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Pressereaktionen zu Ryan Lochte: "Die dümmste Glocke, die jemals geläutet hat"

Ryan Lochte bedauert sein Verhalten in der Überfall-Affäre. Die US-Presse reagiert allerdings längst verärgert auf die Märchengeschichte der US-Schwimmer. Vor allem Lochte steht heftig in der Kritik - und trägt nun auch finanziellen Schaden davon.

US-Schwimmer Ryan Lochte für erfundenen Überfall in der Kritik

Für Ryan Lochte hat der erfundene Raubüberfall nun auch finanzielle Folgen - erste Sponsoren trennten sich bereits von dem US-Schwimmer

Ryan Lochte sorgte mit seiner Lügengeschichte, im Zuge der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro einem Raubüberfall zum Opfer gefallen zu sein, für großen Wirbel. Weltweit berichteten Medien über den angeblichen Vorfall. Inzwischen hat sich der US-Schwimmer für seine Geschichte entschuldigt. Er bedauere, den Vorfall nicht umsichtiger und aufrichtiger geschildert zu haben. Doch an seiner Version vom "Überfall" hält er fest. Einigen seiner Sponsoren war dies aber offenbar nicht genug - sie wendeten sich von dem mehrfachen Olympiasieger ab.

Der US-Olympiaverband indes entschuldigte sich bei den brasilianischen Gastgebern. Das Verhalten der Schwimmer sei "weder akzeptabel, noch repräsentiere es die Werte des Team USA", hieß es einer USOC-Mitteilung. Der US-Schwimmverband denkt über Strafen für die Beteiligten nach. Auch die brasilianische Polizei denkt über eine Anklage nach. 

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"Titel als peinlichster US-Athlet"

Neben den rechtlichen Konsequenzen müssen sich die Schwimmer allerdings bereits jetzt um die Folgen für ihr Image Sorgen machen. Die US-Presse ist erzürnt und spottet über die Naivität der Stars.

Die "New York Post" stürzte sich auf Ryan Lochte, druckte ein Foto von ihm auf dem Cover mit der Zeile: "Der hässliche Amerikaner". Die "NY Post" schrieb darunter: "Ryan Lochte verkörpert alles, was die Welt an Amerika hasst."

Ryan Lochte auf dem Cover der "New York Post": Der hässliche Amerikaner.

Ryan Lochte auf dem Cover der "New York Post": "Der hässliche Amerikaner."


Die "Washington Post" begann den Kommentar zum Thema mit dem Satz: "Ryan Lochte ist die dümmste Glocke, die jemals geläutet hat." Seine Story, so die Kommentatorin, wirke wie die eines Kindes, das bei der Größe seines selbst gefangenen Fisches vollkommen übertreibe und sich als Held darstelle. Nur das eben nichts stimme. Die "Washington Post" fragt: "Gibt es in irgendeinem Land der Welt etwas Schlimmeres, als dass ein paar betrunkene Jugendliche die Möbel zerstören und gegen die Wand pinkeln? Dafür braucht man jedenfalls keine Übersetzung."

Die Zeitung "Houston Chronicle" gratuliert Lochte: "Dafür, dass er das letzte Rennen seiner olympischen Karriere gewonnen hat: das Rennen um den Titel als peinlichster US-Athlet."

Ryan Lochte: "Übernehme die Verantwortung"

Lochte selbst schrieb derweil bei Twitter: "Es ist traumatisch, spät mit seinen Freunden in einem fremden Land - mit einer Sprachbarriere - unterwegs zu sein, und sich einem Fremden mit einer Waffe gegenüber zu sehen, der Geld will, um dich gehen zu lassen". Die Situation sei zu vermeiden gewesen. "Ich übernehme die Verantwortung für meine Rolle und habe meine Lektion gelernt."

Sponsoren wenden sich von Lochte ab

Für den 32-Jährigen wird der Schaden indes immer größer, vor allem in finanzieller Hinsicht. Demnach hat nicht nur der Sportartikelhersteller Speedo die langjährige Zusammenarbeit mit Lochte beendet. Auch der Kleidungskonzern Ralph Lauren, Matratzenhersteller Airweave und Kosmetikproduzent Syneron-Candela erklärten, den Schwimmer künftig nicht weiter zu unterstützen. Laut amerikanischen Medienberichten dürfte der finanzielle Verlust für den Schwimmer bei deutlich über einer Million Dollar liegen. 

"Wir haben über ein Jahrzehnt lang eine großartige Partnerschaft mit Ryan gehabt, er war ein wichtiges Mitglied unseres Teams. Aber wir können ein Verhalten nicht gutheißen, das den Werten unserer Marke widerspricht", teilte Speedo via Twitter mit.


feh / DPA

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