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Vor den Olympischen Spielen: Brauerei verspottet Putin mit "Anti-Schwulen-Bier"

Vor Beginn der Olympischen Spiele hat eine schottische Brauerei ein Bier vorgestellt, das die schwulenfeindliche Politik des Kremls aufs Korn nimmt. Wladimir Putin dürfte das gar nicht schmecken.

An Merchandising-Produkten mangelt es vor den Olympischen Winterspielen mit Sicherheit nicht. Von Plüschtieren über Tassen bis zum klassischen T-Shirt ist alles dabei – und jetzt gibt es auch noch das passende Bier. Von russischer Seite dürfte die Sonderedition der schottischen Brauerei "BrewDog" allerdings nicht genehmigt worden sein. “Hallo, mein Name ist Wladimir“ heißt das Gebräu, das mit knallbuntem Logo die Schwulenfeindlichkeit des Kreml auf die Schippe nimmt. Auf dem Bier prangt das Portrait des russischen Präsidenten Vladimir Putin - mit Lidschatten und Lippenstift, knallbunt im Pop-Art-Stil à la #link;www.stern.de/kultur/andy-warhol-90279035t.html;Andy Warhol#. Unter dem Logo ein Zusatz in Pink: "*nicht für Schwule".

"Bier enthält Spuren von Sarkasmus"

"Ich bin ein Bier für extrem männliche Typen, die mit Messern bewaffnet, oben-ohne auf Pferden reiten. Ich bin ein Bier zu Ehren der Olympischen Winterspiele. Aber ich bin nicht für Schwule", heißt es im Werbematerial der Firma aus Aberdeen. "Zusätzlich warnt die Brauerei, dass das Bier "Spuren von Sarkasmus enthalten kann". "Hallo, mein Name ist Wladimir" hat ganz schön Umdrehung: 8,8 Prozent Alkohol sollten helfen, wenn’s beim Curling-Gucken vor dem Fernseher zu eintönig wird.

Dennoch haben die Macher des Bieres durchaus ernste Beweggründe: "Die kranke, verdorbene Gesetzgebung, die in Russland herbeigeführt wurde, hält Menschen davon ab, sie selbst zu sein. Dies ist etwas, das wir so nicht hinnehmen können und wozu wir unsere Meinung äußern wollten", erklärt die Firma auf ihrer Webseite. Die Brauer spielen dabei auf die international kritisierte Gesetzesänderung von 2013 an, die es in Russland verbietet, Homosexualität vor Unter-18-Jährigen offen zu zeigen. Das umstrittene Gesetz, das laut russischer Regierung dem Jugendschutz dient, hat in Russland eine Welle der Homophobie ausgelöst.

Kiste Bier an den Kreml geschickt

Das Bier hat laut Hersteller einen "leicht säuerlichen Beeren-Geschmack" und kostet umgerechnet 3,47 Euro pro Flasche - nicht ganz billig, aber 50 Prozent des Profits will das Unternehmen an Wohltätigkeitsorganisationen spenden, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen. Der "Moscow Times" sagte James Watt, ein Mitgründer der Brauerei: "Wir lieben Russland. Aber wir mögen es einfach nicht, wenn irgendjemand bestimmt, was man nicht sagen darf." Bei Twitter wurde das Bier unter dem Hashtag notforgays vorgestellt. Wladimir Putin kann sich freuen, er könnte bald selbst in den Genuss des Gerstensafts kommen - "BrewDog" hat auch eine Kiste an den Kreml geschickt.

amt

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