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Bilanz der WM-Quali: Zwei Spieler sind die Zukunft, zwei sind abgehängt

In der WM-Qualifikation hat Bundestrainer Joachim Löw 37 Spieler eingesetzt. Einige haben sich für die WM empfohlen, andere nutzten ihre Chance nicht. Und dann gibt es noch die Sorgenkinder - der stern sagt, wer sich für Russland empfohlen hat.

WM-Qualifikation Joshua Kimmich

Joshua Kimmich in Aktion. Der Bayern-Profi war als einziger Spieler alle 900 Minuten in der WM-Qualifikation im Einsatz

Der Kampf um die WM-Tickets für die Titelverteidigung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2018 in Russland wird so hart wie nie. 23 Plätze hat Bundestrainer zu vergeben und es gibt weitaus mehr Kandidaten. In der perfekt absolvierten Ausscheidungsrunde hat Löw 37 Spieler eingesetzt. Einige spielten sich in den Vordergrund, wie Leon Goretzka oder Sandro Wagner. Andere sind für den Bundestrainer unverzichtbar wie die Weltmeister Manuel Neuer, Toni Kroos oder Mats Hummels, das wurde auch beim 5:1 gegen Aserbaidschan deutlich. Andere Weltmeister stehen im Abseits und müssen auf eine Chance hoffen. Das könnte es tragische Fälle geben.

Joshua Kimmich hat WM-Qualifikation genutzt

DIE GEWINNER: Beim Start in die WM-Qualifikation vor 13 Monaten in Oslo musste man diese Namen nicht unbedingt auf dem Zettel haben. Nun sind sie echte WM-Optionen. Dauerbrenner Joshua Kimmich, als Einziger alle 900 Quali-Minuten im Einsatz, schaffte sogar den Aufstieg in die Kategorie der Unersetzlichen. Leipzigs Timo Werner und Sandro Wagner, mit fünf Toren neben Thomas Müller der Top-Torschütze, haben Löw eine Auswahlmöglichkeit im Angriff beschert. Der kommende Mann im Sturm heißt aber definitiv Werner. Kimmich und Werner dürften in Zukunft zu echten Leistungsträgern heranwachsen.

ist ein Lieblingsspieler des Bundestrainers und beeindruckt mit 22 Jahren durch eine konsequente Umsetzung der Spielphilosophie. Wie auch Sebastian Rudy auf der Sechserposition.

Marc-André ter Stegen nutzte das lange Fehlen von und ist jetzt im Tor erste Ersatzoption für die WM.

DIE UNERSETZLICHEN: So zornig hat man Joachim Löw selten an der Seitenlinie erlebt. Als gegen in der ersten Halbzeit in Abwesenheit der angeschlagenen oder geschonten Weltmeister wenig bis nichts funktionierte, wurde deutlich, was der Bundestrainer meint, wenn er absolute Weltklasse als Titel-Kriterium einfordert.

Die garantiert ihm ein harter Kern von 2014-Champions - sofern sie fit sind. Manuel Neuer, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Toni Kroos, Thomas Müller oder Mesut Özil in Topform sind für Löw unverzichtbar. Auch Rechtsverteidiger Kimmich gehört in diese Gruppe, siehe oben. Löw weiß, dass auf der Außenbahn "nur der Joshua auf dem höchsten Niveau ist".

Marc-André ter Stegen hat sich stabilisiert

DIE TORHÜTER: Noch macht sich Joachim Löw um seine unumstrittene Nummer 1 keine Sorgen. Doch der lange Ausfall von Manuel Neuer hat durchaus gezeigt, dass Deutschland als großes Torhüter-Land dennoch den Bayern-Schlussmann dringend braucht. Marc-André ter Stegen hat sich immerhin stabilisiert und den Platz als erster Vertreter eingenommen. Bernd Leno patzte gegen Aserbaidschan wie schon beim Confed Cup gegen Australien. Kevin Trapp ist bei Paris Saint-Germain nur Ersatz. Löw dürfte nach Alternativen wie Kölns Timo Horn Ausschau halten - und sehnlichst auf Neuers Genesung hoffen.

DER NACHWUCHS: Der Confed Cup war ihre große Bühne. Die aufstrebenden Nachwuchskräfte konnten im Sommer in Russland Turniererfahrung sammeln und stürmten zum Titelgewinn. Niklas Süle, Leon Goretzka, Julian Brandt, Benjamin Henrichs oder Amin Younes sind Löws Druckmittel auf die Arrivierten.

Die Offensivspieler Leroy Sané oder U21-Europameister Serge Gnabry waren bei der Mini-WM nicht dabei, gehören aber auch zu dieser Kategorie der jungen Hoffnungsträger. 

DIE ABGEHÄNGTEN: Golden Boy Mario Götze und Passgeber André Schürrle fabrizierten 2014 das WM-Siegtor. Drei Jahre später stehen die Rio-Helden nach Krankheit und Blessuren im Schatten. Löw hat sie aber nicht abgeschrieben. Wie auch die Dauer-Verletzten Ilkay Gündogan oder Marco Reus, der keine einzige Quali-Minute bestritt.


tis/Arne Richter und Klaus Bergmann/DPA

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