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Sommerspiele 2016: Rios Olympia-Gewässer in furchtbarem Zustand

Es stinkt, ist stark verunreinigt und machte erste Sportler bereits krank: Ein Jahr vor dem Olympiastart sind einige Wettkampf-Gewässer vor Rio de Janeiro in katastrophalem Zustand. Einen Plan B gibt es nicht.

Müll schwimmt in Rio de Janeiros Olympia-Wasser

Das Gewässer in Rio de Janeiro, wo 2016 mehrere Wettkämpfe der Olympischen Spiele stattfinden sollen, ist in einem besorgniserregenden Zustand

Mehrere Wettkampf-Gewässer für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro sind nach neuen Untersuchungen weiterhin verdreckt und gesundheitsgefährdend für Athleten. Nach Analysen im Auftrag der Nachrichtenagentur AP sollen in der Guanabara-Bucht hohe Werte von Viren und Bakterien aus Abwässern gefunden worden sein. "Im ersten unabhängigen umfassenden Test auf Viren und Bakterien an den olympischen Stätten wurden seit März vier Runden durchgeführt", erklärte AP am Donnerstag.

Einige dort trainierende Sportler seien erkrankt, zitierte AP den Segler Ivan Bulaja aus Australien. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Menge Sachen in deinen Körper kommen, wenn du darin schwimmst und das Wasser in deinen Mund oder deine Nase gelangt." Es sei die schlechteste Qualität, die er in seiner Karriere vorgefunden habe. 

Wasserqualität ist eines der Hauptprobleme Rios

In dem Gewässer vor Rio sollen die Segel- und Freiwasserwettbewerbe sowie das Schwimmen des Triathlons stattfinden. Der Deutsche Schwimm-Verband sieht den Weltverband Fina und das Internationale Olympische Komitee (IOC) in der Pflicht. "Es ist die Aufgabe des IOC und des Weltverbandes, Standards herzustellen, dass es nicht gesundheitsgefährdend ist. Die Brasilianer sind aufgerufen, da was zu machen", sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow am Donnerstag in Kasan nach dem WM-Sieg des deutschen Freiwasser-Teams.


Die Wasserqualität ist seit Monaten eines der Hauptprobleme für Rio 2016. Auf Frage der Deutschen Presse-Agentur erklärte vergangene Woche einer der Organisationschefs, Leonardo Gryner: "Wir haben nie gesagt, dass die Guanabara-Bucht komplett sauber sein wird." Ziel sei es, dass 80 Prozent des Wassers behandelt und gesäubert werde. Da durch die Bucht ein Kanal verläuft, über den die großen Frachtschiffe den Hafen von Rio ansteuern, gebe es immer wieder Verunreinigungen. 

Kein Plan B für die Sommerspiele

Bei einer Fahrt durch die Bucht sind Unmengen an Abfall zu sehen, von Plastiktüten über Balken und Styroporteile, daneben Ölfilme durch den Schiffsverkehr. Offiziell gibt es keinen Plan B für eine Verlegung. 

"Was man dort vorfindet, ist eigentlich ungeklärtes Abwasser", zitierte AP den Marine-Biologen John Griffith vom unabhängigen "Southern California Coastal Water Research Project". Er hatte die Protokolle, Methoden und Ergebnisse des Tests untersucht. 

Trotz Säuberungsaktionen in der Bucht von Guanabara war das Wasser immer noch stark verschmutzt. Sollte sich die Wasserqualität dort nicht verbessern, müssten die Regatten der Olympischen Spiele 2016 an anderer Stelle stattfinden, hatte der Wettbewerbschef des Internationalen Segelverbandes, Alastair Fox, im April gewarnt.

mod / DPA

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