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H. Sarpei: "Schwarzer Humor...": Danke für den Mut, Paderborn!

Er hat viele Höhen und Tiefen erlebt, nun ist Stefan Effenberg wieder obenauf: Mit ihm nimmt endlich wieder ein Top-Fußballer - statt der üblichen Laptop-Trainer - auf einer Trainerbank Platz. Hans Sarpei sagt, warum ihn das so freut.

Stefan Effenberg

"Stefan ist ein positiv Besessener": Hans Sarpei hält viel von "Tiger" Stefan Effenberg

Seit heute ist Stefan Effenberg Trainer des SC Paderborn. Eine Sensation, über die ich mich von Herzen freue. Der Grund ist ein einfacher: Nach den in Mode gekommenen Laptop-Trainern kehrt endlich wieder ein Top-Fußballer als Trainer auf die Fußballbühne zurück. Klar, es ist nicht der FC Schalke 04, wo er bereits einmal gehandelt wurde. Es ist nicht einmal die erste Liga, sondern ein vermeintlich gebeutelter Verein, der in der Beuteler-Arena vor maximal 15.000 Zuschauern kickt. Eine vermeintlich graue Maus, die mit dem "Tiger" Aufmerksamkeit weit über die Grenzen von Ost-Westfalen-Lippe und der zweiten Liga erlangt.

Stefan ist ein positiv Besessener, ein Charakterkopf mit Ecken und Kanten, der durch nahezu alle Höhen und Tiefen als Fußballer und als öffentliche Person gegangen ist: Senkrechtstarter als Spieler bei Gladbach, Suspendierung als Nationalspieler aufgrund seines gezeigten Mittelfingers, Leader als Champions-League-Sieger mit dem FC Bayern. Ein Stefan Effenberg war nie Mittelmaß, sondern auf und auch neben dem Platz immer Welt- oder Kreisklasse.

Selbstbewusst, fordernd, motivierend

Ein Tiger überblickt die Situation, bevor er zur Jagd ansetzt. Stefan wird sich in den nächsten Tagen ein genaues Bild vom Umfeld, vom Team und von der Hackordnung im Verein machen und im Anschluss in die Offensive gehen: dem Klub seinen Stempel aufdrücken und Mannschaft, Verein und Region in seinen Bann ziehen.

Ich bin dankbar, dass es Entscheider wie Herrn Funke gibt, der den Mut hat, diesen Weg zu gehen. Vereinslenker, die sich nicht den immer gleichen Personen im Trainer-Karussel bedienen. Es wäre toll, wenn Herr Funke in der Liga Nachahmer fände und wir den Weg frei machen für herausragende Fußball-Experten, die auf dem Rasen erfolgreich bewiesen haben, wie sie Teams führen können. Selbstbewusst, fordernd, motivierend. Lasst uns den Tiger auf die Bank packen und Stefan Effenberg, Lothar Matthäus und Co. die erste Chance geben, bevor andere eine 95. Chance bekommen.

Alles Gute!

Ich wünsche Effe und dem SC Paderborn eine erfolgreiche Saison und uns allen, die immer mehr Ecken und Kanten im Fußball fordern, dass der Mut aller Beteiligten belohnt wird.

Euch allen eine sportliche Woche

Hans Sarpei

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