kroatien: Vida sorgt mit neuem Video für Wirbel - Betreuer gefeuert

Vor dem wichtigen WM-Halbfinale gegen England gibt es erneut Wirbel bei Kroatien. Betreuer Vukojevic musste nach seinem umstrittenen Jubel entlassen werden und Verteidiger Vida steht wieder Ärger ins Haus.

Domagoj Vida beim Training von Kroatien

Nationalspieler Domagoj Vida beim Training von Kroatien

DPA

Eigentlich müsste sich Kroatien einzig und allein auf das wichtige WM-Halbfinale gegen England konzentrieren, doch es gibt erneut Wirbel im Team. Dem Verteidiger Domagoj Vida droht in Russland Ärger wegen neuer Aussagen mit Bezug auf die Ukraine. Der Fußball-Weltverband überprüft ein weiteres Video, wie die Fifa auf Anfrage bestätigte. Darin ist Vida zu sehen, wie er unter anderem "Ehre für die Ukraine!" und "Belgrad brennt" in die Kamera sagt.

Neben ihm sitzt der frühere Bundesligaprofi und heutige Betreuer Ivica Olic. Gemeinsam singen sie "Die Kneipe ist mein Schicksal" - ein bekanntes Lied noch zu Zeiten Jugoslawiens. Der Ausdruck "Belgrad brennt" besitzt angesichts der serbischen Hauptstadt aber auch eine Doppeldeutigkeit vor dem Hintergrund der politischen Rivalität beider Länder.

Bereits zuvor hatte die Fifa eine Verwarnung an Vida für dessen Ausspruch "Ehre für die Ukraine!" ausgesprochen. Beide Videos wurden dem Augenschein nach in der Kabine nach dem Viertelfinalsieg Kroatiens gegen Gastgeber Russland aufgenommen. Vida hält ein Bier des offiziellen Fifa-Sponsors bei der WM in der Hand.

Kroatien trennte sich von Betreuer Vukojevic

Der kroatische Verband war zudem bereits wegen des Jubels seines Betreuers Ognjen Vukojevic zu einer Geldstrafe von 15.000 Schweizer Franken verurteilt worden. Die Disziplinarkommission der Fifa bewertete Vukojevic' Aussage "Das ist ein Sieg für Dynamo und für die Ukraine" als unsportliches Verhalten. Beim Strafmaß gegen Vukojevic war nach Fifa-Angaben in Betracht gezogen worden, dass der Verband sich zeitnah entschuldigt und den Betreuer von seinen Pflichten entbunden hatte. 

Andrej Pawelko mit Trikot und Fanschal von Kroatien

Andrej Pawelko, Präsident des ukrainischen Fußballverbands, kam mit Trikot und Fanschal von Kroatien ins Kiewer Parlament.

AFP

Inzwischen hat der ukrainische Fußballverband vorgeschlagen, die Geldstrafe zu übernehmen und Vukojevic sogar einen Job angeboten. "Falls er zudem Arbeit möchte, werden wir ihm mit seiner Erfahrung und seiner Position im Fußballverband der Ukraine etwas anbieten", sagte Verbandspräsident Andrej Pawelko. Bei der Rede im Kiewer Parlament war er mit einem Trikot und Fanschal der kroatischen Mannschaft aufgetreten. Vukojevic lehnte das Angebot Medienberichten zufolge ab.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014 und der Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine zerrüttet. Vukojevic und Vida hatten einige Jahre in der Ukraine verbracht. 

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vit mit / DPA

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