Zehnter Spieltag VfL Bochum Bester im Revier


Nach dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen den BVB darf sich der Vfl Bochum inoffizieller Ruhrpott-Meister nennen. Bayer Leverkusen ist durch einen 1:0-Arbeitssieg gegen Gladbach wieder Tabellenführer.

Schwarzes Wochenende für den BVB: Borussia Dortmund hat mit der 0:3-Schlappe beim VfL Bochum die gute Ausgangsposition im Titelrennen verspielt und außerdem einen weiteren personellen Rückschlag erlitten. Er verlor im Ruhrpott-Derby nicht nur die Punkte, sondern auch Sebastian Kehl. Der Nationalspieler kassierte in der 32. Minute nach einem Revanchefoul an Thomas Zdebel bereits seine zweite Rote Karte in dieser Saison und muss als Wiederholungstäter mit einer drastischen Bestrafung rechnen. Zudem musste auch Ersatzkapitän Dede mit einer möglicherweise schweren Verletzung vorzeitig das Feld räumen. Dagegen setzte Bayer Leverkusen seine Siegesserie fort und kehrte mit dem 1:0-Sieg gegen Gladbach wieder an die Tabellenspitze zurück.

VfL Bochum - Borussia Dortmund 3:0

Die 32 645 Zuschauer im erstmals in dieser Saison ausverkauften Ruhrstadion bekamen alles geboten, was man sich von einem Derby verspricht: Angriffsfußball von beiden Seiten, leidenschaftlich geführte Zweikämpfe und viele Emotionen auf den Rängen. Die Bochumer, bei denen Nationalspieler Paul Freier trotz auskuriertem Mittelfußbruch noch geschont wurden, gingen gleich mit ihrem ersten Angriff in Führung.

Doch der schön herausgespielte Treffer sorgte nicht für Sicherheit beim VfL, sondern ließ die Gastgeber zu selbstsicher werden. Dortmund kam besser ins Spiel und hatte durch Lars Ricken (22.), Ewerthon (23.), Jan Koller (24.) und erneut Ricken (27.) Chancen im Minutentakt.

Kehls Ausraster aber beendete auf einen Schlag die Dortmunder Feldüberlegenheit. Für den 23-Jährigen war die Tätlichkeit bereits der dritten Platzverweis in der Bundesliga. Zuletzt hatte er im Ligapokal-Finale nach einem Angriff gegen Schiedsrichter Jürgen Aust Rot gesehen und eine sechswöchige Sperre absitzen müssen. Von der Dezimierung erholte sich der BVB nicht mehr, der Bochumer Sieg war auch in der Höhe verdient.

Bochum Ruhrpottmeister

Der Vfl Bochum darf sich nach dem Sieg nun endgültig inoffizieller Ruhrgebiets-Meister nennen. "Ich bin froh, eine solche Mannschaft betreuen zu dürfen. Und ich bin froh, diesen Abend genießen zu können", meinte der überglückliche VfL-Trainer Peter Neururer.

Dagegen war BVB-Trainer Matthias Sammer stocksauer und machte die beiden Innenverteidiger Andre Bergdölmo und Niclas Jensen für die ersten beiden Treffer verantwortlich: "Die sind alt genug und beides Nationalspieler, da muss ich mehr erwarten". Zum Platzverweis gegen Kehl, den Neururer als "berechtigt" einstufte, äußerte sich Sammer zurückhaltend: "Es war eine blöde Situation", sagte er.

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:0

Dank Bernd Schneider hat Bayer Leverkusen die Bundesliga-Spitze zurückerobert und seinen Start-Rekord ausgebaut. Mit seinem Treffer in der 49. Minute und einer Rettungstat auf der Linie (90.) bescherte der Nationalspieler der Werks-Elf am Sonntag den wertvollen 1:0 (0:0)-Heimsieg über Borussia Mönchengladbach, durch den Leverkusen den VfB Stuttgart nach nur einem Tag wieder auf den zweiten Tabellenplatz verdrängte. Vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena tat sich das Team von Klaus Augenthaler viel schwerer als erwartet, konnte sein Konto aber dennoch auf die Vereins-Bestmarke von 25 Punkten aus 10 Partien aufstocken. Die auswärtsschwachen Gladbacher warten nun schon seit 9 Spielen auf einen Sieg und bleiben auf Abstiegsrang 17 hängen.

Augenthaler bleibt auf dem Boden

"Der erste Tabellenplatz ist nur eine Momentaufnahme", meinte Augenthaler trotz seiner Freude über die Spitzenposition. "Bis zum 1:0 war es von uns ein gutes Spiel, danach hat die Disziplin gefehlt. Mir war klar, dass es eine schwierige Aufgabe werden würde."

Dagegen trauerte sein Gladbacher Kollege Holger Fach den vergebenen Chancen nach: "Wir haben bei der zur Zeit besten Mannschaft Deutschlands ein gutes Spiel gemacht, aber uns hat das Quäntchen Glück gefehlt." Und Sieg-Retter Schneider war einfach nur "glücklich" über seinen äußerst wichtigen vierten Saisontreffer.


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