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Olympische Spiele in Rio: Bolt will das nächste Gold-Triple - und noch mehr

Usain Bolt ist der unbestrittene Star der Leichtathletik. Auch bei den Olympischen Spielen in Rio will der Jamaikaner herausragen. Sein ehrgeiziges Ziel: das dritte Gold-Triple nach Peking und London. Zudem hat er eine Bestmarke fest im Visier.  

Olympia 2016: Sprintstar Usain Bolt gestikuliert in London vor einem Vorlauf über 200 Meter

Der angedeutete Bogenschütze ist zu Usain Bolts Markenzeichen geworden. Bei Olympia 2016 in Rio möchte er es möglichst wieder nach drei Siegen zeigen.

Dass er auch Samba kann, bewies Usain Bolt jüngst bei einem Pressetermin seines Hauptsponsors. Gemeinsam mit 14 brasilianischen Schönheiten tanzte der jamaikanische Sprintstar vor den Journalisten über die Bühne. So leichtfüßig wie ihm die Tanzeinlage gelang, so sehr will er auch in Rio de Janeiro zu Gold sprinten. Geht es nach seinem Anspruch, sollen am Zuckerhut wie schon zuvor bei den Olympischen Spielen in Peking (2008) und London (2012) erneut drei Olympiasiege auf der Tartanbahn herausspringen. Es wäre das dritte Gold-Triple das dem Ausnahmekönner gelingen würde. Damit aber noch nicht genug: Bolts Ziel ist es zudem, seinen 200-Meter-Weltrekord von 19,19 Sekunden zu verbessern. "Ich wollte immer schon unter 19 Sekunden laufen", sagt der schnellste Mann der Welt. 

Allerdings ist es sieben Jahre her, dass der Jamaikaner bei der WM in Berlin den Weltrekord über 100 Meter (9,58 Sekunden) aufstellte und auch den über 200 Meter folgen ließ. Dass das Sportjahr 2016 bislang nicht nach Plan lief, sieht der 29-Jährige nicht als Hindernis für das große Ziel. "Es war keine perfekte Saison, aber ich bin nun in einer viel besseren Form und schneller", versichert Bolt, dem eine Muskelverletzung lange zu schaffen machte. 


Usain Bolt von Erfolgen der Konkurrenz unbeeindruckt

Im bisherigen Fernvergleich mit seinem Erzrivalen Justin Gatlin liegt er im Hintertreffen: Der US-Flitzer legte 9,80 und 19,75 Sekunden über die beiden Sprint-Distanzen vor, Bolt ist bisher mit 9,88 und 19,89 Sekunden etwas langsamer. So war es allerdings schon vor der WM 2015 - und dort holte der Jamaikaner die Titel. "Ich habe mich nie auf eine Person konzentriert", sagt Bolt zum großen Duell, das am Samstag mit den Vorläufen beginnt. Das Finale folgt nach deutscher Zeit am 15. August um 3.25 Uhr. 

Bolt möchte bei seinen letzten Olympischen Spielen den Fans nicht nur das Triple und den Rekord bieten. "Ich bin ein Sprinter, aber auch ein Entertainer", versichert er. "Ich versuche, den Unterschied zu machen - deshalb lieben mich die Leute." 

Dennoch möchte er seine Karriere ausklingen lassen und nicht die Spiele 2020 in Tokio ins Visier nehmen: "Ich denke, es wird das letzte Mal sein, auch wenn eine Menge Menschen nicht glücklich darüber ist", sagt Bolt. 

Fernsehen gegen die Langeweile

Seine großen Ambitionen verfolgt er in Rio zurückgezogen: Nachdem er schon bei der Eröffnungsfeier nicht mit seinem Team einmarschiert war, hält er sich im Olympischen Dorf meist in seinem Zimmer auf. "Ich mache nicht viel", berichtet er. Damit ihm nicht langweilig wird, hat er sich einen Fernseher gekauft. 

Sorgen über Doping und über die Reputation der Leichtathletik nach dem Skandal um Russland macht sich Bolt nicht. "Im Leben gibt es keine Garantie für nichts", antwortet er auf die Frage, ob die Sprint-Wettbewerbe ohne Doping bei den Rio-Spielen über die Bühne gehen werden. "Für mich zählt nur: Ich gehe raus und habe niemals Angst." 

Angst bereite ihm auch die Zukunft der Leichtathletik nicht: "Ich denke, es geht in die richtige Richtung und ist in der richtigen Spur", sagt Bolt. "Man muss durch harte Zeiten gehen, bevor es wieder gute gibt. In eine paar Jahren wird der Sport sauber sein und alles wird großartig."


mod / DPA