Athen 2004 Weltmeisterinnen wollen Olympia-Gold


Bereits am Mittwoch Abend beginnen die Olympischen Spiele, zumindest für die Fußballer. Gleich dabei ist unser Damen-Nationalteam, das in Athen nur ein Ziel hat: Gold.

Mit neuartigen Kühlwesten gegen die Hitze und großen Hoffnungen nehmen Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen ihre Operation Gold ganz "cool" in Angriff und wollen mit einem Sieg gegen China für einen Traumstart der deutschen Olympioniken sorgen. "Es wäre positiv, wenn wir mit einem Erfolg ein Signal für die gesamte deutsche Olympia-Mannschaft setzen könnten. Aber diese Erwartung bedeutet auch mehr Druck für uns", sagte Torjägerin Birgit Prinz.

Schon zwei Tage vor der Eröffnungsfeier der XXVIII. Olympischen Spiele kommt die erste deutsche Medaillen-Hoffnung am Mittwoch in Patras auf den Prüfstand. "Die Chinesinnen sind ein harter Brocken und in bestechender Form", warnte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer. Sie strebt mit dem Welt- und Europameister nach Bronze 2000 in Sydney wieder Edelmetall an: «Das muss unser Anspruch sein.» Zehn Monate nach dem WM-Triumph träumen die 18 Spielerinnen vom nächsten Meisterstück: "Jeder will Gold bei Olympia", sagte Prinz.

Doch schon eine Medaille zu holen, "wird unheimlich schwierig", weiß die Weltfußballerin des Jahres 2003. Top-Favorit auf Gold sind die USA, Deutschland zählt neben dem WM-Zweiten Schweden, Brasilien und Auftaktgegner China zu den Mitfavoriten. Ungewöhnlich ist der Modus: Die zehn Mannschaften ermitteln in zwei Dreier- und einer Vierer-Gruppe die acht Viertelfinalisten. Die deutsche Elf könnte in Gruppe F, in der Außenseiter Mexiko am kommenden Dienstag zweiter Vorrundengegner ist, sogar als Dritter und Letzter weiter kommen.

Gegen China wird sich gleich zeigen, ob der Weltmeister nach wechselvollen Leistungen in der Vorbereitung auf den Punkt topfit ist. "Mit so einem Kracher zu Beginn steckt man gleich richtig drin im Turnier", meinte Renate Lingor. Die 28-Jährige vom FFC Frankfurt soll nach den Rücktritten der Weltmeisterinnen Bettina Wiegmann und Maren Meinert im verjüngten Mittelfeld das Kommando übernehmen.

Ohne Lingor verlor Deutschland Anfang März ein Testspiel gegen die flinken und technisch starken Chinesinnen mit 0:1. Neben den USA und dem nicht qualifizierten Olympiasieger Norwegen ist der Asienmeister nur eins von drei Teams, gegen das die deutschen Frauen mit 6 Siegen, 4 Unentschieden und 7 Niederlagen eine negative Bilanz aufweisen.

Bis auf Sandra Minnert, die wegen einer Hüftverletzung ausfällt, kann Theune-Meyer personell aus dem Vollen schöpfen. Thema Nummer 1 vor dem Olympia-Auftakt in der 220 Kilometer von Athen entfernten Hafenstadt Patras ist aber die Hitze: 35 Grad sind für den frühen Mittwochabend vorhergesagt - im Schatten. Doch den gibt es im Pampeloponnisiako-Stadion nur unter dem Dach der Haupttribüne. Mit neuartigen Kühlwesten wollen die Deutschen trotzdem kühlen Kopf bewahren. Beim Aufwärmen und in der Halbzeitpause sollen die 800 Gramm leichten Westen getragen werden. "Die Kühlwirkung reicht für eine halbe Stunde", erläuterte Mannschaftsarzt Bernd Lasarzewski.

Der Mediziner ist vom Nutzen des Hilfsmittels überzeugt: "Je mehr man schwitzt, um so größer ist der Flüssigkeitsverlust. Und je höher die Körperkerntemperatur, um so schlapper fühlt man sich", berichtete er. Vor allem die Spielerinnen auf den laufintensiven Positionen im Mittelfeld sollen mit den sieben Westen ausgestattet werden. "Sie sind angenehm zu tragen", berichtete Pia Wunderlich. Auch das Trinken ließ Theune-Meyer "trainieren" - aber nur mit Getränken wie Mineralwasser oder Apfelschorle. "Alkohol gibt es erst nach der Goldmedaille", meinte Mannschaftsarzt Lasarzewski.

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

Rottenberg - Stegemann, Hingst, Jones, Günther - Garefrekes, Lingor, Odebrecht (Omilade), Wunderlich - Prinz, Müller (Pohlers)

Klaus Bergmann/DPA DPA

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