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Olympia 2012: Rhythmische Sportgymnastik: Ein Doodle für die Eleganz

Sie tanzen, sie turnen, sie verrenken sich: die Damen der Rhythmischen Sportgymnastik. Google widmet der sehr jungen olympischen Disziplin heute ein Doodle.

Von Hannah Wagner

Die Rhythmische Sportgymnastik erinnert ein wenig an Eiskunstlauf auf dem Trockenen, wirkt dabei aber keineswegs weniger elegant. Geschmeidig wirft die Turnerin den Ball aus dem Liegen in die Luft, um ihn anschließend mit dem Nacken aufzufangen, ihn mit einer Art Rückwärtsrolle dort zu halten und das Ganze in einer Pirouette aufzulösen. Hört sich kompliziert und verkrampft an - sieht bei den Profis aber ganz locker und einfach aus.

Mit dem heutigen Doodle ehrt Google eine der jüngeren Sportarten der Olympischen Spiele. Erst seit 1984 ist die Rhythmische Sportgymnastik olympische Disziplin, 1948 gab es die ersten Wettkämpfe in der UdSSR. Die Rhythmische Sportgymnastik ist aus einer Mischung von Tanzelementen, Ausdruckstanz und Gymnastik entstanden. Sowohl Einflüsse des klassischen als auch des modernen Tanzes sind in dieser Sportart zu entdecken. Bei den Wettbewerben tanzen und turnen die Gymnastinnen zu Instrumentalmusik und unterstreichen ihre Bewegungen mit unterschiedlichen Handgeräten.

Exakte Vorgaben und strenge Regeln

Bei den Olympischen Spielen wird die Rhythmische Sportgymnastik in den Einzelwettbewerben mit vier verschiedenen Handgeräten ausgeführt. Die Gymnastin muss im Einzelwettbewerb insgesamt vier Übungen vorführen und dabei einen Reifen, einen Ball, Keulen oder ein Band benutzen. Die Übungen dauern gerade einmal höchstens eineinhalb Minuten, sind aber stringent durchgeplant. Denn vor dem Wettkampf muss die Athletin ein sogenanntes Protokoll bei den Kampfrichtern einreichen. Auf dem Papier ist genau vermerkt, wann sie welche Übung wie turnen wird. Die Kampfrichter müssen bewerten, wie gut sie es tut. Je individueller und ausgefallener eine Kür ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Turnerin gut bewertet wird. Neben der genauen Einhaltung des Protokolls darf weder die Turnerin, noch ihr Handgerät die 13 mal 13 Meter große Turnfläche während der Übung verlassen. Die Gruppenwettbewerbe der Rhythmischen Sportgymnastik umfassen zwei Übungen, die bis zu zweieinhalb Minuten dauern können.

Extreme Körperbeherrschung, Muskelkraft und Spannung sind die wesentlichen Eigenschaften, auf die es bei einer Gymnastin ankommt. Gelenkigkeit ist selbstverständlich - bei den meisten Übungen läuft es unsereins kalt den Rücken herunter, wenn wir uns vorstellen, uns dermaßen verrenken zu müssen.

Das deutsche Team hat es bei Olympia 2012 in London nicht in die Finals geschafft. Die deutsche Gruppe schied als zehnte der Qualifikation aus. Im Einzelmehrkampf schaffte die 16-jährige Jana Berezko-Marggrander es auf Rang 17. In beiden Qualifikationen lag Favorit Russland klar vorne und zog im Gruppenwettkampf auf dem ersten Platz vor Italien und Weißrussland, im Einzelwettkampf auf den ersten beiden Plätzen in das jeweilige Finale ein.

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